Daoli mit der Zentralstraße道里区
Das Viertel zwischen Bahnlinie und Fluss ist das Schaufenster der Stadt: Zentralstraße, Hotel Modern, Seitengassen mit Bäckereien und die Uferpromenade am Songhua.
Provinzhauptstadt · Heilongjiang
Hā'ěrbīn
Im Winter sägen Arbeiter Eisblöcke aus dem gefrorenen Songhua und bauen daraus leuchtende Paläste. Im Sommer flanieren die Harbiner über das Kopfsteinpflaster der Zentralstraße und baden im Fluss.
Das Viertel zwischen Bahnlinie und Fluss ist das Schaufenster der Stadt: Zentralstraße, Hotel Modern, Seitengassen mit Bäckereien und die Uferpromenade am Songhua.
Auf dem Hügel südlich der Bahn liegen Hauptbahnhof, Hochschulen und breite Straßen mit Verwaltungs- und Wohnbauten aus der Bahnzeit.
Das alte chinesische Händlerviertel östlich der Bahn zeigt den „chinesischen Barock“: europäische Fassaden zur Straße, Holzgalerien und Innenhöfe dahinter.
Am Nordufer liegen die Parklandschaft der Sonneninsel und das Gelände der Eis- und Schneewelt. Im Sommer ein Ausflugsziel mit Wiesen und Teichen.
Harbin gehört zur Provinz Heilongjiang (黑龙江). Die Übersichtsseite ordnet Landschaft, Geschichte und die übrigen Orte ein.
Der Songhua fließt breit durch die Stadt. Im Winter frieren Fluss und Ufer zu; dann fahren Pferdeschlitten und Eisrutschen über das Eis, und Winterschwimmer steigen in ein ausgesägtes Becken.
Rund um Harbin erstreckt sich flaches Ackerland mit Schwarzerde. Südöstlich steigen die Hügel des Zhangguangcai-Gebirges an, mit den Skigebieten bei Yabuli.
Winter mit strengem Frost von November bis März, kurze, warme Sommer mit Gewittern. Im Juli und August ist die Stadt angenehm und grün.
1115Jin-Dynastie
Wanyan Aguda gründete die Jin-Dynastie; ihre Obere Hauptstadt Huining lag bei Acheng, heute ein Stadtbezirk von Harbin.
17.–19. Jh.Qing-Dynastie
Am Songhua lagen verstreute Fischer- und Bauerndörfer. Der Name Harbin stammt wohl aus dem Mandschurischen; seine Deutung ist umstritten.
1898–1903Bahnbau
Mit dem Bau der Ostchinesischen Eisenbahn wurde Harbin Knotenpunkt der Strecken nach Westen, Osten und Süden. Bahnarbeiter, Händler und Handwerker aus vielen Ländern zogen zu.
1903–1911Späte Qing-Zeit
Die Stadt wuchs rasch: Kirchen, Bahnhof, Brauerei, Mühlen und Geschäftshäuser entstanden. In Daowai siedelten chinesische Händler aus Shandong und Hebei.
1910–1911Lungenpest
Der Arzt Wu Lien-teh leitete in Harbin die Bekämpfung der Lungenpest. Masken aus Gaze, Quarantäne und Einäscherung der Toten beendeten die Epidemie binnen Monaten.
中央大街
Die Fußgängerstraße ist mit kleinen Granitblöcken gepflastert und von Fassaden in Barock, Renaissance und Jugendstil gesäumt. Sie endet an der Uferpromenade des Songhua.
圣索菲亚教堂
Die Backsteinkirche im byzantinischen Stil mit grüner Zwiebelkuppel ist Harbins bekanntestes Bauwerk. Innen zeigt eine Ausstellung historische Fotos der Stadtarchitektur.
冰雪大世界
Am Nordufer entstehen jeden Winter aus Flusseis nachgebaute Tempel, Burgen und Rutschen, abends farbig beleuchtet. Geöffnet meist von Ende Dezember bis Ende Februar.
太阳岛雪博会
Im Park der Sonneninsel formen Künstler aus gepresstem Schnee große weiße Figuren und Reliefs, die tagsüber am besten wirken.
极乐寺
Buddhistisches Kloster in Nangang mit Hallen, einer siebenstöckigen Pagode und dem nahe gelegenen Konfuziustempel – ein Gegenpol zur europäisch geprägten Innenstadt.
东北虎林园
In weitläufigen Gehegen am Nordufer leben Amurtiger; Besucher fahren in geschlossenen Bussen hindurch. Der Park dient auch der Zucht der Art.
金上京会宁府遗址
Wälle und Palastfundamente der ersten Jin-Hauptstadt mit Museum zur Geschichte der Jurchen, gut als Halbtagesausflug.
Frittierte Schweinefleischscheiben, glasiert mit süß-saurer Sauce, Ingwer und Frühlingszwiebel. Harbin gilt als Heimat des Gerichts; hier wird es eher hell und fruchtig-sauer zubereitet.
Die geräucherte, knoblauchwürzige Wurst Hongchang und das runde, große Brot „Dalieba“ gehen auf russische Bäcker und Metzger zurück und werden als Mitbringsel gekauft.
Kwass aus vergorenem Brot ist ein Sommergetränk. Die Brauerei der Stadt entstand 1900 und gehört zu den ältesten Chinas; Bier wird in Harbin auch im Winter getrunken.
Das Milcheis vom Hotel Modern wird an der Zentralstraße auch bei strengem Frost gegessen – ein Harbiner Ritual.
Das Festival wird jedes Jahr Anfang Januar eröffnet und verbindet Eis- und Schneewelt, Eislaternen in den Parks, Skulpturenwettbewerbe, Winterschwimmen und Spiele auf dem Flusseis.
Früh gab es in Harbin Orchester, Musikschulen und Klavierhandel. Das Sommer-Musikfest mit Konzerten in Parks und Sälen setzt diese Tradition fort.
Mehr dazu →Chinesische Bauherren kopierten europäische Fassaden und schmückten sie mit Fledermäusen, Pfirsichen und anderen Glückssymbolen. Das Ergebnis ist ein eigener Stil der Stadt.
Acheng und Shuangcheng im Umland sind alte Mandschu-Orte. Bannerfamilien, Ortsnamen und Gebäck wie Sachima erinnern daran.
Harbin ist ein Zentrum für Turbinen, Generatoren und Kessel. Die Werke gehören zu den großen Herstellern von Kraftwerksausrüstung in China.
Das Harbin Institute of Technology und weitere Hochschulen machen die Stadt zu einem Ausbildungsort für Ingenieure im Nordosten.
Brauereien, Milch- und Wurstverarbeitung sowie Pharmahersteller verarbeiten Rohstoffe aus dem agrarisch geprägten Umland.
Festival, Eis- und Schneewelt und die Skigebiete bei Yabuli bringen im Winter die meisten Gäste; die Hotels sind dann voll ausgelastet.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen
| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 哈尔滨 | Hā'ěrbīn | Harbin |
| 中央大街 | Zhōngyāng Dàjiē | Zentralstraße |
| 索菲亚教堂 | Suǒfēiyà Jiàotáng | Sophienkirche |
| 冰雪节 | Bīngxuě Jié | Eis- und Schneefestival |
| 太阳岛 | Tàiyáng Dǎo | Sonneninsel |
| 锅包肉 | guōbāoròu | glasiertes Schweinefleisch |
| 红肠 | hóngcháng | Harbiner Räucherwurst |
| 阿城 | Āchéng | Stadtbezirk mit der Jin-Hauptstadt |
Die offizielle Eröffnung ist jedes Jahr Anfang Januar; die Eis- und Schneewelt öffnet meist schon Ende Dezember. Wie lange die Anlagen stehen, hängt vom Wetter ab, in der Regel bis Ende Februar.
Im Januar herrscht strenger Dauerfrost, nachts oft weit unter dem Gefrierpunkt. Mit Daunenjacke, Thermounterwäsche, Mütze, Handschuhen und dicken Sohlen ist ein Besuch gut machbar; Cafés und Einkaufszentren bieten Pausen zum Aufwärmen.
Die Stadt entstand ab 1898 als Knoten der Ostchinesischen Eisenbahn. Ingenieure und Händler aus Russland und anderen Ländern bauten Kirchen, Bahnhöfe und Geschäftshäuser in europäischen Stilen, die zum Teil bis heute erhalten sind.
Guobaorou, Räucherwurst Hongchang, das große Brot Dalieba, Eis vom Hotel Modern, Kwass und Harbiner Bier, dazu Schmorgerichte des Nordostens wie Hähnchen mit Waldpilzen.
Per Flug nach Harbin Taiping oder mit dem Schnellzug über Changchun und Shenyang; aus Peking fahren direkte Schnellzüge nach Harbin West.
Provinz
Die nördlichste Provinz Chinas ist ein Land der langen Winter: Eisskulpturen in Harbin, Kiefernwälder im Hinggan, Vulkanseen und Schilfmarschen, in denen Rotkronenkraniche brüten.
Stadt · Heilongjiang
Vor den Toren der Stadt staksen Rotkronenkraniche durch das Schilf von Zhalong. In der Stadt selbst erinnern Parks und eine Moschee aus der Qing-Zeit daran, dass hier lange der Norden verwaltet wurde.
Stadt · Heilongjiang
Im bewaldeten Südosten der Provinz staut Lava den Mudan-Fluss zu einem langen See, und auf der Ebene bei Ning'an liegen die Grundmauern einer Hauptstadt, die nach dem Vorbild von Chang'an geplant wurde.
Musik
Von der klassischen Instrumentalmusik bis zum Pop.
Genuss
Die acht großen Regionalküchen, ihre Signaturgerichte und Rezepte zum Nachkochen.