Lenovo联想集团有限公司
Die Geschichte von Lenovo ist die Geschichte dreier Übernahmen, die jeweils für sich genommen als Sensation galten. Liu Chuanzhi (柳传志), Ingenieur an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, gründete das Unternehmen 1984 unter dem Namen 'Legend' in Beijing — mit zehn Kollegen und 200.000 Yuan Startkapital aus dem Akademie-Budget. Zwei Jahrzehnte später wagte Legend, inzwischen in Lenovo umbenannt, den Schritt, der die Technologiebranche elektrisierte: 2005 kaufte das chinesische Unternehmen IBMs legendäre PC-Sparte für 1,75 Milliarden Dollar — inklusive der ThinkPad-Marke, die für eine ganze Generation von Geschäftsreisenden das Synonym für zuverlässige Laptops war. Es folgten 2011 die Übernahme der deutschen Medion AG und 2014 der Kauf von Motorola Mobility von Google. Heute ist Lenovo der weltgrößte PC-Hersteller und im DACH-Raum fest verankert: Die Lenovo Deutschland GmbH sitzt in Düsseldorf, Medion ist als vollständige Tochter in Essen ansässig, und in Wien und Zürich unterhält der Konzern weitere Niederlassungen.
Von der Akademie zum Weltkonzern: Liu Chuanzhi und zehn Kollegen gründeten 1984 an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften ein Unternehmen namens 'Legend' — mit 200.000 Yuan Startkapital und der Vision, chinesische PCs konkurrenzfähig zu machen
IBM-ThinkPad-Übernahme als Zäsur: 2005 kaufte Lenovo IBMs PC-Sparte für 1,75 Milliarden Dollar und übernahm damit die ThinkPad-Marke — eine der kühnsten Akquisitionen in der chinesischen Wirtschaftsgeschichte
Medion macht Lenovo deutsch: Mit der Übernahme der Essener Medion AG (2011) verdoppelte Lenovo seinen Marktanteil in Deutschland und erwarb tiefe Verwurzelung im deutschsprachigen Einzelhandel
Lenovo Group Limited
Produkte & Services von Lenovo
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Was spricht für Lenovo?
Drei transformative Übernahmen — und die Fähigkeit, sie zu integrieren
IBM PC (2005), Medion (2011), Motorola (2014) — jede dieser Übernahmen wurde von Analysten skeptisch beäugt. Lenovo hat alle drei erfolgreich integriert, die Marken bewahrt und die eigene Marktposition damit fundamental gestärkt. Diese 'Buy and Build'-Strategie ist Lenovos eigentliche Kernkompetenz.
ThinkPad — ein Markenvertrauen, das Geld nicht kaufen kann
Das ThinkPad wurde 1992 von IBM eingeführt und ist seit über drei Jahrzehnten das Arbeitswerkzeug von Ingenieuren, Managern und IT-Abteilungen weltweit. Lenovo hat die Qualitätstradition nach der Übernahme nicht nur bewahrt, sondern konsequent weiterentwickelt.
Medion als DACH-Brückenkopf
Die Übernahme der Essener Medion AG gab Lenovo nicht nur Marktanteile, sondern tiefe Kenntnis des deutschsprachigen Marktes, etablierte Einzelhandelsbeziehungen und eine lokale Fertigung. Medion-Produkte stehen in jedem Aldi und MediaMarkt.
Nachhaltigkeit als echtes Differenzierungsmerkmal
Lenovo gehört zu den am besten bewerteten Technologieunternehmen bei Nachhaltigkeits-Ratings: EcoVadis Platinum (Top 1%), Dow Jones Sustainability Index, Science-Based Targets Initiative. Das Net-Zero-Ziel umfasst die gesamte Wertschöpfungskette bis 2050.
Mehr Informationen über Lenovo
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Strategische Überlegungen bezüglich Lenovo
Intensiver Wettbewerb im schrumpfenden PC-Markt
Der globale PC-Markt zeigt nach dem Pandemie-Boom eine strukturelle Sättigung. HP, Dell, Asus und Apple konkurrieren aggressiv um jeden Prozentpunkt Marktanteil.
Wahrnehmung als Hardware-Unternehmen in einer Software-Welt
Der IT-Markt verschiebt sich zunehmend von Hardware-Verkauf zu Cloud-Services und Software-as-a-Service. Lenovo muss den Wandel vom Geräteverkäufer zum Lösungsanbieter schaffen.
Chinesische Eigentümerschaft bei kritischer IT-Infrastruktur
Lenovo-Server und -PCs stehen in Regierungsbehörden, Banken und kritischer Infrastruktur im DACH-Raum. Die chinesische Eigentümerstruktur (Legend Holdings, teilweise im Besitz der Chinesischen Akademie der Wissenschaften) wirft für manche Kunden Sicherheitsfragen auf.
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Baidu, Inc.
百度股份有限公司
Robin Li (李彦宏) hielt bereits ein US-Patent für einen Algorithmus zur Bewertung von Webseiten über Hyperlink-Analyse — zwei Jahre bevor Larry Page sein PageRank-Patent für Google anmeldete. Li, in Yangquan (Shanxi) geboren, hatte in Peking Informationsmanagement studiert, in Buffalo (New York) Informatik, und danach bei Dow Jones an der Online-Ausgabe des Wall Street Journal gearbeitet. Bei der Suchmaschine Infoseek im Silicon Valley entwickelte er die Bildersuche. Im Jahr 2000, auf dem Höhepunkt des Dotcom-Booms, kehrte er nach China zurück und gründete mit Eric Xu in Beijing die Suchmaschine Baidu — benannt nach einem Gedicht der Song-Dynastie: 'Hunderte Male gesucht in der Menge' (众里寻他千百度). Heute dominiert Baidu die chinesische Internetsuche und hat sich zum führenden KI-Konzern Chinas gewandelt: mit ERNIE, einem der leistungsfähigsten großen Sprachmodelle der Welt, mit PaddlePaddle, Chinas meistgenutztem Deep-Learning-Framework, und mit Apollo Go, dem weltweit größten kommerziellen Robotaxi-Dienst. Für Unternehmen im deutschsprachigen Raum ist Baidu vor allem eines: das Tor zum chinesischen Internet. Wer in China gefunden werden will, kommt an Baidu nicht vorbei.
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网易公司
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