🇨🇳Schienenfahrzeughersteller

CRRC中国中车股份有限公司

CRRC ist ein Name, den die meisten Menschen im deutschsprachigen Raum nicht kennen — und das ist bemerkenswert, denn es handelt sich um den mit Abstand größten Schienenfahrzeughersteller der Welt. Größer als Siemens Mobility, größer als Alstom, größer als beide zusammen. Entstanden 2015 aus der Fusion der beiden staatlichen Vorgänger CSR und CNR, die selbst aus der 2002 aufgespaltenen China National Railway Locomotive & Rolling Stock Industry Corporation hervorgingen, kontrolliert CRRC über 90% des chinesischen Bahnmarkts und drängt nun nach Europa. Im DACH-Raum ist der Einstieg bereits vollzogen: Die österreichische Westbahn setzt CRRC-Züge im Fernverkehr ein, die Deutsche Bahn betreibt Hybrid-Rangierlokomotiven von CRRC, und durch die Übernahme von Vossloh Locomotives in Kiel verfügt der Konzern sogar über eine eigene europäische Produktionsstätte.

Gigant auf Schienen: CRRC entstand 2015 aus der Fusion von CSR und CNR zum weltgrößten Bahntechnikkonzern — mit über 90% Marktanteil in China

Bereits im DACH-Raum angekommen: Die österreichische Westbahn setzt CRRC-Fernverkehrszüge im regulären Fahrgastbetrieb ein. Die Deutsche Bahn betreibt CRRC-Hybrid-Rangierlokomotiven

Europäische Produktionsbasis: Durch die Übernahme von Vossloh Locomotives in Kiel (2020) fertigt CRRC Schienenfahrzeuge direkt in Deutschland

Unternehmensdaten

CRRC Corporation Limited

Gegründet
2015
Mitarbeiter
Hauptsitz
Beijing, China
Branche
Schienenfahrzeughersteller

Produkte & Services von CRRC

Schienenfahrzeuge

Hochgeschwindigkeitszüge — CRRC baut die schnellsten Serienfahrzeuge der Welt
Regionalzüge und Fernverkehrstriebwagen
U-Bahnen und Stadtbahnen
Straßenbahnen und Leichtfahrzeuge
Lokomotiven (Elektro, Diesel, Hybrid)
Güterwaggons und Spezialfahrzeuge

Bahntechnik und Komponenten

Antriebssysteme und Traktionsausrüstung
Signaltechnik und Steuerungssysteme
Wartung und Instandhaltung (Lifecycle-Services)
Drehgestelle und Bremssysteme

Was spricht für CRRC?

Skalenvorteil ohne Vergleich

CRRC bedient einen Heimatmarkt, der größer ist als der gesamte europäische Schienenfahrzeugmarkt. Das chinesische Hochgeschwindigkeitsnetz — das längste der Welt — wurde fast ausschließlich mit CRRC-Zügen ausgestattet. Diese Stückzahlen ermöglichen Kostenstrukturen, die kein europäischer Hersteller erreichen kann.

💡 Für Bahnbetreiber im DACH-Raum wie die Westbahn bedeutet das: vergleichbare Technik zu deutlich niedrigeren Anschaffungskosten — ein Argument, das bei knappen öffentlichen Budgets schwer wiegt

Europäische Fertigung durch Vossloh-Übernahme

Mit dem Kauf von Vossloh Locomotives in Kiel (2020) hat CRRC einen europäischen Produktionsstandort erworben. Damit kann der Konzern Fahrzeuge lokal fertigen, europäische Zulassungsprozesse einfacher durchlaufen und das politisch sensible Thema 'Made in China' umgehen.

💡 Schienenfahrzeuge 'Made in Germany' von einem chinesischen Konzern — ein strategischer Schachzug, der Bedenken bei europäischen Ausschreibungen entschärft

Wien als Europa-Brückenkopf

CRRC hat seine europäische Zentrale in Wien eingerichtet — nahe an den ersten europäischen Kunden (Westbahn) und in einer Stadt, die traditionell als Drehscheibe zwischen West- und Osteuropa fungiert.

💡 Die Wiener Zentrale signalisiert langfristiges Engagement im deutschsprachigen Raum und erleichtert den Dialog mit Bahnbetreibern in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Mehr Informationen über CRRC

Internationale Operationen

Europa

Zentrale: CRRC Europe, Wien, Österreich
Märkte: Österreich — Europa-Zentrale Wien, Westbahn als erster westeuropäischer Fernverkehrskunde, Deutschland — Vossloh Locomotives (Kiel), Hybrid-Rangierloks bei der Deutschen Bahn, Diverse EU-Länder — Stadtbahnen und Metro-Fahrzeuge in osteuropäischen Märkten

Asien-Pazifik

China — Konzernzentrale Beijing, Dutzende Produktionsstandorte landesweit, über 90% Marktanteil bei Schienenfahrzeugen

Amerika

USA — Werke in Springfield (Massachusetts) und Chicago für lokale Nahverkehrsaufträge

Strategische Überlegungen bezüglich CRRC

Politische Sensibilität bei kritischer Infrastruktur

Schienenverkehr ist kritische Infrastruktur. Chinesische Staatskonzerne als Lieferanten für europäische Bahnsysteme werfen Fragen nach technologischer Abhängigkeit, Datensicherheit und geopolitischer Verlässlichkeit auf.

Lösungsansatz:
CRRC setzt auf europäische Zulassungsverfahren, lokale Fertigung in Kiel und Partnerschaften mit etablierten europäischen Zulieferern. Die Westbahn-Erfahrung in Österreich dient als Referenzprojekt für Zuverlässigkeit

Wettbewerbsverzerrung durch staatliche Subventionen

Europäische Hersteller wie Siemens, Alstom und Stadler Rail kritisieren, dass CRRC von massiven staatlichen Subventionen profitiert, die unfaire Preisvorteile bei europäischen Ausschreibungen ermöglichen.

Lösungsansatz:
Die EU prüft Instrumente gegen subventionsgestützte Angebote aus Drittstaaten (Foreign Subsidies Regulation). CRRC argumentiert mit Effizienzgewinnen aus Skalierung statt mit Subventionen

Zulassung und Homologation in Europa zeitaufwändig

Europäische Eisenbahn-Zulassungsverfahren (TSI-Konformität, nationale Zulassungen) sind komplex und können Jahre dauern. Für einen Neueinsteiger wie CRRC ist das eine erhebliche Hürde.

Lösungsansatz:
Die Vossloh-Übernahme bringt europäisches Zulassungs-Know-how ins Haus. Die erfolgreich zugelassenen Westbahn-Züge in Österreich zeigen, dass CRRC die europäischen Prozesse bewältigen kann

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