Yuan-Dynastie
元朝 (Yuán Cháo)
Gegründet von Kublai Khan (Kaiser Shizu, 元世祖)
Überblick & Bedeutung
Die Yuan brachten China erstmals ganz unter Fremdherrschaft und zugleich in ein Weltreich, das von Korea bis Ungarn reichte. Beijing wurde unter ihnen zur Hauptstadt, das Blau-Weiß-Porzellan zum Exportgut, das Theater zur großen Literaturform. Die Erfahrung, dass ein Steppenvolk das Reich regieren konnte, wiederholte sich drei Jahrhunderte später mit den Mandschu.
Wichtige Kaiser
- Enkel Dschingis Khans; vollendete die Eroberung Chinas und nahm 1271 den chinesischen Dynastienamen Yuan an
- Baute Dadu — das heutige Beijing — als Hauptstadt nach chinesischem Vorbild
- Verlängerte den Kaiserkanal bis Dadu und richtete ein reichsweites Poststationennetz ein
- Zwei gescheiterte Invasionen Japans (1274, 1281)
- Letzter Yuan-Kaiser in China; verlor das Reich an die Aufstände der Roten Turbane
- Floh 1368 in die Mongolei, wo die Dynastie als Nördliche Yuan fortbestand
Zeitleiste
Auswirkung: Innerhalb von zwei Generationen fallen Zentralasien, Persien, Russland und Nordchina
Auswirkung: Vier Jahrzehnte Krieg gegen die Südlichen Song beginnen
Auswirkung: Der Mongolenherrscher tritt als chinesischer Kaiser auf
Auswirkung: Erstmals seit der Tang ist China wieder vereint — unter fremden Herrschern
Auswirkung: ‚Il Milione' prägt bis zu den Jesuiten das europäische Chinabild
Auswirkung: Hochwasser, Hungersnöte und Inflation entladen sich in Aufständen im ganzen Süden
Auswirkung: Gründung der Ming; die Mongolen bleiben als Nördliche Yuan ein Machtfaktor
Errungenschaften
- Erstmals ganz China unter fremder Herrschaft, eingebunden in das mongolische Weltreich
- Vierklassen-Ordnung: Mongolen, Westasiaten (‚Semu'), Nordchinesen, Südchinesen
- Provinzeinteilung, die in Grundzügen bis heute gilt
- Pax Mongolica: sichere Handelswege von China bis ans Schwarze Meer
- Papiergeld als einziges gesetzliches Zahlungsmittel — und seine Inflation
- Kaiserkanal verlängert, Seetransport von Getreide nach Dadu
- Zaju-Theater: Guan Hanqing, Wang Shifu (‚Die Geschichte vom Westzimmer')
- Blau-Weiß-Porzellan aus Jingdezhen mit persischem Kobalt für den Export
- Literatenmalerei der ‚Vier Meister der Yuan' als Rückzug in die Kunst
- Marco Polos Bericht prägt Europas Bild von China für Jahrhunderte
- Guo Shoujings Kalenderreform mit einem Jahr von 365,2425 Tagen
- Astronomische Instrumente und Observatorien in Dadu und Dengfeng
- Verbreitung der Baumwolle als Textilfaser (Huang Daopo)
- Tibetischer Buddhismus als Hofreligion, Phagpa als Reichslehrer
- Toleranz gegenüber Islam, Christentum und Daoismus
Artefakte & Archäologische Funde
Bedeutung: Fixpunkt für die Datierung des frühen Blau-Weiß-Porzellans
Bedeutung: Ältestes erhaltenes Observatorium Chinas, UNESCO-Welterbe
Bedeutung: UNESCO-Welterbe; durch Coleridges Gedicht ‚Kubla Khan' zum Sinnbild des Fernen Ostens geworden
Niedergang der Dynastie
Papiergeldinflation, Dammbrüche am Gelben Fluss, Hungersnöte und die Diskriminierung der Han-Chinesen nährten den Aufstand der Roten Turbane. Aus ihm stieg der ehemalige Bettelmönch Zhu Yuanzhang auf, der 1368 Dadu einnahm und die Ming gründete.
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