Tang-Dynastie
唐朝 (Táng Cháo)
Gegründet von Kaiser Gaozu (Li Yuan, 唐高祖)
Überblick & Bedeutung
Die Tang sind das Goldene Zeitalter, auf das sich China bis heute beruft: Chinesen im Ausland nennen sich ‚Tang-Menschen', Chinatowns heißen ‚Tang-Straßen'. Die Dichtung von Li Bai und Du Fu, die Weltoffenheit von Chang'an, der Blockdruck und die Beamtenprüfung als Aufstiegsweg prägten Ostasien weit über China hinaus — Japans Hauptstadt Kyōto wurde nach dem Plan von Chang'an angelegt.
Wichtige Kaiser
- Sicherte die Nordgrenze durch den Sieg über die Östlichen Türken
- Regierte mit einem Kreis kritischer Berater — sein Ratgeber Wei Zheng wurde zum Vorbild des aufrechten Beamten
- Seine Regierungszeit (‚Zhenguan') gilt als Maßstab guter Herrschaft
- Einzige Frau der chinesischen Geschichte, die den Kaisertitel führte
- Baute die Beamtenprüfung aus und brach die Macht der alten Adelsclans
- Förderte den Buddhismus als Stütze ihrer Herrschaft (Longmen-Grotten)
- Höhepunkt von Wohlstand und Kultur; Chang'an war die größte Stadt der Welt
- Gründete die Hofakademie für Musik und Tanz (‚Birnengarten')
- Sein Vertrauen in den General An Lushan führte in die Katastrophe von 755
Zeitleiste
Auswirkung: Übernahme des geeinten Reichs der Sui ohne neue Teilung
Auswirkung: Der fähigste Sohn übernimmt; seine Regierung wird zum Vorbild für Jahrhunderte
Auswirkung: Übersetzung Hunderter Sutras; die Reise wird zur Vorlage des Romans ‚Die Reise in den Westen'
Auswirkung: Unterbrechung der Tang um 15 Jahre; die Dynastie wird 705 wiederhergestellt
Auswirkung: Der Überlieferung nach gelangte über Kriegsgefangene die Papierherstellung in die islamische Welt
Auswirkung: Chang'an fällt zeitweise, Millionen sterben oder fliehen; die Zentralmacht erholt sich nie mehr ganz
Auswirkung: Schwächt den Buddhismus als Institution dauerhaft, der Chan-Buddhismus überlebt
Auswirkung: Beginn der Fünf Dynastien und Zehn Reiche — ein halbes Jahrhundert Teilung
Errungenschaften
- Goldenes Zeitalter der Dichtung: Li Bai, Du Fu, Wang Wei, Bai Juyi
- Der Mönch Xuanzang bringt buddhistische Schriften aus Indien und übersetzt sie
- Chang'an als Weltstadt mit Händlern, Mönchen und Gesandten aus ganz Asien
- Kalligrafie der Regelschrift erreicht mit Yan Zhenqing ihren klassischen Stand
- Beamtenprüfung wird zum Hauptweg in den Staatsdienst
- Gesetzeskodex der Tang als Vorbild für Japan, Korea und Vietnam
- Kontrolle der Seidenstraße bis nach Zentralasien
- Blockdruck: das Diamant-Sutra von 868 ist das älteste datierte gedruckte Buch
- Frühe Rezepte für Schießpulver in daoistischen Alchemietexten
- Sancai-Keramik mit dreifarbiger Glasur
- Teekultur breitet sich aus; Lu Yu schreibt den ‚Klassiker des Tees'
- Handelsniederlassungen fremder Kaufleute in Guangzhou und Yangzhou
- Erste Wechselbriefe (‚fliegendes Geld') für den Fernhandel
- Buddhismus auf dem Höhepunkt, Chan-Schule (Zen) entsteht
- Nestorianisches Christentum, Islam und Zoroastrismus in Chang'an vertreten
- Verfolgung des Buddhismus 845 bricht die wirtschaftliche Macht der Klöster
Artefakte & Archäologische Funde
Bedeutung: Ältestes datiertes gedrucktes Buch der Welt — Jahrhunderte vor Gutenberg
Bedeutung: Zeigt den Alltag der Seidenstraße und die Fremden in Chang'an
Bedeutung: UNESCO-Welterbe; Höhepunkt der buddhistischen Bildhauerei in China
Niedergang der Dynastie
Nach dem An-Lushan-Aufstand verselbständigten sich die Militärgouverneure der Provinzen, der Hof geriet unter die Kontrolle von Eunuchen, und der Bauernaufstand des Huang Chao (875–884) verwüstete das Reich bis nach Guangzhou. 907 setzte einer der Aufständischen, Zhu Wen, den letzten Kaiser ab.
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