Song-Dynastie
宋朝 (Sòng Cháo)
Gegründet von Kaiser Taizu (Zhao Kuangyin, 宋太祖)
Überblick & Bedeutung
Die Song waren militärisch die schwächste, wirtschaftlich und technisch aber die fortschrittlichste Dynastie Chinas. Papiergeld, Kompass, Letterndruck und Schießpulverwaffen entstanden oder reiften hier; Städte wie Kaifeng und Hangzhou hatten keine Entsprechung in der Welt. Der Neokonfuzianismus des Zhu Xi bestimmte die Prüfungen und das Denken Ostasiens bis ins 20. Jahrhundert.
Wichtige Kaiser
- Beendete die Zeit der Fünf Dynastien und einte den Süden
- Entmachtete die Generäle beim legendären ‚Weinbankett' und stellte das Militär unter zivile Kontrolle
- Machte die Beamtenprüfung zur eigentlichen Elite-Auslese
- Bedeutender Maler und Kalligraf (‚Schlanke-Gold-Schrift'), Förderer der Hofakademie
- Vernachlässigte die Verteidigung; geriet 1127 in Gefangenschaft der Jurchen
- Rettete die Dynastie nach dem Fall Kaifengs in den Süden
- Machte Hangzhou zur Hauptstadt und schloss Frieden mit den Jin
Zeitleiste
Auswirkung: Ende der Fünf Dynastien; ein geeintes China unter ziviler Führung
Auswirkung: Jahrzehnte Frieden im Norden, erkauft mit jährlichen Zahlungen in Silber und Seide
Auswirkung: Löste das Problem der schweren Kupfermünzen im Fernhandel
Auswirkung: Spaltete die Beamtenschaft in Reformer und Konservative um Sima Guang
Auswirkung: Der Hof flieht nach Süden; Hangzhou wird Hauptstadt der Südlichen Song
Auswirkung: Yue Fei wird zum Nationalhelden der Loyalität, Kanzler Qin Hui zum Verräter
Auswirkung: Der letzte Kindkaiser stirbt im Meer; ganz China unter mongolischer Herrschaft
Errungenschaften
- Beweglicher Letterndruck des Bi Sheng (um 1040)
- Kompass in der Seefahrt, erstmals um 1100 beschrieben
- Schießpulverwaffen: Feuerlanzen, Bomben, frühe Raketen
- Shen Kuos ‚Pinselnotizen vom Traumbach' als enzyklopädisches Wissenschaftswerk
- Erstes staatliches Papiergeld der Welt (Jiaozi, 1024)
- Städte mit über einer Million Einwohnern, Nachtmärkte, Gasthäuser, Teehäuser
- Überseehandel über Quanzhou und Guangzhou bis nach Arabien und Ostafrika
- Eisenproduktion und Kohle in vorindustriellem Maßstab
- Neokonfuzianismus: Zhu Xi (1130–1200) systematisiert die Lehre, die bis 1905 Prüfungsstoff bleibt
- Historiografie: Sima Guangs ‚Zizhi Tongjian' als umfassende Geschichte Chinas
- Landschaftsmalerei als höchste Kunstform (Fan Kuan, Guo Xi, Ma Yuan)
- Ci-Lyrik: Su Shi, Li Qingzhao
- Seladon- und Ru-Keramik als Höhepunkt der Töpferkunst
- Bildrolle ‚Qingming-Rolle' als Panorama des Stadtlebens in Kaifeng
- Zivilbeamte über Militär: das Prinzip, das China bis 1911 prägte
- Reformen des Wang Anshi (ab 1069) mit staatlichen Krediten und Preisregulierung
- Kaiserliche Hofakademie für Malerei
Artefakte & Archäologische Funde
Bedeutung: Wichtigste Bildquelle für das Stadtleben des mittelalterlichen China
Bedeutung: Weniger als hundert erhaltene Stücke; die begehrteste Keramik Chinas
Bedeutung: Beginn des Papiergelds, mehr als sechs Jahrhunderte vor Europa
Niedergang der Dynastie
Die Song setzten auf Zivilverwaltung und bezahlten Frieden, während im Norden erst die Kitan, dann die Jurchen und schließlich die Mongolen erstarkten. Nach dem Verlust des Nordens 1127 hielt sich das Reich im Süden noch anderthalb Jahrhunderte, bis Kublai Khans Armeen 1276 Hangzhou einnahmen und 1279 die letzte Flotte bei Yamen vernichteten.
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