Bootsfahrt zum Huashan
Boote fahren von Ningming auf dem Ming-Fluss durch das Karsttal zur Bildwand; am Fuß des Felsens führt ein Steg zur Aussichtsplattform.
Historische Stätte · Guangxi
Zuǒjiāng Huāshān Yánhuà
Hoch über dem Fluss tanzen hunderte rote Gestalten mit erhobenen Armen über eine senkrechte Felswand: Die Bilder von Huashan sind das Vermächtnis eines Volkes, das keine Schrift hinterließ.
Die größte und dichteste Bildwand: Über eine weite, überhängende Felswand verteilen sich Menschen, Tiere und Symbole in rotem Ocker.
Die meisten Menschen stehen frontal mit gespreizten Beinen und erhobenen Armen, wie hockende Frösche – vermutlich Tänzer bei einem Ritual.
Einzelne, deutlich größere Gestalten mit Schwert oder Kopfschmuck stehen im Zentrum von Gruppen, wohl Anführer oder Ritualmeister.
Kreise mit Sternmitte deuten Bronzetrommeln an, daneben erkennt man Hunde. Die Motive verbinden die Bilder mit der Bronzekultur des Südens.
Die Bilder liegen meist an Flussbiegungen, auf steilen Wänden gegenüber flachen Ufern. Fluss, Berg und Bild bilden zusammen das Welterbe.
Boote fahren von Ningming auf dem Ming-Fluss durch das Karsttal zur Bildwand; am Fuß des Felsens führt ein Steg zur Aussichtsplattform.
Weitere, kleinere Bildstellen liegen an den Schleifen des Zuo-Flusses. Einheimische Bootsleute und Touren fahren einzelne Stellen an.
春Frühling
Mild und oft dunstig; der Fluss ist ruhig. Um das Sanyuesan-Fest finden in der Region Liedertreffen der Zhuang statt.
夏Sommer
Heiß und regenreich, der Fluss schwillt an. Bei Hochwasser können Bootsfahrten ausfallen.
秋Herbst
Klar und trockener, gutes Licht auf der Bildwand am Nachmittag. Die angenehmste Reisezeit.
冬Winter
Mild und ruhig, niedriger Wasserstand. Wenige Besucher, gute Sicht auf die Wände.
Die Bilder sitzen an überhängenden Kalkwänden, die vor Regen schützen. Kalksinter hat die Farbe teils überzogen und so bewahrt.
In den Karstbergen um Chongzuo lebt eine seltene Affenart mit weißem Kopf, die hier in einem Schutzgebiet beobachtet werden kann.
Grüne Flüsse schlängeln sich zwischen Karstkegeln und Zuckerrohrfeldern. An ihren Prallhängen ragen helle Wände steil aus dem Wasser.
5.–3. Jh. v. Chr.Zeit der Streitenden Reiche
Die Luoyue, ein Volk des Südens mit Reisbau und Bronzeguss, begannen die Wände zu bemalen – wohl für Rituale an Fluss und Fels.
111 v. Chr.Westliche Han
Das Gebiet wurde in das Han-Reich eingegliedert. Die Tradition der Felsbilder lebte zunächst weiter.
1.–2. Jh.Östliche Han
Die jüngsten Bilder entstanden. Danach brach die Tradition ab; die Bronzetrommel blieb bei den Zhuang bis heute erhalten.
德天瀑布
Der Kaskadenfall im Kreis Daxin liegt im selben Stadtgebiet und lässt sich mit den Felsbildern zu einer Rundreise verbinden.
广西民族博物馆
In Nanning zeigt das Museum Bronzetrommeln und erklärt die Kulturen, auf die die Felsbilder zurückgehen.
Die auf den Wänden dargestellten Trommeln werden bei den Zhuang bis heute zu Festen geschlagen – eine seltene Verbindung von Vorzeit und Gegenwart.
Die Maler mischten roten Eisenocker mit einem Bindemittel und trugen ihn an kaum erreichbaren Stellen auf. Wie sie dorthin gelangten, ist bis heute unklar.
Man liest die Bilder als Opferfeste für Fluss- und Ahnengeister, als Regenzauber oder als Gebete um sichere Überfahrt. Eine gesicherte Deutung gibt es nicht.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen
| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 岩画 | yánhuà | Felsbild |
| 花山 | Huāshān | „Bemalter Berg“ |
| 左江 | Zuǒ Jiāng | Zuo-Fluss |
| 明江 | Míng Jiāng | Ming-Fluss |
| 骆越 | Luòyuè | antikes Volk des Südens |
| 铜鼓 | tónggǔ | Bronzetrommel |
| 宁明 | Níngmíng | Kreis Ningming |
Nach heutiger Forschung die Luoyue, ein Volk des antiken Südchina, das Reis anbaute und Bronzetrommeln goss. Sie gelten als Vorfahren der Zhuang.
Sie entstanden über mehrere Jahrhunderte, etwa vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis ins 2. Jahrhundert n. Chr.
Am Huashan legt das Boot an einem Steg am Fuß der Wand an; von dort betrachtet man die Bilder aus einiger Entfernung. Die Wand selbst ist nicht zugänglich.
„Bemalter Berg“ – in der Sprache der Zhuang wurde der Fels nach seinen Bildern benannt, das chinesische Wort 花 steht hier für „bunt, gemustert“.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
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