Yang Liwei
杨利伟 (Yáng Lìwěi)
Yang Liwei (geboren 1965 in Liaoning) flog am 15. Oktober 2003 mit Shenzhou 5 als erster Mensch mit einem chinesischen Raumschiff ins All. Der Flug dauerte gut 21 Stunden und machte China nach der Sowjetunion und den USA zum dritten Land, das aus eigener Kraft Menschen in den Orbit bringt. Im deutschsprachigen Raum wurde mit ihm das Wort „Taikonaut“ geläufig.
Vom Kampfpiloten zum Raumfahrer
Yang Liwei wuchs in Suizhong im Nordosten Chinas auf. 1987 schloss er die Luftwaffenakademie mit einem Abschluss in Luftfahrttechnik ab und flog danach Erdkampf- und Jagdflugzeuge, zuletzt als Major. 1996 wurde er unter 1.506 Piloten für das bemannte Raumfahrtprogramm ausgewählt; mit 1.350 Flugstunden brachte er mehr als das Doppelte der geforderten Erfahrung mit. Im Januar 1998 trat er in das Raumfahrerkorps ein, es folgten mehr als fünf Jahre Training.
Shenzhou 5: 21 Stunden, 14 Erdumkreisungen
Am 15. Oktober 2003 um 9 Uhr Pekinger Zeit hob die Trägerrakete mit Shenzhou 5 vom Kosmodrom Jiuquan ab. Yang Liwei umrundete die Erde vierzehnmal, aß Schweinefleisch mit Knoblauch, Gongbao-Huhn und Acht-Schätze-Reis aus Spezialpackungen, zeigte vor der Kamera die Flaggen Chinas und der Vereinten Nationen und funkte seiner Frau, es gehe ihm sehr gut. Nach 21 Stunden, 22 Minuten und 45 Sekunden landete die Kapsel am Morgen des 16. Oktober in der Inneren Mongolei. Noch im selben Jahr erhielt er den Ehrentitel „Held der Raumfahrt“.
Der dritte Weg ins All
Bis zu diesem Flug hatten nur die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten Menschen mit eigenen Raketen und Raumschiffen in den Orbit gebracht. Shenzhou 5 machte China zum dritten Land mit dieser Fähigkeit – und war der Anfang eines Programms, das über Außenbordeinsätze und Kopplungsmanöver bis zur eigenen Raumstation führte. Die Etappen dieses Programms beschreibt die Seite zur chinesischen Raumfahrt.
Nach dem Flug
Yang Liwei flog nicht wieder ins All, sondern wechselte in die Leitung des Programms: 2008 wurde er zum Generalmajor befördert, 2010 stellvertretender Direktor und im April 2018 Direktor des Büros für bemannte Raumfahrt, seit Oktober 2019 dessen stellvertretender technischer Leiter. 2017 zeichnete ihn die UNESCO mit ihrer Medaille für Weltraumwissenschaften aus.
Warum der Name im deutschsprachigen Raum bekannt ist
Mit Shenzhou 5 kam das Wort „Taikonaut“ in die deutschsprachigen Medien – gebildet aus dem chinesischen tàikōng (太空, „Weltraum“) nach dem Muster von Astronaut und Kosmonaut. Yang Liwei ist seither das Gesicht des Programms. Wer die technische Seite verfolgen will, findet die Missionen von Shenzhou bis zur Raumstation auf der Raumfahrtseite dieser Site.
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Andere interessante Persönlichkeiten
Quellen
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
- Wikipedia (deutsch, englisch, chinesisch) (Wikimedia Foundation und Freiwillige; laufend) · Quellenprofil
- Yang Liwei – Artikel der deutschen Wikipedia mit Einzelnachweisen (Ausbildung, Auswahl 1996, Startzeit, Ämter, UNESCO-Medaille)
- Yang Liwei – Artikel der englischen Wikipedia (Flugdauer, 14 Erdumkreisungen, Landung, Bordverpflegung)
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