Geely浙江吉利控股集团
Li Shufu (李书福), Bauernsohn aus der Provinz Zhejiang, begann seine Karriere 1982 mit einer Kamera und einem Fotostudio. Es folgten eine Kühlschrankfabrik, ein Dekorationsmaterialbetrieb und eine Motorradfertigung — bevor er 1997 als erster privater Unternehmer Chinas ein Automobil bauen ließ. Heute kontrolliert Geely ein Markenportfolio, das die meisten Verbraucher im deutschsprachigen Raum überraschen dürfte: Volvo Cars (seit 2010), Polestar, Lynk & Co, ZEEKR, Lotus (Mehrheitsbeteiligung), London Electric Vehicle Company — und eine 50/50-Partnerschaft mit Mercedes-Benz für die Marke Smart. Dazu hält Li Shufu 9,69% an der Mercedes-Benz Group und ist damit deren zweitgrößter Aktionär. Wer im DACH-Raum einen Volvo, Polestar oder Smart fährt, fährt de facto ein Geely-Produkt — auch wenn das den wenigsten bewusst ist.
Das unsichtbare Imperium: Volvo, Polestar, Lynk & Co, ZEEKR, Lotus, Smart (50/50 mit Mercedes-Benz) und London Electric Vehicle Company gehören alle zu Geely — dazu 9,69% an der Mercedes-Benz Group
Vom Kühlschrank zum Weltkonzern: Li Shufu durchlief Fotostudio, Kühlschrankfabrik und Motorradproduktion, bevor er 1997 als erster privater Autohersteller Chinas sein erstes Fahrzeug baute
Volvo-Übernahme als Meisterstück: 2010 kaufte Geely Volvo Cars für 1,8 Milliarden USD von Ford — und ließ die Schweden danach weitgehend autonom arbeiten. Volvo wurde unter Geely profitabler und innovativer als je zuvor
Zhejiang Geely Holding Group
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Was spricht für Geely?
Das unsichtbare Imperium — Marken, die man kennt, ohne Geely zu kennen
Geelys größte Stärke ist zugleich sein ungewöhnlichstes Merkmal: Die meisten Verbraucher im deutschsprachigen Raum fahren oder kennen Geely-Marken, ohne den Namen Geely je gehört zu haben. Volvo, Polestar, Smart, Lotus — all diese etablierten Namen gehören zum Konzern.
Die Volvo-Erfolgsformel: Kaufen und machen lassen
Als Geely 2010 Volvo für 1,8 Milliarden USD von Ford übernahm, erwarteten viele den Niedergang der schwedischen Marke. Das Gegenteil geschah: Geely investierte massiv, ließ Volvo aber weitgehend autonom operieren. Volvo wurde profitabler und innovativer als in der gesamten Ford-Ära.
Plattform-Ökonomie über Markengrenzen hinweg
Die SEA-Plattform (Sustainable Experience Architecture) bildet die technische Basis für ZEEKR, Smart und künftige Modelle weiterer Konzernmarken. Entwicklungskosten werden geteilt, während jede Marke ihre eigene Designsprache und Positionierung behält.
Mercedes-Benz-Partnerschaft auf Augenhöhe
Mit 9,69% ist Li Shufu zweitgrößter Aktionär der Mercedes-Benz Group. Dazu kommt das 50/50-Joint-Venture für die Marke Smart, bei dem Mercedes das Design und Geely die Technik und Produktion verantwortet.
Mehr Informationen über Geely
Internationale Operationen
Europa
Asien-Pazifik
Amerika
Strategische Überlegungen bezüglich Geely
Komplexität des Markenportfolios
Mit über einem Dutzend Marken ist Geelys Portfolio beeindruckend breit — aber auch komplex. Überschneidungen zwischen ZEEKR, Polestar und elektrifiziertem Volvo sind möglich, und Lynk & Co sucht noch seine klare Positionierung im deutschsprachigen Markt.
Wahrnehmung als 'chinesischer Konzern' hinter europäischen Marken
Wenn bekannt wird, dass der Volvo-Eigentümer ein chinesischer Konzern ist, kann das bei manchen Käufern im DACH-Raum Irritation auslösen — trotz der nachweislich positiven Entwicklung von Volvo unter Geely.
EU-Handelspolitik und Zölle auf chinesische Fahrzeuge
EU-Ausgleichszölle auf chinesische Elektrofahrzeuge betreffen potenziell auch ZEEKR- und Geely-Eigenmarken-Importe, nicht aber in Europa gefertigte Volvo- und Polestar-Modelle.
Zhejiang Geely Holding Group
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