Jet Li
李连杰 (Lǐ Liánjié)
Jet Li (geb. 1963) war fünfmal chinesischer Wushu-Meister, bevor er mit 19 Jahren in „Das Shaolin-Kloster“ (1982) zum Filmstar wurde. Als Wong Fei-hung in „Once Upon a Time in China“ (1991) und als namenloser Held in Zhang Yimous „Hero“ (2002) wurde er zum Gesicht des Kampfkunstfilms seiner Generation.
Wushu-Meister mit acht Jahren Training
Jet Li begann mit acht Jahren in Peking mit dem Wushu-Training, der sportlichen Form der chinesischen Kampfkunst, und gewann von 1974 bis 1979 fünfmal in Folge die nationale Meisterschaft. Als Elfjähriger trat er mit einer Vorführgruppe vor dem amerikanischen Präsidenten Nixon auf. Der Film „Das Shaolin-Kloster“ (1982), der erste große Kampfkunstfilm aus der Volksrepublik, machte ihn in ganz Ostasien bekannt und löste einen Ansturm auf die Shaolin-Klöster aus.
Wong Fei-hung und das Hongkong-Kino
In Hongkong spielte Li ab 1991 in Tsui Harks „Once Upon a Time in China“ den Volkshelden Wong Fei-hung, den Arzt und Kampfkünstler aus Foshan – eine Reihe von sechs Filmen, die den Kostüm-Kampfkunstfilm der 1990er-Jahre prägten. Es folgten „Fist of Legend“ (1994), eine Neufassung von Bruce Lees „Fist of Fury“, und Dutzende Genrefilme, in denen Lis Präzision und Schnelligkeit den Unterschied zu den Komödien Jackie Chans markierten.
Hero, Fearless und Hollywood
1998 ging Li mit „Lethal Weapon 4“ nach Hollywood; „Romeo Must Die“ (2000) und „Kiss of the Dragon“ folgten. Sein wichtigster Film der Zeit entstand aber in China: In Zhang Yimous „Hero“ (2002) spielte er den namenlosen Attentäter, der dem ersten Kaiser gegenübertritt – ein weltweiter Erfolg. „Fearless“ (2006) über den Kampfkünstler Huo Yuanjia erklärte er zu seinem letzten klassischen Kampfkunstfilm. 2007 gründete er die Wohltätigkeitsorganisation One Foundation; er lebt seit den 2000er-Jahren als Staatsbürger Singapurs.
Jet Li im deutschsprachigen Raum
„Das Shaolin-Kloster“ und die „Once Upon a Time in China“-Reihe erreichten das deutschsprachige Publikum über Videotheken und Fernsehsender; „Hero“ lief 2003 im Kino und ist neben „Tiger and Dragon“ der bekannteste Kampfkunstfilm der 2000er-Jahre im deutschsprachigen Raum. In Wushu- und Kung-Fu-Schulen zwischen Hamburg und Zürich gilt Li als Vorbild für die sportliche, wettkampforientierte Seite der Kampfkunst.
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