Personen mit China-Bezug
Persönlichkeiten aus China, Sinologen, Wissenschaftler, Künstler und Experten
Unternehmerinnen und Unternehmer
Ding Lei
丁磊
Ding Lei, der 'Pate des Online-Gamings' in China, wurde 2003 als erster Internet-Milliardär Chinas Geschichte. Nach seinem Telekommunikationsstudium arbeitete er zunächst bei China Telecom, bevor er 1994 das Internet entdeckte und seine Berufung fand. 1997 gründete er NetEase als kostenloses E-Mail-Portal für Chinas Bevölkerung - eine Revolution in einem Land mit begrenztem Internetzugang. Mit Chinas erster Suchmaschine, Online-Auktionsplattform und Community schuf er viele Internet-Pionierleistungen. Der Durchbruch kam mit Online-Gaming: NetEase wurde zu Chinas führendem Spieleentwickler und brachte World of Warcraft nach China. Heute umfasst sein digitales Imperium neben Gaming auch NetEase Cloud Music und sogar nachhaltige Schweinezucht - ein Symbol für seine vielfältigen Geschäftsinteressen.
He Xiangjian
何享健
He Xiangjian baute aus einer 5.000-Yuan-Flaschenverschluss-Werkstatt in Foshan 1968 den weltgrößten Hausgerätehersteller auf. Der Schulabbrecher gründete mit 23 Dorfbewohnern ein kleines Kunststoffunternehmen, das sich zunächst auf Möbel und dann auf Elektrogeräte spezialisierte. 1973 produzierte Midea seine erste Klimaanlage - das Kernprodukt, das das Unternehmen zum Fortune-500-Konzern machte. He demonstrierte bemerkenswerte Weitsicht, als er 2012 das Unternehmen an familienexterne Manager übergab und damit eine seltene Professionalisierung chinesischer Familienunternehmen vollzog. Mit seiner Stiftung für 6 Milliarden Yuan fördert er Gemeindeentwicklung und Altenpflege, während sein Tadao Ando-designtes He Art Museum internationale Anerkennung erhielt.
Isabel Wiedenroth
Deutsche Unternehmerin und Autorin, geboren 1965 in Taipei und aufgewachsen in Wuppertal. Nach dem Studium der Ostasienwissenschaften an der Universität Köln und International Management an der FernUniversität Hagen sammelte sie über 30 Jahre Berufserfahrung für deutsche Unternehmen im Greater-China-Kontext, davon über zwölf Jahre lebend in Shanghai. Als Hauptgeschäftsführerin und Initiatorin von SinoGermanTrade (SGT) positioniert sie sich als Brückenbauerin zwischen Märkten und Kulturen. Ihr Coaching-Programm und Buch 'Partnerschaft statt Deal' propagieren strategische, langfristig tragfähige Kooperationen mit asiatischen Partnern anstelle reiner Transaktionen. Mit innovativen Tools wie dem 'Strategic Partnership Canvas' und tiefgreifender interkultureller Expertise aus drei Jahrzehnten China-Praxis unterstützt sie Unternehmen beim Aufbau nachhaltiger deutsch-asiatischer Partnerschaften.
Jack Ma
马云
Jack Ma gründete 1999 Alibaba aus seiner Wohnung in Hangzhou mit 17 Freunden und verwandelte es in eines der größten E-Commerce-Imperien der Welt. Der ehemalige Englischlehrer, der dreimal die Universitätsprüfung nicht bestand und zehnmal von Harvard abgelehnt wurde, bewies außergewöhnliche Beharrlichkeit. Ohne technische Kenntnisse - er schrieb nie eine Zeile Code - baute er durch Vision und Führungsstärke ein Unternehmen auf, das 2014 den damals größten Börsengang der Geschichte hinlegte. Ma prägte mit Taobao, Alipay und anderen Plattformen die digitale Transformation Chinas und ist heute als Philanthrop in Bildung und Umweltschutz aktiv.
James Liang
梁建章
James Liang (Liang Jianzhang) ist eine der ungewöhnlichsten Doppelbegabungen der chinesischen Wirtschaft: Mitgründer und Executive Chairman der Trip.com Group — und zugleich einer der einflussreichsten Demografie-Ökonomen des Landes. Das Informatik-Wunderkind studierte bereits als Teenager am Georgia Institute of Technology und arbeitete anschließend bei Oracle im Silicon Valley, bevor er 1999 in Shanghai mit drei Partnern Ctrip gründete und das Unternehmen als CEO an die NASDAQ führte. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs zog er sich zurück und promovierte in Stanford in Ökonomie — mit einer Arbeit über den Zusammenhang von Demografie und Innovationskraft. Als Professor an der Peking-Universität wurde Liang zum prominentesten Kritiker der Ein-Kind-Politik; seine Bücher und Kampagnen gelten als einflussreich für deren Ende 2015 und für Chinas heutige Geburtenförderung. 2013 kehrte er als CEO zu Ctrip zurück, wehrte die damals übermächtige Konkurrenz ab und formte durch Fusionen (u. a. mit Qunar) den heutigen Weltkonzern; seit 2016 führt er den Verwaltungsrat, das operative Geschäft übergab er an Jane Sun.
Jane Sun
孙洁
Jane Sun (Sun Jie) führt als CEO die Trip.com Group, Chinas größten Online-Reisekonzern — und ist damit eine der wenigen Frauen an der Spitze eines chinesischen Tech-Konzerns dieser Größenordnung. Nach einem Wirtschaftsstudium in den USA und Stationen im Finanzwesen, unter anderem bei der Wirtschaftsprüfung KPMG im Silicon Valley, kam sie 2005 als Finanzchefin zu Ctrip. Über die Stationen COO und Co-Präsidentin übernahm sie 2016 den Chefposten und baute das Unternehmen vom chinesischen Marktführer zum globalen Reisekonzern mit den Marken Ctrip, Trip.com, Qunar und Skyscanner aus. International bekannt ist Sun auch für ihre Personalpolitik: Trip.com gilt in Chinas Tech-Branche als Vorreiter bei der Förderung von Frauen — vom Firmen-Shuttlebus für Schwangere bis zur Kostenübernahme fürs Einfrieren von Eizellen — und führte als einer der ersten großen Konzerne Chinas hybrides Arbeiten ein. Das Magazin Fortune zählt sie regelmäßig zu den mächtigsten Frauen der Weltwirtschaft (zuletzt 2025).
Lei Jun
雷军
Lei Jun studierte Informatik an der Universität Wuhan, führte den Softwarekonzern Kingsoft zum Börsengang und wurde danach zu einem der erfolgreichsten Angel-Investoren Chinas. 2010 gründete er Xiaomi auf eine Weise, die in der Branche niemand erwartet hatte: nicht mit einem Smartphone, sondern mit einem Betriebssystem (MIUI), das er gemeinsam mit 100 Nutzern in einem Forum entwickelte — morgens Bug-Report, abends Fix. Erst als die Community stand, kam das erste Telefon, verkauft ausschließlich online zum halben Branchenpreis. Dieses Modell stellte die Smartphone-Industrie auf den Kopf. Heute umfasst das Xiaomi-Ökosystem Smartphones, Smart-Home-Geräte, Wearables und sogar Elektroautos. Mit dem SU7 wagte Lei den Sprung in die Automobilindustrie — und erzielte bereits im ersten vollen Produktionsjahr sechsstellige Auslieferungen.
Li Ka-shing
李嘉誠
Der als 'Superman' bekannte Hongkonger Geschäftsmagnat baute aus bescheidenen Anfängen ein Wirtschaftsimperium im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar auf. Als erster Chinese, der ein großes britisches Handelsunternehmen erwarb, revolutionierte er die Geschäftswelt Asiens. Seine Investitionen spannen von Immobilien über Technologie bis hin zu Utilities, während seine Stiftung zu den größten philanthropischen Organisationen Asiens zählt.
LI Yanni
李燕妮
LI Yanni ist Vorsitzende der Vereinigung Chinesischer Unternehmen in Österreich (VCUÖe) und vertritt die ICBC Austria Bank GmbH. Als führende Persönlichkeit in der chinesischen Wirtschaftsgemeinschaft in Österreich spielt sie eine zentrale Rolle in der Förderung bilateraler Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Österreich.
Liu Qiangdong
刘强东
Liu Qiangdong verwandelte einen 4-Quadratmeter-Stand in Pekings Elektronikviertel Zhongguancun in einen der größten E-Commerce-Konzerne Chinas. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Soziologieabsolvent startete 1998 mit 12.000 Yuan einen Elektronikhandel, der während der SARS-Krise 2003 fast bankrott ging. Diese Krise zwang ihn zur Online-Transformation — ein Wendepunkt, der JD.com zum direkten Konkurrenten von Alibaba machte. Anders als Plattform-Marktplätze setzte Liu auf ein eigenes Logistiknetzwerk und direkten Handel: JD.com kauft und lagert Waren selbst, statt nur Dritthändler zu vermitteln. Das Ergebnis: höhere Produktqualität, eine strikte Anti-Fälschungs-Garantie und Liefergeschwindigkeiten, die in China den Branchenstandard setzten. JD.com wurde als einziges chinesisches E-Commerce-Unternehmen in die Gartner Supply Chain Top 25 aufgenommen.
Ma Huateng
马化腾
Ma Huateng, bekannt als 'Pony Ma', gründete 1998 mit vier Universitätsfreunden Tencent aus einer einfachen Idee heraus: Ein chinesisches Instant-Messaging-System nach dem Vorbild von ICQ zu entwickeln. Aus OICQ wurde QQ, und schließlich revolutionierte WeChat ab 2011 die Art, wie Menschen weltweit kommunizieren. Der Computer-Absolvent der Universität Shenzhen verwandelte ein kleines Startup in eines der wertvollsten Technologieunternehmen der Welt. Mit WeChat schuf Ma nicht nur eine Messaging-App, sondern eine komplette digitale Lebenswelt - von Kommunikation über Bezahlung bis hin zu Gaming und Shopping in einer einzigen Super-App. Trotz seines enormen Erfolgs bleibt Ma im Gegensatz zu anderen Tech-Gründern eher zurückhaltend in der Öffentlichkeit.
Robin Li
李彦宏
Robin Li hielt bereits 1996 ein US-Patent für einen Algorithmus zur Bewertung von Webseiten über Hyperlink-Analyse (Rankdex) — zwei Jahre bevor Larry Page sein PageRank-Patent für Google anmeldete. Googles Patentschrift referenziert Lis Arbeit. Als Sohn von Fabrikarbeitern in Shanxi studierte er Informationswissenschaften an der Universität Peking und Informatik in Buffalo (New York), arbeitete bei Dow Jones an der Online-Ausgabe des Wall Street Journal und entwickelte bei der Suchmaschine Infoseek die Bildersuche. Im Jahr 2000 kehrte er nach China zurück und gründete mit Eric Xu die Suchmaschine Baidu — benannt nach einem Song-Dynastie-Gedicht: '众里寻他千百度' (hunderte Male gesucht in der Menge). Baidu dominiert seither die chinesische Internetsuche und hat sich zum führenden KI-Konzern Chinas entwickelt: mit ERNIE, einem der leistungsfähigsten großen Sprachmodelle der Welt, und mit Apollo Go, dem weltweit größten kommerziellen Robotaxi-Dienst.
Wang Chuanfu
王传福
Wang Chuanfu wuchs als Waise in der Provinz Anhui auf und studierte Metallurgische Physikalische Chemie, bevor er am staatlichen General Research Institute for Nonferrous Metals in Peking forschte. 1995, mit 29 Jahren, gründete er BYD in Shenzhen mit 2,5 Millionen Yuan Startkapital — zunächst als Batteriehersteller, der japanische Konkurrenten im Niedrigpreissegment unterbot. Der Einstieg in die Automobilindustrie 2003 durch den Kauf einer kleinen Autofabrik in Shaanxi wurde vielfach belächelt. Doch Charlie Munger, Warren Buffetts legendärer Partner, erkannte Wangs Potenzial früh: Er beschrieb ihn als 'Kombination aus Thomas Edison und Jack Welch' und überzeugte Berkshire Hathaway 2008 zu einer Investition, die er später als eine der besten in der Geschichte des Unternehmens bezeichnete. Wangs Strategie der vertikalen Integration — Batteriezellen, Halbleiter, Elektromotoren und das komplette Fahrzeug aus einer Hand — machte BYD zum einzigen vollständig selbstversorgenden Automobilhersteller weltweit. BYD hat Tesla bei den Verkaufszahlen überholt und ist heute der weltgrößte Hersteller von Elektrofahrzeugen.
Wang Jianlin
王健林
Wang Jianlin wurde vom Offizier der Volksbefreiungsarmee zu einem der einflussreichsten Unternehmer Chinas. Nach 16 Jahren im Militärdienst übernahm er 1988 in Dalian einen verschuldeten Wohnungsbaubetrieb, aus dem die Wanda Group hervorging. Sein Erfolgsprodukt war der Wanda Plaza — ein standardisierter Komplex aus Einkaufszentrum, Kino, Hotel und Wohnen, den er in Hunderten chinesischen Städten errichten ließ und der Wanda zum größten Betreiber von Einkaufszentren des Landes machte. International bekannt wurde Wang durch Übernahmen wie die US-Kinokette AMC, den Schweizer Sportvermarkter Infront in Zug und eine Beteiligung an Atlético Madrid. Seit 2017 musste Wanda auf Druck der chinesischen Aufsicht die Auslandsbeteiligungen verkaufen. Nach mehrfach gescheiterten Börsengängen der Mall-Management-Sparte gab Wang 2024 die Mehrheit an Zhuhai Wanda Commercial Management an ein Investorenkonsortium um PAG ab; 2025 folgten der Verkauf Dutzender Wanda Plazas und der Hotelmanagement-Sparte. Wang bleibt Vorsitzender eines Konzerns, dessen Kerngeschäft ihm nur noch zum Teil gehört.
Wang Wenyin
王文银
Wang Wenyin, Chinas 'Kupferkönig', verwandelte sich vom armen Lagerhausarbeiter zu einem der mächtigsten Rohstoffmagnaten der Welt. Nach seinem Abschluss an der Universität Nanjing 1993 gründete er aus einem kleinen Verlängerungskabel-Geschäft die Amer International Group, die heute 4% der weltweiten Kupferreserven kontrolliert. Seine geniale Strategie während der Finanzkrise 2008 - der Aufkauf europäischer und nordamerikanischer Kupferverarbeitungsanlagen zu Niedrigstpreisen - machte Amer zum weltgrößten privaten Kupferhändler. Mit Bergbaubetrieben in über 20 Ländern und Handelszentren in Genf, Hongkong und Singapur schuf Wang ein globales Rohstoffimperium, das von Chinas enormem Kupferhunger profitiert.
Xu Jiayin
许家印
Xu Jiayin stieg aus ärmlichsten Verhältnissen in Henan zu einem der erfolgreichsten Immobilienunternehmer Chinas auf. Nach seinem Metallurgie-Studium und Arbeit in einem Stahlwerk zog er 1992 nach Shenzhen. 1996 gründete er Evergrande mit dem Ziel, erschwingliche Wohnungen für Chinas wachsende Mittelschicht zu schaffen. Das Unternehmen expandierte rasant und wurde zeitweise zum wertvollsten Immobilienkonzern der Welt, Xu selbst zu Chinas reichstem Mann. 2021 geriet Evergrande mit rund 300 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten in die schwerste Finanzkrise der chinesischen Immobilienbranche. Im September 2023 stellten die Behörden Xu unter polizeiliche Zwangsmaßnahmen; ein Hongkonger Gericht ordnete im Januar 2024 die Liquidation des Konzerns an. Im August 2026 verurteilte das Mittlere Volksgericht Shenzhen Xu wegen Veruntreuung, Kapitalanlagebetrugs, illegaler Einlagengeschäfte, betrügerischer Wertpapieremission und Bestechung zu lebenslanger Haft und zum Einzug seines gesamten Vermögens. Der Fall Evergrande markiert einen Wendepunkt in Chinas Wirtschaftsgeschichte — das Ende einer Ära schuldenfinanzierter Expansion.
Yuanpu Huang
黄渊普
Chinesischer Unternehmer und Autor, der zur Miao-Minderheit gehört und als Brückenbauer zwischen Chinas Technologiesektor und dem globalen Markt fungiert. Nach seinem Studium an der China Foreign Affairs University in Peking, wo er als Touristenführer arbeitete und bei den Vereinten Nationen in New York praktizierte, begann er als Analyst bei iResearch im E-Commerce-Bereich und verfasste den ersten O2O-Marktforschungsbericht Chinas. 2014 gründete er das Tech-Media-Unternehmen IYIOU (亿欧), 2018 folgte EqualOcean, eine führende Technologie-Medien- und Forschungsfirma. Über das vergangene Jahrzehnt führte er ausführliche Interviews mit tausenden chinesischen Unternehmern, darunter Führungskräfte von Alibaba, Meituan, Pinduoduo und DJI. Seine Bücher 'The New Wave of Going Global' und 'Unpacking China: 50 Essential Q&As For First-Time Visitors' basieren auf Feldforschung in über 40 chinesischen Städten und Reisen in fast 60 Länder.
Zeng Yuqun
曾毓群
Zeng Yuqun (international auch Robin Zeng) wuchs in der Küstenstadt Ningde in der Provinz Fujian auf, studierte Marine Engineering an der Shanghai Jiaotong University und promovierte am Institut für Physik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. 1999 gründete er ATL (Amperex Technology Limited), einen Batteriehersteller, der ab 2003 die Akkus für Apples iPod lieferte — ein Durchbruch, der ATL international bekannt machte. Als der japanische Konzern TDK ATL 2005 übernahm, blieb Zeng zunächst als Manager. Doch als China seine Förderpolitik für Elektrofahrzeuge verschärfte und nur inländische Batteriehersteller zuließ, erkannte er die Chance: Er verließ TDK, kehrte nach Ningde zurück und gründete 2011 CATL als Spin-off der ATL-Fahrzeugbatteriesparte. Innerhalb eines Jahrzehnts wurde CATL zum weltgrößten Hersteller von EV-Batterien — und Zengs Heimatstadt Ningde zur Batteriehauptstadt der Welt. CATLs chinesischer Name (宁德时代, 'Ningde-Ära') verewigt diese Verbindung.
Zhang Yiming
张一鸣
Zhang Yiming studierte Mikroelektronik und Software Engineering an der Nankai University in Tianjin und war besessen von einer Frage: Kann ein Algorithmus besser als jeder Redakteur entscheiden, welche Inhalte Menschen interessieren? 2012 gründete er mit seinem Studienfreund Liang Rubo ByteDance in einer Vier-Zimmer-Wohnung in Beijing. Ihr erstes Produkt, die Nachrichten-App Toutiao, verzichtete komplett auf menschliche Kuratierung — Zhang schrieb einen Großteil des ersten Empfehlungsalgorithmus selbst. Die meisten Investoren lehnten ab, bis Susquehanna International Group einstieg. Aus dieser Kernidee — Inhalte durch KI personalisieren — entstand TikTok, die folgenreichste Social-Media-Plattform seit Instagram. Zhang trat 2021 als CEO zurück und übergab an Mitgründer Liang Rubo, um sich auf 'langfristige Strategien' zu konzentrieren. Sein Vermächtnis ist nicht eine App, sondern ein Prinzip: Der Algorithmus entscheidet.
Literatur
Meng Haoran
孟浩然 (Mèng Hàorán)
Meng Haoran (689–740) schrieb das wohl bekannteste Gedicht der chinesischen Sprache: „Frühlingsmorgen“, vier Zeilen über Vogelstimmen und die Blüten, die der Regen der Nacht gefällt hat. Er war der Ältere einer Dichtergeneration, die Natur nicht als Kulisse, sondern als Gegenstand nahm.
Wang Wei
王维 (Wáng Wéi)
Wang Wei (um 701–761) war Dichter, Maler und Musiker zugleich – der Song-Dichter Su Shi sagte über ihn, in seinen Gedichten sei Malerei und in seinen Bildern Dichtung. Seine stillen Landschaftsgedichte, geprägt vom Buddhismus, sind die meistübersetzten der Tang-Zeit.
Li Bai
李白
Einer der größten Dichter der Tang-Zeit. Seine bildreiche Lyrik verbindet Natur, Freundschaft und philosophische Leichtigkeit – Meilensteine der chinesischen Poesie.
Du Fu
杜甫 (Dù Fǔ)
Du Fu (712–770) ist für die chinesische Tradition der „Dichter-Heilige“: Kein anderer Lyriker hat Krieg, Hunger und Exil so genau beschrieben und dabei die strengen Formen der Tang-Dichtung so vollendet beherrscht. Rund 1.400 Gedichte sind überliefert; zu Lebzeiten kannte ihn kaum jemand.
Bai Juyi
白居易 (Bái Jūyì)
Bai Juyi (772–846) wollte verstanden werden: Der Überlieferung nach las er seine Gedichte einer alten Frau vor und änderte, was sie nicht begriff. Mit fast 3.000 erhaltenen Gedichten, langen Erzählballaden und einer klaren Sprache wurde er der populärste Dichter seiner Zeit – bis nach Japan und Korea.
Wu Cheng'en
吴承恩
Gelehrter und Dichter der Ming-Zeit, dem der Roman „Die Reise in den Westen“ zugeschrieben wird – die Abenteuererzählung um den Affenkönig Sun Wukong, eine Mischung aus Volksmärchen, Satire und buddhistisch-daoistischer Allegorie.
Cao Xueqin
曹雪芹
Romancier und Dichter der Qing-Zeit mit dem eigentlichen Namen Cao Zhan (曹霑). Seine Familie stand unter dem Kangxi-Kaiser in hohen Ehren, wurde 1727/28 enteignet und lebte danach in Peking in bescheidenen Verhältnissen. Über mehr als ein Jahrzehnt arbeitete Cao an „Der Traum der roten Kammer“ (Hongloumeng), einem der vier großen klassischen Romane Chinas, und starb, bevor das Werk vollendet war.
Lu Xun
鲁迅
Wegbereiter der modernen chinesischen Literatur, dessen radikale Gesellschaftskritik die kulturelle Erneuerung Chinas prägte. Mit seiner 1918 erschienenen Erzählung über einen Verrückten revolutionierte er die chinesische Prosa und wurde zur intellektuellen Leitfigur seiner Generation.

Hu Shi
胡适
Führender Intellektueller der chinesischen Moderne, Befürworter der Sprachreform und literarischen Erneuerung. Vertreter des Pragmatismus nach John Dewey, Professor an der Peking-Universität und späterer Botschafter der Republik China in den USA.
Zhang Jie
张洁
Chinesische Schriftstellerin und eine der ersten feministischen Autorinnen Chinas. Einzige Schriftstellerin, die zweimal den renommierten Mao-Dun-Literaturpreis gewann (1985, 2005). Mit "Liebe darf man nicht vergessen" (1979) brach sie literarische Tabus der Kulturrevolution.
Gao Xingjian
高行健
Gao Xingjian erhielt 2000 als erster chinesischsprachiger Autor den Nobelpreis für Literatur — als französischer Staatsbürger, der seit 1987 in Paris lebt. Sein Roman ‚Der Berg der Seele‘ (灵山, 1990) erzählt eine Reise durch Südwestchina als Suche nach dem Ich in drei Personen; seine Stücke ‚Busstation‘ und ‚Wilder Mensch‘ brachten in den 1980er-Jahren das absurde Theater nach Beijing und wurden verboten. In China sind seine Bücher bis heute nicht erhältlich; der Nobelpreis wurde dort als politisch abgetan. Gao malt außerdem Tuschebilder, die in Europa ausgestellt werden.
Mo Yan
莫言
Literaturnobelpreisträger 2012. Seine Romane verbinden Groteske, Satire und magischen Realismus zu einem scharfen Blick auf Land, Macht und Menschen – unter anderem in „Die Sandelholzstrafe“.
Yu Hua
余华
Chinesischer Schriftsteller und Essayist. Seine Romane wie "Leben!" und "Chronik eines Bluthändlers" erzählen von gewöhnlichen Menschen in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche. Wichtiger Vertreter der chinesischen Avantgarde-Literatur.

Cixin Liu
刘慈欣 (Liú Cíxīn)
Cixin Liu (geb. 1963) machte die chinesische Science-Fiction weltweit sichtbar: Sein Roman „Die drei Sonnen“ gewann 2015 als erstes übersetztes Werk den Hugo Award, die Trisolaris-Trilogie wurde in Dutzende Sprachen übersetzt und 2024 von Netflix verfilmt. Bis 2010 schrieb er neben seiner Arbeit als Ingenieur in einem Kraftwerk.
Philosophie
Konfuzius
孔子 (Kǒng Zǐ)
Konfuzius (551–479 v. Chr.), mit Familiennamen Kong, Rufname Qiu, war Lehrer und zeitweise Beamter im Staat Lu. Er hinterließ keine eigene Schrift; seine Schüler sammelten Gespräche und Aussprüche im Lunyu. Aus dieser losen Sammlung wurde die einflussreichste Lehre Ostasiens: Menschlichkeit (仁), rituelle Angemessenheit (礼), kindliche Pietät und das Ideal des durch Bildung veredelten Menschen. Zu Lebzeiten scheiterte er als Politiker; nach seinem Tod wurde er zum Lehrer aller Zeiten. Der lateinische Name geht auf die Jesuiten des 17. Jahrhunderts zurück, die ihn Europa vorstellten.
Sunzi (Sun Tzu)
孙子 (Sūnzǐ)
Sun Wu, genannt Sunzi (traditionell um 544–496 v. Chr.), gilt als Verfasser der ‚Kunst des Krieges‘, des ältesten und meistgelesenen Strategietraktats der Welt. Sima Qian berichtet, er habe als General des Staates Wu gedient und dem König seine Methode vorgeführt, indem er dessen Palastdamen zu einer Truppe drillte — und die beiden Lieblingskonkubinen hinrichten ließ, als sie kicherten. Ob es ihn gab, ist umstritten; der Text ist es nicht: Dreizehn Kapitel darüber, wie man gewinnt, ohne zu kämpfen, gelesen von Feldherren, Managern und Fußballtrainern.
Mozi
墨子 (Mòzǐ)
Mo Di, genannt Mozi (um 470–391 v. Chr.), war der erste ernsthafte Gegner des Konfuzianismus und Gründer einer Schule, die für zwei Jahrhunderte mit ihm um den Vorrang stritt. Seine Lehre der ‚allumfassenden Liebe‘ — jeden Menschen so zu behandeln wie die eigene Familie — verband er mit dem Nutzen als Maßstab, der Ablehnung von Angriffskriegen, aufwendigen Ritualen und Musik, und mit einem streng organisierten Orden, dessen Mitglieder belagerte Städte verteidigten. Nach der Reichseinigung verschwand die Schule; ihre Logik und Verteidigungstechnik überlebten im Buch Mozi.
Laozi
老子 (Lǎozǐ)
Laozi — der Name bedeutet ‚alter Meister‘ — gilt als Verfasser des Daodejing und als Begründer des Daoismus. Ob er gelebt hat, ist offen: Der Historiker Sima Qian berichtet um 100 v. Chr. von einem Archivar am Zhou-Hof namens Li Er, der Konfuzius belehrt und das Reich auf einem Wasserbüffel nach Westen verlassen habe; am Grenzpass habe er auf Bitten des Wächters seine Lehre in fünftausend Zeichen niedergeschrieben. Der Text, das Daodejing, ist nach der Bibel das meistübersetzte Buch der Welt — auch ins Deutsche, mehr als hundertmal.
Mengzi (Menzius)
孟子 (Mèngzǐ)
Meng Ke, genannt Mengzi oder latinisiert Menzius (um 372–289 v. Chr.), ist nach Konfuzius der ‚zweite Weise‘ des Konfuzianismus. Seine These, dass der Mensch von Natur aus gut sei, wurde zur Grundlage der orthodoxen Lehre; seine Aussage, dass ein Herrscher, der sein Volk quält, kein Herrscher mehr sei und abgesetzt werden dürfe, machte ihn zum unbequemsten Klassiker der Kaiserzeit. Das Buch Mengzi gehört seit der Song-Zeit zu den Vier Büchern, die jeder Prüfungskandidat auswendig kannte.
Zhuangzi
庄子 (Zhuāngzǐ)
Zhuang Zhou, genannt Zhuangzi (um 369–286 v. Chr.), ist der zweite große Denker des Daoismus und der erste große Erzähler der chinesischen Philosophie. Das nach ihm benannte Buch — dessen ‚innere Kapitel‘ als sein Werk gelten — arbeitet mit Gleichnissen, Witz und Paradoxen statt mit Lehrsätzen: der Schmetterlingstraum, der Koch, dessen Messer nie stumpf wird, der Frosch im Brunnen, die Freude der Fische. Wo Laozi den Herrscher anspricht, spricht Zhuangzi den Einzelnen an: Wie lebt man frei in einer Welt, die man nicht ändern kann?
Xunzi
荀子 (Xúnzǐ)
Xunzi (um 310 bis um 235 v. Chr.), mit Familiennamen Xun Kuang, ist der dritte große Denker des frühen Konfuzianismus nach Konfuzius und Mengzi – und dessen schärfster Widerspruch: Der Mensch sei von Natur aus nicht gut, sondern werde es erst durch Lernen, Ritual und Lehrer.
Han Fei
韩非 (Hán Fēi)
Han Fei (um 280–233 v. Chr.), ein Prinz des Staates Han und Schüler des Konfuzianers Xunzi, fasste die Lehren der Legalisten zu einem System zusammen: Gesetze, die für alle gelten und öffentlich bekannt sind; Methoden, mit denen der Herrscher seine Beamten prüft und kontrolliert; und die Machtposition, auf der beides ruht. Der Mensch sei eigennützig, Tugend als Regierungsprinzip eine Illusion — Belohnung und Strafe seien die ‚zwei Griffe‘ des Herrschers. Der König von Qin, der spätere Erste Kaiser, bewunderte seine Schriften und ließ ihn nach einer Intrige seines Studienfreunds Li Si im Gefängnis sterben. Qin regierte nach seinem Buch.
Xuanzang
玄奘 (Xuánzàng)
Xuanzang (602–664) ging als Mönch nach Indien, um die Quellen des Buddhismus zu lesen, kam nach 16 Jahren mit Hunderten Schriften zurück und übersetzte sie – die größte Übersetzungsleistung der chinesischen Geschichte. Sein Reisebericht wurde zur Vorlage des Romans „Die Reise in den Westen“.
Huineng
慧能 (Huìnéng)
Huineng (638–713), der Sechste Patriarch des Chan-Buddhismus, war der Überlieferung nach ein Holzsammler, der nicht lesen konnte – und wurde zur Gründergestalt der Schule, aus der das japanische Zen hervorging. Seine Lehre vom plötzlichen Erwachen steht im „Plattform-Sutra“.
Zhu Xi
朱熹 (Zhū Xī)
Zhu Xi (1130–1200) gab dem Konfuzianismus die Form, in der er sechs Jahrhunderte lang gelehrt und geprüft wurde: Seine Auswahl der „Vier Bücher“ und seine Kommentare dazu bildeten von 1313 bis 1905 den Stoff der Beamtenprüfungen.
Sinologie
Hans van Ess
Deutscher Sinologe und Mongolist, der den Lehrstuhl für Sinologie (einschließlich Mongolistik) an der Ludwig-Maximilians-Universität München innehat. Nach seinem Studium der Sinologie, Turkologie und Philosophie in Hamburg und einem Forschungsaufenthalt an der Fudan-Universität (1986-1988) spezialisierte er sich auf Konfuzianismus, chinesische Historiographie und zentralasiatische Studien. Van Ess ist Autor einflussreicher Werke wie 'Der Konfuzianismus' (2003) und 'Der Daoismus: Von Laozi bis heute' (2011), die als Standardwerke gelten. Seit 2015 ist er Präsident der Max Weber Stiftung und gilt als einer der führenden deutschen Experten für chinesische Philosophie und Kulturgeschichte. In seinen Publikationen fungiert er als Kulturübersetzer und macht komplexe chinesische Denktraditionen für deutschsprachige Leser zugänglich.
Kai Vogelsang
Deutscher Sinologe und Professor für Sinologie an der Universität Hamburg, spezialisiert auf chinesische Geschichte und Gesellschaft. Geboren und aufgewachsen in Hamburg, widmet sich Vogelsang seit Jahrzehnten der chinesischen Sprache, Kultur und Geschichte. Seine wissenschaftlichen Arbeiten umfassen bedeutende Werke wie 'Geschichte Chinas' (5. Auflage, Reclam), 'China und Japan - Zwei Reiche unter einem Himmel' und 'Introduction to Classical Chinese' (Oxford University Press). Als Professor am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg leitet er Programme zur konzeptuellen und intellektuellen Geschichte Chinas und verbindet in seinen Publikationen fundierte Quellenkenntnis mit verständlichen Synthesen für deutschsprachige Leser. Vogelsang gilt als einer der führenden deutschen Experten für die chinesisch-japanischen Kulturbeziehungen.
Marcus Hernig
Deutscher Sinologe und Autor mit über vier Jahrzehnten China-Erfahrung. Nach dem Studium der Sinologie, Geschichte und Politikwissenschaft sammelte er umfassende Praxis durch Gastaufenthalte an chinesischen Universitäten und langjährige Beratungstätigkeit für Unternehmen im China-Geschäft. Als Autor zahlreicher Fachbücher über das chinesische Wirtschafts- und Geschäftssystem sowie interkulturelle Kommunikation gilt er als einer der renommiertesten deutschen China-Experten. Seine Werke 'China für Manager' und 'Die Chinesen' erreichten ein breites Publikum und etablierten ihn als gefragten Referenten und Berater. Hernig verbindet fundierte akademische Sinologie mit praktischer Wirtschaftserfahrung und vermittelt deutschen Unternehmen die kulturellen und gesellschaftlichen Grundlagen erfolgreicher China-Geschäfte. Als langjähriger Partner des ASIAROPA-Programms unterstützt er strategische Kooperationsprojekte zwischen deutschen und asiatischen Unternehmen.
Sebastian Heilmann
Professor für Politik und Wirtschaft Chinas an der Universität Trier seit 1999. Gründungspräsident des Mercator Institute for China Studies (MERICS) in Berlin von 2013 bis 2018. Studierte und habilitierte an der Universität Münster mit Schwerpunkt auf Wirtschaftsreformen in China und Russland. Gastaufenthalte an Harvard University, University of Oxford und Harvard-Yenching Institute. Seine Forschung konzentriert sich auf Chinas politisches System, Wirtschaftsentwicklung und Technologiepolitik. Berät regelmäßig die deutsche Bundesregierung und EU-Institutionen in China-Fragen.
Wolfgang Bauer
Deutscher Sinologe und Professor für ostasiatische Kultur und Sprachwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München (1966-1997). Nach seinem Studium bei Erich Haenisch wurde er 1961 der erste Professor für Sinologie in Heidelberg, bevor er nach München wechselte. Bauer prägte maßgeblich die deutsche China-Forschung und machte sich als Autor grundlegender Werke wie 'China und die Hoffnung auf Glück' (1971) und 'Geschichte der chinesischen Philosophie' einen Namen. Als Gastprofessor lehrte er in den USA, Australien und Japan und war Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Für seine Verdienste erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Zusammen mit Herbert Franke übersetzte er chinesische Literatur ins Deutsche und machte klassische chinesische Texte einem breiten Publikum zugänglich.

Wolfgang Kubin
顾彬
Deutscher Sinologe, Übersetzer und Schriftsteller. Emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften der Universität Bonn. Gilt als einer der bedeutendsten europäischen Sinologen. Seine sechsbändige Lu-Xun-Übersetzung und die zehnbändige "Geschichte der chinesischen Literatur" (2002-2012) sind Standardwerke der deutschsprachigen Sinologie.
Ökonomie
Dan Wang
Kanadischer Technologie-Analyst chinesischer Herkunft, der im Alter von sieben Jahren aus der Provinz Yunnan nach Kanada immigrierte. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften und Philosophie an der University of Rochester arbeitete er sechs Jahre als Technologie-Analyst bei Gavekal Dragonomics in Hongkong, Beijing und Shanghai. Heute ist er Research Fellow an der Hoover Institution der Stanford University. Seine vielbeachteten Analysen zur chinesischen Technologieentwicklung und zum sino-amerikanischen Wettbewerb erscheinen in führenden Publikationen wie The New York Times, Foreign Affairs und The Atlantic. Wang verbindet seine persönliche China-Erfahrung mit rigoroser Analyse und bietet eine einzigartige Perspektive auf die technologische und industrielle Entwicklung beider Länder.
Keyu Jin
金刻羽
Chinesische Ökonomin und Professorin an der London School of Economics, die im Alter von 14 Jahren in die USA zog und ihre gesamte Universitätslaufbahn an der Harvard University absolvierte. Als Tochter von Jin Liqun, dem Präsidenten der Asian Infrastructure Investment Bank, verbindet sie familiäre Einblicke in Chinas Wirtschaftspolitik mit rigoroser akademischer Ausbildung. Jin ist spezialisiert auf internationale Makroökonomie und die chinesische Wirtschaft, berät Weltbank, IWF und die Federal Reserve Bank of New York und sitzt im Vorstand der Richemont Group. Ihre Forschung zu globalen Ungleichgewichten und Chinas Wirtschaftsmodell macht sie zu einer der führenden Stimmen im Verständnis der chinesischen Wirtschaftstransformation und sino-westlicher Wirtschaftsbeziehungen.
Journalismus
Frank Sieren
Deutscher Journalist und einer der führenden China-Experten Deutschlands, der seit 1994 in Peking lebt und arbeitet. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Wirtschaft an der Universität Trier und der Freien Universität Berlin wurde Sieren zu einem der am längsten in China lebenden westlichen Wirtschaftsjournalisten. Als Kolumnist des Handelsblatt und Autor von 14 Büchern über China dokumentiert er seit drei Jahrzehnten Chinas Aufstieg als Wirtschafts- und politische Macht sowie dessen Auswirkungen auf Europa und Deutschland. Seine Bücher wie 'Shenzhen – Zukunft Made in China' und 'Der Auto-Schock' verbinden Vor-Ort-Reportage mit fundierten Analysen für deutschsprachige Leser. Darüber hinaus produziert er TV-Dokumentationen für ARD und ZDF und wurde 2024 zum Saarland-Botschafter ernannt.
Patrick McGee
Kanadischer Wirtschaftsjournalist und San Francisco-Korrespondent der Financial Times, der sich seit über einem Jahrzehnt auf Technologie-Berichterstattung spezialisiert hat. Nach seinem Studium der Religionswissenschaften an der University of Toronto und einem Master in Globaler Diplomatie an der SOAS London arbeitete er zunächst als Anleihen-Reporter beim Wall Street Journal, bevor er 2013 zur Financial Times wechselte. McGee lebte drei Jahre in Hongkong und fünf Jahre in New York und leitete von 2019 bis 2023 die Apple-Berichterstattung der FT. Für seine investigativen Berichte über Apple gewann er 2023 den San Francisco Press Club Award. Sein Buch 'Apple in China' wurde von The New York Times, The Economist und New Scientist zu den besten Büchern 2025 gekürt und beleuchtet Apples komplexe Beziehung zu China und die geopolitischen Auswirkungen auf die Technologiebranche.
Petra Kolonko
Promovierte China-Expertin und langjährige FAZ-Korrespondentin, die seit 1988 über China und Ostasien berichtet. Als politische Korrespondentin in Peking und Tokio dokumentierte sie über drei Jahrzehnte die Entwicklungen in der Region. Autorin des Buches 'Maos Enkel: Innenansichten aus dem neuen China' und eine der profiliertesten deutschen China-Journalistinnen.
Theo Sommer
Einer der einflussreichsten deutschen Journalisten der Nachkriegszeit. Chefredakteur der ZEIT von 1973 bis 1992, anschließend Herausgeber bis 2000. Studierte Englisch, Geschichte und Politikwissenschaft in Tübingen, Indiana und Chicago. Promovierte über deutsch-japanische Beziehungen 1935-1940. Leitete unter Helmut Schmidt den Planungsstab im Bundesverteidigungsministerium. Galt als Experte für internationale Beziehungen und strategische Fragen. Zusammen mit Marion Gräfin Dönhoff und Helmut Schmidt prägte er die ZEIT zu einer der wichtigsten deutschen Wochenzeitungen.
Thomas Reichart
Leitete von 2014 bis 2019 das ZDF-Studio Ostasien in Peking und berichtete über China, Korea, Japan und die Philippinen. Als Autor verbindet er politische Analyse mit Reportagen vor Ort – u. a. zur Neuen Seidenstraße und Chinas globalem Machtanspruch.
Geschichte
Sima Qian
司马迁 (Sīmǎ Qiān)
Sima Qian (um 145 bis um 86 v. Chr.) schrieb mit den „Aufzeichnungen des Historikers“ (Shiji, 史记) das Werk, an dem sich zwei Jahrtausende chinesischer Geschichtsschreibung ausrichteten: 130 Kapitel vom Gelben Kaiser bis zu seinem eigenen Kaiser Wu. Er vollendete es nach einer Verurteilung, die ihn die Männlichkeit kostete – und begründete in einem Brief, warum er weiterlebte, um zu schreiben.
Peter Frankopan
Britischer Globalhistoriker und Professor für Globalgeschichte am Worcester College, Oxford, sowie Direktor des Oxford Centre for Byzantine Research. Nach seinem Studium der Byzantinischen Geschichte in Cambridge und seiner Promotion in Oxford spezialisierte er sich auf die Geschichte des Byzantinischen Reiches, des Mittelmeerraums und Russlands. Frankopan wurde international bekannt durch sein Werk 'Die Seidenstraßen: Eine neue Geschichte der Welt' (2015), das eine neue Perspektive auf die Weltgeschichte aus der Sicht der Handelsrouten zwischen Ost und West bietet. Als UNESCO-Professor für Seidenstraßen-Studien erforscht er die Verflechtungen zwischen verschiedenen Zivilisationen und zeigt, wie Handel, Energie und Ideenaustausch die Weltordnung jenseits eines rein westlichen Blicks geprägt haben.
Wissenschaft und Technik
Tu Youyou
屠呦呦 (Tú Yōuyōu)
Tu Youyou (geboren 1930 in Ningbo) ist die Pharmakologin, die aus dem Einjährigen Beifuß den Malariawirkstoff Artemisinin gewann. Dafür erhielt sie 2011 den Lasker-DeBakey-Preis und 2015 als erste chinesische Wissenschaftlerin einen Nobelpreis – die Hälfte des Preises für Physiologie oder Medizin, „für ihre Entdeckungen zu einer neuartigen Therapie gegen Malaria“.
Yang Liwei
杨利伟 (Yáng Lìwěi)
Yang Liwei (geboren 1965 in Liaoning) flog am 15. Oktober 2003 mit Shenzhou 5 als erster Mensch mit einem chinesischen Raumschiff ins All. Der Flug dauerte gut 21 Stunden und machte China nach der Sowjetunion und den USA zum dritten Land, das aus eigener Kraft Menschen in den Orbit bringt. Im deutschsprachigen Raum wurde mit ihm das Wort „Taikonaut“ geläufig.
Fachautoren
Diplomatie
Deng Hongbo
邓洪波
Deng Hongbo ist seit Oktober 2024 Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland. Der Absolvent der Pekinger Fremdsprachenuniversität begann 1987 seine diplomatische Laufbahn im chinesischen Außenministerium und durchlief verschiedene Fachbereiche. Von 1988 bis 1993 war er in der vietnamesischen Botschaft tätig, bevor er als Sekretär und Abteilungsleiter für nordamerikanische Angelegenheiten ins Außenministerium zurückkehrte. Es folgten bedeutende Auslandsposten: 1999-2005 als Botschaftsrat in Washington, 2008-2010 als Botschafter in Kenia sowie Ständiger Vertreter bei UN-Programmen, und erneut 2010-2013 als Gesandter in den USA. Von 2013-2024 übernahm er leitende Funktionen im Büro der Zentralen Kommission für Auswärtige Angelegenheiten der KPCh, zuletzt als stellvertretender Direktor. Seine Akkreditierung als Botschafter bei Bundespräsident Steinmeier erfolgte am 23. Oktober 2024.
Henry Kissinger
Einer der einflussreichsten amerikanischen Diplomaten des 20. Jahrhunderts. Geboren als Heinz Alfred Kissinger in Fürth, floh 1938 mit seiner jüdischen Familie vor den Nazis in die USA. Außenminister der Vereinigten Staaten von 1973 bis 1977 unter Nixon und Ford. Erhielt 1973 den Friedensnobelpreis für die Verhandlungen zum Waffenstillstand in Vietnam. Architekt der Annäherung zwischen USA und China 1971 sowie der Entspannungspolitik mit der Sowjetunion. Vertreter der Realpolitik in der Außenpolitik. Gründete 1982 die Beratungsfirma Kissinger Associates und schrieb über ein Dutzend Bücher über Diplomatie und internationale Beziehungen.
Shi Mingde
史明德
Shi Mingde war von 2012 bis 2019 chinesischer Botschafter in Deutschland und zuvor von 2010 bis 2012 Botschafter in Österreich. Der im Dezember 1954 in Shanghai geborene Diplomat begann seine Ausbildung 1972 in der Internationalen Studentenklasse der ostdeutschen Botschaft und arbeitete dort bis 1981. Nach seiner Tätigkeit im Diplomatischen Service Bureau in Beijing wurde er 1986 erneut nach Ostdeutschland entsandt. 1990 kehrte er ins Außenministerium zurück und wurde der Abteilung für Westeuropäische Angelegenheiten zugeteilt. Seine Deutschland-Expertise vertiefte er als Botschaftsrat in Deutschland (1993-1997, 2002-2006), unterbrochen von einer Führungsposition als stellvertretender Direktor der Westeuropa-Abteilung. 2006 übernahm er die Leitung des Politikforschungsbüros des Zentralen Büros für Auswärtige Angelegenheiten, bevor er seine Botschafterposten in Österreich und Deutschland antrat.
Wu Hongbo
吴红波
Wu Hongbo war von 2009 bis 2012 chinesischer Botschafter in Deutschland und von 2012 bis 2017 UN-Untergeneralsekretär für Wirtschafts- und Sozialfragen. Seit 2019 dient er als Sonderbeauftragter der chinesischen Regierung für Europäische Angelegenheiten. Der im Mai 1952 in Shandong geborene Diplomat absolvierte die Englische Abteilung des Pekinger Fremdspracheninstituts und begann 1976 seine Laufbahn im Außenministerium. Nach Studien in Neuseeland spezialisierte er sich auf Hong Kong- und Macau-Angelegenheiten und war maßgeblich an der Rückgabe Hong Kongs beteiligt, wo er verschiedene Führungspositionen innehatte. Als Botschafter diente er auf den Philippinen (2004-2005) und in Deutschland (2009-2012). Seine internationale Karriere krönte er als UN-Untergeneralsekretär, wo er Sha Zukang als Leiter der Abteilung für Wirtschafts- und Sozialfragen nachfolgte.
Wu Ken
吴恳
Wu Ken war von März 2019 bis August 2024 chinesischer Botschafter in Deutschland. Der 1961 in Hunan geborene Diplomat begann seine Laufbahn in der Personalabteilung des Außenministeriums und studierte an der Universität Frankfurt. Von 1990-1993 war er Attaché und 3. Sekretär der chinesischen Botschaft in Deutschland, bevor er verschiedene Führungspositionen in der Personalabteilung des Außenministeriums übernahm. Als erfahrener Diplomat für Europa diente er als Botschafter in Österreich (2007-2010), der Schweiz (2010-2013) und den Niederlanden (2016-2019), bevor er nach Deutschland zurückkehrte. 2023 wurde er Mitglied der 14. Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes im Sektor für Freundschaft mit dem Ausland.
Film: Regie
Zhang Yimou
张艺谋 (Zhāng Yìmóu)
Zhang Yimou (geb. 1950) ist der international bekannteste Regisseur Chinas: Sein Debüt „Rotes Kornfeld“ gewann 1988 als erster chinesischer Film den Goldenen Bären der Berlinale, später folgten zwei Goldene Löwen in Venedig, die Kampfkunstfilme „Hero“ und „House of Flying Daggers“ und die Eröffnungsfeiern der Olympischen Spiele 2008 und 2022 in Peking.
Chen Kaige
陈凯歌 (Chén Kǎigē)
Chen Kaige (geb. 1952) eröffnete 1984 mit „Gelbe Erde“ die Fünfte Generation des chinesischen Kinos und gewann 1993 mit „Lebewohl, meine Konkubine“ als bislang einziger chinesischer Regisseur die Goldene Palme von Cannes – ein Film über zwei Peking-Opern-Darsteller, der ein halbes Jahrhundert chinesischer Geschichte durchmisst.
Wong Kar-wai
王家卫 (Wáng Jiāwèi)
Wong Kar-wai (geb. 1958) ist der Autorenfilmer Hongkongs: „Chungking Express“, „Happy Together“ (Regiepreis in Cannes 1997) und „In the Mood for Love“ erzählen von verpassten Begegnungen in Zeitlupe und Neonlicht. 2013 eröffnete „The Grandmaster“ die Berlinale, deren Jury er in diesem Jahr leitete.
John Woo
吴宇森 (Wú Yǔsēn)
John Woo (geb. 1946) erfand mit „A Better Tomorrow“ (1986) und „The Killer“ (1989) den „Heroic Bloodshed“-Film: Ehre unter Gangstern, zwei Pistolen, Tauben in Zeitlupe. Als erster Regisseur aus Hongkong drehte er Hollywood-Großproduktionen wie „Face/Off“ und „Mission: Impossible 2“; 2010 erhielt er in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk.
Ang Lee
李安 (Lǐ Ān)
Ang Lee (geb. 1954) gewann zweimal den Goldenen Bären der Berlinale und zweimal den Regie-Oscar – als erster Regisseur aus Asien. „Tiger and Dragon“ (2000) brachte den chinesischen Kampfkunstfilm ins Weltkino und erhielt vier Oscars; „Brokeback Mountain“ und „Life of Pi“ folgten.
Jia Zhangke
贾樟柯 (Jiǎ Zhāngkē)
Jia Zhangke (geb. 1970) ist der wichtigste Regisseur der Sechsten Generation: Seine Filme über Kleinstädte, Wanderarbeiter und den Umbruch des Alltags gewannen 2006 mit „Still Life“ den Goldenen Löwen von Venedig. Entdeckt wurde er 1998 auf der Berlinale.
Bernardo Bertolucci
Ein legendärer italienischer Regisseur, der mit 'Der letzte Kaiser' (1987) als erster westlicher Filmemacher in der Verbotenen Stadt drehen durfte und dafür neun Oscars gewann. Bekannt für seine visuell opulenten, epischen Filme und psychologisch komplexe Charakterstudien, prägte er das internationale Autorenkino. Seine Werke wie 'Der letzte Tango in Paris' und 'Der letzte Kaiser' verbinden intime Erzählweise mit monumentaler Bildsprache.
Guan Hu
管虎
Ein chinesischer Regisseur der Sixth Generation, bekannt für seine kraftvollen Kriegsdramen und sozialkritischen Filme. Sein Film 'The Eight Hundred' (2020) wurde zum erfolgreichsten Film weltweit im Jahr 2020 und war der erste komplett auf IMAX gedrehte chinesische Film. Weitere bedeutende Werke sind 'Mr. Six' (2015), 'Black Dog' (2024), das in Cannes ausgezeichnet wurde, und 'The Cow' (2009), die seine Fähigkeit zeigen, spektakuläre Inszenierung mit tiefgründiger Charakterzeichnung zu verbinden.
Hu Bo
胡波
Ein talentierter junger chinesischer Filmemacher und Autor, dessen einziger Spielfilm 'An Elephant Sitting Still' (2018) posthum internationale Anerkennung fand. Als Absolvent der Beijing Film Academy und Schüler von Béla Tarr schuf er ein fast vierstündiges Meisterwerk, das auf der Berlinale uraufgeführt wurde. Sein tragisch früher Tod im Alter von nur 29 Jahren beendete eine vielversprechende Karriere, hinterließ aber ein eindrucksvolles filmisches Vermächtnis.
Film: Schauspiel
Bruce Lee
李小龍
Begründer des Jeet Kune Do und der erste globale chinesische Filmstar. In nur vier Jahren revolutionierte er das Actionkino und machte asiatische Kampfkunst weltweit populär. Seine Philosophie vom formlosen Kampf und seine elektrisierende Bildschirmpräsenz prägten Generationen von Kampfsportlern und Filmemachern. Sein früher Tod 1973 verwandelte ihn in eine kulturelle Ikone des 20. Jahrhunderts.
Jackie Chan
成龙 (Chéng Lóng)
Jackie Chan (geb. 1954) machte aus dem Kung-Fu-Film eine Komödie mit lebensgefährlichen Stunts, die er selbst ausführte. „Drunken Master“ (1978) und „Police Story“ (1985) begründeten seinen Stil, „Rush Hour“ (1998) machte ihn in Hollywood zum Star; 2016 erhielt er den Ehrenoscar für sein Lebenswerk.
Jet Li
李连杰 (Lǐ Liánjié)
Jet Li (geb. 1963) war fünfmal chinesischer Wushu-Meister, bevor er mit 19 Jahren in „Das Shaolin-Kloster“ (1982) zum Filmstar wurde. Als Wong Fei-hung in „Once Upon a Time in China“ (1991) und als namenloser Held in Zhang Yimous „Hero“ (2002) wurde er zum Gesicht des Kampfkunstfilms seiner Generation.
Maggie Cheung
張曼玉
Eine der bedeutendsten Schauspielerinnen des asiatischen Kinos und erste Asiatin, die in Cannes als Beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Ihre ikonische Darstellung in 'In the Mood for Love' gilt als eine der größten schauspielerischen Leistungen der Filmgeschichte. Mit fünf Hong Kong Film Awards und ihrer Vielseitigkeit in Dramen, Action- und Kunstfilmen prägte sie das internationale Bild des Hongkong-Kinos entscheidend mit.
Andy Lau
劉德華
Eine lebende Legende des Hongkong-Kinos und einer der 'Vier Himmelskönige' des Cantopop. Mit über 160 Filmen und 49 Studioalben ist er Guinness-Weltrekordhalter für die meisten Auszeichnungen eines männlichen Cantopop-Künstlers. Seine vielseitigen Rollen reichen von Actionhelden in 'Infernal Affairs' bis zu dramatischen Charakteren in Zhang Yimous 'House of Flying Daggers', wobei er stets Charisma und schauspielerische Tiefe vereint.
Zhang Ziyi
章子怡
Eine der international erfolgreichsten chinesischen Schauspielerinnen, die mit 'Crouching Tiger, Hidden Dragon' zum Weltstar wurde. Ihre kraftvollen Darstellungen in Zhang Yimous Wuxia-Epen 'Hero' und 'House of Flying Daggers' etablierten sie als führende Darstellerin des Genres. Als Absolventin der Central Academy of Drama verbindet sie klassische Schauspielkunst mit beeindruckenden Kampfkunst-Fähigkeiten und prägte das Bild starker, unabhängiger Frauenfiguren im asiatischen Kino.

Fan Bingbing
范冰冰
Chinas international bekannteste Schauspielerin und Stilikone, die das moderne Schönheitsideal prägte. Von Forbes als bestbezahlte chinesische Schauspielerin gelistet und 2017 auf der Time-Liste der 100 einflussreichsten Menschen. Ihre ikonischen Auftritte in Cannes etablierten chinesische Mode auf globalen Bühnen.
Bai Ling
白灵
Chinesisch-amerikanische Schauspielerin, die durch ihre Rolle in 'The Crow' (1994) und 'Red Corner' (1997) mit Richard Gere international bekannt wurde. 1998 wählte das People Magazine sie unter die 50 schönsten Menschen der Welt. In der Verfilmung von 'Shanghai Baby' verkörperte sie eine Generation junger Chinesen zwischen traditionellen Werten und moderner Selbstfindung. Als Vierzehnjährige verbrachte sie drei Jahre mit der Volksbefreiungsarmee in Tibet - eine prägende Zeit, die sie als die schönste ihres Lebens beschreibt. Seit den 1990er Jahren in Hollywood tätig, wo sie sich als vielseitige Charakterdarstellerin etablierte.
Wang Qianyuan
王千源
Ein vielseitiger chinesischer Charakterdarsteller, bekannt für seine intensiven und authentischen Darstellungen in zeitgenössischen Dramen und Kriegsfilmen. Seine kraftvolle Performance in 'The Eight Hundred' (2020) unterstrich seine Fähigkeit, komplexe militärische Figuren mit emotionaler Tiefe zu verkörpern. Als Absolvent der Central Academy of Drama gilt er als einer der gefragtesten Schauspieler seiner Generation im chinesischen Kino.
Kunst
Mei Lanfang
梅兰芳 (Méi Lánfāng)
Mei Lanfang (1894–1961) war der berühmteste Darsteller der Peking-Oper: ein Mann, der Frauenrollen (dan) sang und spielte und die Kunstform in den 1920er- und 1930er-Jahren nach Japan, in die USA und die Sowjetunion brachte. Bertolt Brecht sah ihn 1935 in Moskau und entwickelte daraus seinen Begriff der Verfremdung.
Ai Weiwei
艾未未
Ai Weiwei ist der international bekannteste chinesische Künstler der Gegenwart — und der unbequemste. Sohn des Dichters Ai Qing, der in der Kulturrevolution verbannt wurde, ging er 1981 nach New York, kehrte 1993 zurück, beriet Herzog & de Meuron beim Olympiastadion ‚Vogelnest‘ und wandte sich dann gegen den Staat, der es gebaut hatte: Seine Bürgerrecherche zu den beim Erdbeben von 2008 gestorbenen Schulkindern, 81 Tage Haft 2011 und vier Jahre ohne Pass machten ihn zur Symbolfigur. Von 2015 bis 2019 lebte und arbeitete er in Berlin; seit 2021 in Portugal. Seine Arbeiten — hundert Millionen Porzellan-Sonnenblumenkerne, Rettungswesten am Konzerthaus Berlin, zertrümmerte Han-Vasen — verbinden chinesisches Handwerk mit politischer Geste.
Cao Fei
曹斐
Cao Fei gehört zu den international profiliertesten Künstlerinnen Chinas. Seit den frühen 2000er-Jahren dokumentiert sie mit Video, Fotografie und virtuellen Welten, wie Wirtschaftsboom, Digitalisierung und Globalisierung den chinesischen Alltag umkrempeln — vom Perlflussdelta bis ins Metaversum. Das Time Magazine zählt sie 2026 zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt.
Musik
Lang Lang
郎朗
Lang Lang ist der bekannteste klassische Pianist seiner Generation und der erste chinesische Musiker, der in Europa und Amerika zum Star wurde. Mit drei Jahren am Klavier, mit neun am Zentralen Konservatorium in Beijing, mit fünfzehn Schüler von Gary Graffman am Curtis Institute in Philadelphia — der Durchbruch kam 1999, als er beim Ravinia-Festival für den erkrankten André Watts einsprang. Seither spielt er mit allen großen Orchestern, nimmt für die Deutsche Grammophon auf und hat mit seiner Stiftung Klavierunterricht für Kinder zum Programm gemacht. 2012 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement um die deutsche Musikkultur.
Tan Dun
谭盾
Tan Dun ist der international erfolgreichste Komponist Chinas: Oscar und Grammy für die Musik zu ‚Tiger and Dragon‘ (2000), der Grawemeyer-Preis für die Oper ‚Marco Polo‘, die 1996 bei der Münchener Biennale uraufgeführt wurde, und die ‚Water Passion after St. Matthew‘, die die Internationale Bachakademie Stuttgart zum 250. Todestag Bachs in Auftrag gab. Seine Musik verbindet schamanische Klänge seiner Kindheit in Hunan mit der westlichen Avantgarde — und mit Wasser, Steinen und Papier als Instrumenten.
Astrologie
Carole Taylor
Britische Vollzeit-Astrologin, Cambridge-Absolventin und preisgekrönte Akademikerin, die Lehre, Schreiben und Beratungsarbeit verbindet. Nach ihrem Studium in Cambridge erwarb sie einen Master in Mythologie, Kosmologie und dem Heiligen an der Canterbury Christ Church University und wurde Fellowship an der Faculty of Astrological Studies. Als Direktorin für Studien an der Faculty of Astrological Studies und ehemalige Redakteurin der Zeitschrift der Astrological Association of Great Britain spezialisiert sie sich auf Geburtshoroskope, Prognosen, Standortastrologie und Beziehungsastrologie. Ihr Buch 'Astrology: Using the Wisdom of the Stars in Your Everyday Life' (2018) macht Astrologie sowohl für Anfänger als auch erfahrene Praktiker zugänglich und verbindet akademische Strenge mit praktischer Anwendung.
Daniela Herzberg
Deutsche Autorin, Gesundheits- und Ernährungscoach, die sich seit über 25 Jahren auf traditionelle chinesische Medizin, chinesische Astrologie und Feng Shui spezialisiert hat. Nach erfolgreichen Jahren im Marketing wechselte sie zu ganzheitlichen Gesundheitsthemen und erwarb durch zahlreiche Reisen, Ausbildungen und Kurse profundes Wissen in TCM-Ernährung und alternativen Heilmethoden. Über 20 Jahre lang verfasste sie gemeinsam mit Roger Keller den jährlich erscheinenden Kalender 'Ihr Chinesisches Horoskop' für den Bio Ritter Verlag und übernahm 2025 die Herausgeberschaft des erfolgreichen Jahrbuchs. Neben den Horoskopbüchern veröffentlichte sie zahlreiche Gesundheitsratgeber und Kochbücher und bietet Einzelcoachings, Beratungen und Vorträge in Deutschland, der Schweiz und auf den Kanaren an.
Maxim Mankevich
Deutscher Autor und Trainer im Bereich Bewusstseinsentwicklung und Spiritualität. Nach seinem BWL-Studium arbeitete er als Trainer bei Greator und war als Dozent in verschiedenen Seminaren tätig. Er veröffentlichte das Buch 'Soul Master' über spirituelle Entwicklung und Bewusstseinstraining und betreibt den Podcast 'Die Köpfe der Genies'. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Verbindung von spirituellen Lehren mit praktischen Anwendungen für persönliche Entwicklung und Bewusstseinserweiterung.
Michael Allgeier
Deutscher Berufsastrologe und astrologischer Autor, der nach seinem Studium der Grafik und Malerei an der Münchener Kunstakademie ein Langzeitstudium der Astrologie absolvierte. Gründete 2000 zusammen mit Barbara Allgeier den Allgeier-Verlag und ist Herausgeber des astrologischen Monatsmagazins 'Sternbild'. Von 2015 bis 2021 war er Chefastrologe der Zeitschrift 'Astrowoche'. 1995 gründete er das Astro-Kolleg Allgeier & Noé, das mit über 4.500 Absolventen zu den erfolgreichsten astrologischen Ausbildungsprogrammen Deutschlands zählt. Spezialisiert auf Karma-, Transformations- und Partnerschaftsastrologie, wurde er 2022 vom DAV mit dem Goldenen Jupiter für seine Verdienste um die qualitätsvolle astrologische Wissensvermittlung ausgezeichnet.
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Wirtschaft
Chinesische Firmen →
Profile chinesischer Unternehmen mit Bezug zum deutschsprachigen Raum.
Literatur
Chinesische Literatur →
Von den klassischen Romanen bis zur Gegenwart, mit deutschen Übersetzungen.
Film
Chinesisches Kino →
Regisseure, Filme und Generationen des chinesischen Films.
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Chinesische Philosophie →
Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus, Legalismus und ihre Denker.
Deutschland
China-Organisationen in Deutschland →
Kammern, Gesellschaften, Vereine — registerbelegt, mit Kontakten.
Kultur
Chinesische Kultur →
Traditionen, Philosophie, Kunst, Literatur und Feste im Überblick.