Jackie Chan
成龙 (Chéng Lóng)
Jackie Chan (geb. 1954) machte aus dem Kung-Fu-Film eine Komödie mit lebensgefährlichen Stunts, die er selbst ausführte. „Drunken Master“ (1978) und „Police Story“ (1985) begründeten seinen Stil, „Rush Hour“ (1998) machte ihn in Hollywood zum Star; 2016 erhielt er den Ehrenoscar für sein Lebenswerk.
Zehn Jahre Opernschule
Jackie Chan, geboren 1954 in Hongkong als Chan Kong-sang, wurde mit sieben Jahren in die China Drama Academy gegeben, eine Peking-Opern-Schule unter Meister Yu Jim-yuen, in der Kinder mit Drill Akrobatik, Kampfkunst, Gesang und Schauspiel lernten. Mit Sammo Hung und Yuen Biao bildete er dort die „Sieben kleinen Glücksbringer“; die drei arbeiteten später jahrzehntelang zusammen. Als Stuntman stand er in Bruce-Lee-Filmen vor der Kamera, bevor er selbst Hauptrollen bekam.
Der komische Kämpfer
Nach Bruce Lees Tod suchte die Branche einen Nachfolger; Chan wurde das Gegenteil. In „Snake in the Eagle's Shadow“ und „Drunken Master“ (beide 1978, Regie Yuen Woo-ping) spielte er einen Tollpatsch, der die Kampfkunst als Slapstick betreibt, und traf den Nerv des Publikums. Mit „Police Story“ (1985), das er selbst inszenierte, verlegte er den Stil in die Gegenwart: Verfolgungsjagden durch Hongkong, Stürze durch Glasdächer, ein Sprung an einer Lichterkette durch ein Kaufhaus – gedreht ohne Doubles, mit Verletzungen, die im Abspann gezeigt wurden.
Hollywood und die zweite Karriere
Zwei Anläufe in den USA scheiterten in den 1980er-Jahren; erst „Rumble in the Bronx“ (1995) und „Rush Hour“ (1998) mit Chris Tucker machten ihn dort zum Kassenstar, gefolgt von „Shanghai Noon“ und den Fortsetzungen. In China drehte er ab den 2000er-Jahren Historien- und Actionfilme, spielte in „Karate Kid“ (2010) den Lehrer und lieh in Zeichentrickfilmen Figuren seine Stimme. Die Academy ehrte ihn 2016 mit dem Ehrenoscar für sein Lebenswerk – als ersten Schauspieler aus Hongkong.
Jackie Chan im deutschsprachigen Raum
Chans Filme liefen seit den 1980er-Jahren in deutschen, österreichischen und Schweizer Kinos und Videotheken, häufig unter frei erfundenen Titeln, die den Kampfkunstfilm der Zeit kennzeichnen; die Synchronisation prägte über Jahrzehnte eine feste Stimme. Mit „Rush Hour“ wurde er auch hier Mainstream. Für die Kampfkunstszene im deutschsprachigen Raum ist Chan der Beweis, dass Kung-Fu-Kino mit Humor funktioniert – und der Grund, warum viele in den 1990er-Jahren ein Training begannen.
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