Mudan-Fluss牡丹江
Der Fluss entspringt im Changbai-Gebirge, durchfließt den Jingpo-See und mündet weiter nördlich in den Songhua. Die Stadt liegt in einem weiten Talbecken an seinem Mittellauf.
Bezirksfreie Stadt · Heilongjiang
Mǔdānjiāng
Im bewaldeten Südosten der Provinz staut Lava den Mudan-Fluss zu einem langen See, und auf der Ebene bei Ning'an liegen die Grundmauern einer Hauptstadt, die nach dem Vorbild von Chang'an geplant wurde.
Mudanjiang gehört zur Provinz Heilongjiang (黑龙江). Die Übersichtsseite ordnet Landschaft, Geschichte und die übrigen Orte ein.
Der Fluss entspringt im Changbai-Gebirge, durchfließt den Jingpo-See und mündet weiter nördlich in den Songhua. Die Stadt liegt in einem weiten Talbecken an seinem Mittellauf.
Bewaldete Bergrücken umgeben das Becken. In ihren Tälern fällt im Winter viel Schnee, der an Häusern und Zäunen dicke weiße Hauben bildet.
Nordwestlich des Jingpo-Sees liegen erloschene Krater, in denen dichter Wald wächst. Ihre Lavaströme stauten einst den Fluss auf.
Kalte, schneereiche Winter und warme, feuchte Sommer. Die Berge sind etwas milder und niederschlagsreicher als die Ebenen im Westen der Provinz.
8.–10. Jh.Bohai-Reich
Das Reich Bohai verlegte seine Hauptstadt Shangjing Longquanfu auf die Ebene bei Ning'an. Stadtmauer, Palastachse und Straßenraster folgten dem Plan von Chang'an.
926Ende von Bohai
Die Kitan der Liao-Dynastie eroberten die Hauptstadt und beendeten das Reich. Die Bevölkerung wurde teilweise umgesiedelt, die Stadt verfiel.
17. Jh.Qing-Dynastie
Ninguta wurde Garnisonsort und Sitz eines Generals. Die Qing schickten verbannte Beamte und Gelehrte hierher; ihre Briefe und Gedichte schildern Kälte und Entbehrung.
1898–1903Späte Qing-Zeit
Die Ostlinie der Ostchinesischen Eisenbahn wurde durch die Berge gebaut. In Hengdaohezi entstanden Bahnhof, Lokschuppen und Holzhäuser, die bis heute erhalten sind.
镜泊湖
Lang gestreckter Lavastausee mit Inseln, Felsufern und dem Wasserfall Diaoshuilou am nördlichen Abfluss; dazu Kraterwälder in den Bergen.
渤海国上京龙泉府遗址
Wälle der Außenmauer, Palastfundamente und ein Museum bei Ning'an. Im nahen Xinglong-Tempel steht eine steinerne Laterne aus Basalt aus der Bohai-Zeit.
雪乡
Das Walddorf bei Hailin ist für seinen Schnee bekannt, der sich in runden Polstern auf Dächern und Zäunen türmt. Abends leuchten rote Laternen.
横道河子
Bahnstädtchen mit Holzhäusern, orthodoxer Kirche und einem fächerförmigen Lokschuppen aus der Bauzeit der Bahn; nahebei ein Zuchtpark für Amurtiger.
宁安 · 宁古塔
Die Kleinstadt erinnert mit Gedenkstätten an die Garnison Ninguta und die verbannten Gelehrten der Qing-Zeit.
Kaltnudeln in säuerlicher Brühe, geschlagene Reiskuchen, Kimchi und Grillfleisch – in Mudanjiang Alltagsessen, nicht nur Spezialität.
Bei Ning'an wächst Reis auf verwittertem Basalt. Die Körner gelten als besonders aromatisch und werden in ganz China verkauft.
Rotschwanz-Fisch, Karpfen und Karauschen aus dem See werden gedämpft oder geschmort, oft direkt am Ufer.
In Dörfern um Mudanjiang und Hailin leben Koreaner mit eigenen Festen, Trommeltänzen und Häusern mit beheizten Böden.
Gelehrte in Ninguta gründeten Schulen, sammelten Pflanzen und schrieben Gedichte über den Norden. Diese „Verbannten-Kultur“ ist ein fester Begriff der Regionalgeschichte.
Mehr dazu →Ning'an ist ein altes Siedlungsgebiet der Mandschu. Bannerfamilien, Feste und Speisen wie Klebhirse-Kuchen erinnern daran.
Aus den Wäldern kommen Holz und Pilze, aus den Tälern Reis und Tabak; Mühlen und Lebensmittelwerke verarbeiten sie.
Jingpo-See im Sommer und Xuexiang im Winter bringen Gäste das ganze Jahr. Viele Dörfer leben von Gästehäusern.
Mudanjiang ist Bahn- und Straßenknoten für den Handel in den Osten der Provinz; Großmärkte versorgen die umliegenden Kreise.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen
| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 牡丹江 | Mǔdānjiāng | Mudanjiang; der Name geht auf das Mandschurische für „gewundener Fluss“ zurück |
| 镜泊湖 | Jìngpō Hú | Jingpo-See |
| 渤海国 | Bóhǎiguó | Bohai-Reich |
| 宁古塔 | Nínggǔtǎ | Garnison Ninguta |
| 雪乡 | Xuěxiāng | Schneedorf |
| 冷面 | lěngmiàn | Kaltnudeln |
| 流人 | liúrén | Verbannte |
Für den Jingpo-See mit dem Wasserfall Diaoshuilou, die Ruinen der Bohai-Hauptstadt bei Ning'an, das Schneedorf Xuexiang, koreanische Küche und den Reis aus Xiangshui.
Von Dezember bis Februar liegt der Schnee am höchsten. Die Wochen um Neujahr und das Frühlingsfest sind am vollsten.
Eine Garnison der Qing beim heutigen Ning'an und einer der gefürchtetsten Verbannungsorte des Reiches. Verbannte Gelehrte hinterließen Gedichte und Berichte über das Leben im Norden.
Mit dem Schnellzug aus Harbin oder per Flug nach Mudanjiang Hailang. Von der Stadt aus erreicht man Jingpo-See, Ning'an und Xuexiang mit Bus oder Mietwagen.
Provinz
Die nördlichste Provinz Chinas ist ein Land der langen Winter: Eisskulpturen in Harbin, Kiefernwälder im Hinggan, Vulkanseen und Schilfmarschen, in denen Rotkronenkraniche brüten.
Stadt · Heilongjiang
Im Winter sägen Arbeiter Eisblöcke aus dem gefrorenen Songhua und bauen daraus leuchtende Paläste. Im Sommer flanieren die Harbiner über das Kopfsteinpflaster der Zentralstraße und baden im Fluss.
Geographie
Heilige Berge, Nationalparks, Schluchten, Seen und Welterbe – mit Wegen, Jahreszeiten und Anreise.
Literatur
Buch der Lieder, Tang-Dichtung und Song-Lieder – und ihr Weg ins Deutsche.