BYD比亚迪股份有限公司
Der Name steht offiziell für 'Build Your Dreams' — doch die Geschichte von BYD begann weit nüchterner. Wang Chuanfu (王传福), aufgewachsen als Waise in der Provinz Anhui, erkannte Mitte der 1990er eine Marktlücke: Japanische Batteriehersteller wechselten auf teurere Lithium-Ionen-Zellen und ließen das Niedrigpreissegment verwaist zurück. 1995 gründete er in Shenzhen eine kleine Batteriefabrik mit 2,5 Millionen Yuan Startkapital. Heute ist BYD der größte Elektrofahrzeughersteller der Welt — und das einzige Automobilunternehmen, das Batteriezellen, Halbleiter, Elektromotoren und das komplette Fahrzeug selbst entwickelt und fertigt. Im deutschsprachigen Raum ist BYD längst angekommen: Elektrobusse fahren in zahlreichen europäischen Städten, ein wachsendes Händlernetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz bringt Modelle wie Atto 3, Seal und Dolphin auf die Straße, und mit dem neuen Werk in Szeged (Ungarn) steht die erste europäische Pkw-Produktion vor dem Start.
Von der Batteriefabrik zum Autogiganten: Wang Chuanfu gründete BYD 1995 als Batteriehersteller, stieg 2003 mit dem Kauf einer kleinen Autofabrik in Shaanxi in die Fahrzeugproduktion ein — und schuf einen der rasantesten Aufstiege der Automobilgeschichte
Vertikale Integration wie kein zweiter: BYD fertigt rund 75% der Fahrzeugkomponenten selbst — Batteriezellen, Halbleiter (über BYD Semiconductor), Elektromotoren, Steuerungselektronik und das Fahrzeug. Kein anderer Automobilhersteller weltweit erreicht diesen Grad an Eigenproduktion
Blade Battery — Sicherheit neu definiert: BYDs LFP-Batterie übersteht den berüchtigten Nagel-Penetrationstest ohne Rauch oder Feuer, bei dem herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus in Flammen aufgehen. Die Technologie kommt komplett ohne Kobalt aus
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Was spricht für BYD?
Vertikale Integration — der entscheidende Kostenvorteil
BYD fertigt rund 75% der Fahrzeugkomponenten selbst: Batteriezellen, Halbleiter, Motoren, Steuerelektronik, Karosserie. Eine UBS-Analyse eines BYD Seal ergab, dass dieser Eigenfertigungsanteil deutlich über dem von Tesla (46% bei in China gefertigten Modellen) liegt.
Blade Battery — koballfrei, sicher, langlebig
BYDs Blade-Batterie nutzt Lithium-Eisenphosphat (LFP) in einer schlanken Klingenform, die die Packdichte im Vergleich zu herkömmlichen LFP-Blöcken um über 50% steigert. Beim Nagel-Penetrationstest — dem härtesten Sicherheitstest der Branche — blieb die Blade Battery bei 30-60°C Oberflächentemperatur, während konventionelle NMC-Zellen über 500°C erreichten und brannten.
Europäische Produktion statt reiner Import
Mit dem Werk in Szeged (Ungarn) baut BYD seine erste europäische Pkw-Fabrik. Das Werk soll Fahrzeuge für den gesamten europäischen Markt fertigen und BYDs Abhängigkeit von Importen aus China reduzieren.
Vom Batteriespezialisten zum Vollsortimenter
Anders als viele Startups, die mit einem einzigen Modell starten, bietet BYD eine komplette Palette: vom kompakten Stadtstromer über Familien-SUVs bis zu Premium-Limousinen, dazu Elektrobusse und Nutzfahrzeuge. Die Grundlage dafür ist die Batteriekompetenz, die das Unternehmen seit 1995 aufgebaut hat.
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Strategische Überlegungen bezüglich BYD
Markenbekanntheit im deutschsprachigen Raum wächst erst
Während BYD in China ein Haushaltsname ist, steht die Marke in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch am Anfang ihres Bekanntheitsaufbaus. Viele Autokäufer kennen BYD noch nicht oder verbinden den Namen nicht automatisch mit Qualität.
Service- und Werkstattnetz noch im Aufbau
Im Vergleich zu VW, BMW oder Toyota verfügt BYD im DACH-Raum noch nicht über ein flächendeckendes Werkstattnetz. Für Käufer außerhalb von Ballungsräumen kann das ein Entscheidungsfaktor sein.
EU-Ausgleichszölle auf chinesische Elektrofahrzeuge
Die EU hat Ausgleichszölle auf aus China importierte Elektrofahrzeuge eingeführt, die den Preisvorteil von BYD teilweise reduzieren und die Wettbewerbssituation beeinflussen.
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Li Shufu (李书福), Bauernsohn aus der Provinz Zhejiang, begann seine Karriere 1982 mit einer Kamera und einem Fotostudio. Es folgten eine Kühlschrankfabrik, ein Dekorationsmaterialbetrieb und eine Motorradfertigung — bevor er 1997 als erster privater Unternehmer Chinas ein Automobil bauen ließ. Heute kontrolliert Geely ein Markenportfolio, das die meisten Verbraucher im deutschsprachigen Raum überraschen dürfte: Volvo Cars (seit 2010), Polestar, Lynk & Co, ZEEKR, Lotus (Mehrheitsbeteiligung), London Electric Vehicle Company — und eine 50/50-Partnerschaft mit Mercedes-Benz für die Marke Smart. Dazu hält Li Shufu 9,69% an der Mercedes-Benz Group und ist damit deren zweitgrößter Aktionär. Wer im DACH-Raum einen Volvo, Polestar oder Smart fährt, fährt de facto ein Geely-Produkt — auch wenn das den wenigsten bewusst ist.
Contemporary Amperex Technology Co. Limited (CATL)
宁德时代新能源科技股份有限公司
Der Name CATL — 宁德时代 — bedeutet wörtlich 'Ningde-Ära', benannt nach der kleinen Küstenstadt in der Provinz Fujian, in der Zeng Yuqun (曾毓群, international Robin Zeng) aufwuchs. Zeng hatte zuvor ATL (Amperex Technology Limited) mitgegründet, einen Batteriehersteller, der ab 2003 die Akkus für Apples iPod lieferte. Als der japanische Konzern TDK ATL 2005 übernahm, blieb Zeng zunächst als Manager. Doch als China seine Elektroauto-Förderpolitik verschärfte und nur inländische Batteriehersteller zuließ, erkannte Zeng die Chance seines Lebens: Er verließ TDK, ging zurück nach Ningde und gründete 2011 CATL als Spin-off der ATL-Fahrzeugbatteriesparte. Innerhalb eines Jahrzehnts wurde CATL zum weltgrößten Hersteller von EV-Batterien — und zum Schlüsselzulieferer von BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen und Tesla. Für den deutschsprachigen Raum ist CATL besonders greifbar: Das Unternehmen betreibt eine Batteriefabrik in Arnstadt (Thüringen), die europäische Zentrale sitzt in München, und praktisch jedes Elektroauto einer DACH-Premiummarke fährt mit CATL-Zellen.
SAIC Motor Corporation Limited
上汽集团
MG ist eine der erfolgreichsten chinesischen Automarken in Europa — und die meisten Käufer wissen es nicht einmal. Hinter dem ikonischen britischen Markenlogo, das seit 1924 für sportliche Roadster steht, steckt seit 2007 der staatliche chinesische Automobilkonzern SAIC Motor. Nach dem Bankrott der MG Rover Group erwarb zunächst Nanjing Automobile 2005 die Marke und das Werk in Longbridge, bevor SAIC 2007 Nanjing Automobile übernahm und MG damit in chinesische Staatshand überging. Heute ist MG in über 80 Ländern vertreten, hat in Europa über eine Million Fahrzeuge ausgeliefert, und gehört mit Modellen wie dem MG4 Electric zu den meistverkauften Elektroautos im deutschsprachigen Raum. Das Besondere: Die britische Markenherkunft schafft ein Vertrauen, das rein chinesischen Marken wie BYD oder NIO erst aufbauen müssen.