Feng Shui
风水 (Fēngshuǐ)
Feng Shui — ‚Wind und Wasser' — ist die chinesische Lehre davon, wie Lage, Ausrichtung und Anordnung von Gebäuden und Räumen das Leben ihrer Bewohner beeinflussen. Sie entstand aus der Grabwahl und der Stadtplanung des Altertums und bestimmt in Hongkong und Taiwan bis heute Bauentscheidungen. Im deutschsprachigen Raum ist ‚Feng Shui' zur Einrichtungsberatung geworden; diese Seite erklärt, was die Lehre in China ist, was Praktiker prüfen, und wo der Aberglaube beginnt.
Traditionelle Praktiken
Kulturelle Bedeutung:
Die älteste Schule, ursprünglich für die Wahl von Grabstätten und Hauptstädten
Praxis:
Das ideale ‚Sessel'-Modell: Schutz hinten (Schildkröte), offener Blick vorn (Phönix), flankierende Hügel (Drache und Tiger)
Regionale Varianten:
Beijing wurde nach diesen Prinzipien angelegt — Berge im Norden, Wasser im Süden
Kulturelle Bedeutung:
Ordnet Räumen und Richtungen Lebensbereiche zu (Bagua)
Praxis:
Der Praktiker misst die Ausrichtung der Haustür und berechnet günstige und ungünstige Sektoren
Moderne Anpassungen:
Grundlage der meisten Beratungen im Westen, oft stark vereinfacht
Kulturelle Bedeutung:
Erklärt die Abneigung gegen Tür-Fenster-Fluchten, lange gerade Flure und Treppen zur Haustür
Praxis:
Windschirme, Paravents und versetzte Eingänge lenken das Qi; Spiegel lenken es um
Moderne Anpassungen:
Viele Regeln decken sich mit Behaglichkeit: kein Bett mit Blick auf die Tür, kein Rücken zur Tür am Schreibtisch
Kulturelle Bedeutung:
Wirtschaftlich relevant: Gutachten sind Teil der Bauvorbereitung, Verstöße können Mieter abschrecken
Praxis:
Bekannt sind der Durchbruch im Repulse-Bay-Gebäude (‚Drachentor') und die Kantenrichtung der Bank of China Tower
Moderne Anpassungen:
Auch Wohnungskäufer in Hongkong und Singapur zahlen Aufschläge für Lage und Stockwerk
Kulturelle Bedeutung:
Populär als Ordnungs- und Wohlfühlmethode, oft ohne Bezug zur chinesischen Kosmologie
Praxis:
Berater kombinieren Kompassschule mit westlicher Innenarchitektur; Ausbildungen sind nicht geregelt
Moderne Anpassungen:
In China selbst gilt das Thema als Grauzone: Beratung ist üblich, Werbung dafür eingeschränkt
Etikette-Leitfaden
- Feng Shui als kulturelle Praxis ernst nehmen, wenn chinesische Partner Bauten oder Büros danach beurteilen
- Bei Büroplanung für chinesische Mitarbeiter auf Sitzposition mit Rücken zur Wand achten
- Eingänge frei und hell halten — das gilt in jeder Kultur als einladend
- Bei Geschäftsräumen in Hongkong ein Gutachten einplanen, wenn Mieter es erwarten
- Feng Shui als Wissenschaft darstellen — es ist eine Tradition, keine belegte Wirkung
- Bettkopf unter ein Fenster oder gegenüber der Tür stellen, wenn Gäste aus China übernachten
- Spiegel gegenüber dem Bett anbringen
- Die Zahl 4 in Etagen- oder Zimmernummern ignorieren, wenn Gebäude auf chinesische Kunden zielen
Kulturelle Symbolik
Die vier Himmelsrichtungen Norden, Süden, Osten, Westen
Das Modell der idealen Lage: Schutz hinten, Weite vorn
Acht Trigramme, acht Lebensbereiche und Richtungen
Grundriss-Analyse; Bagua-Spiegel über Türen zur Abwehr
Wohlstand und Fluss — ‚Wasser bringt Geld'
Brunnen und Aquarien im Eingangsbereich von Geschäften
Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser in Erzeugungs- und Kontrollzyklus
Farb- und Materialwahl für Räume
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