Zhang Yimou
张艺谋 (Zhāng Yìmóu)
Zhang Yimou (geb. 1950) ist der international bekannteste Regisseur Chinas: Sein Debüt „Rotes Kornfeld“ gewann 1988 als erster chinesischer Film den Goldenen Bären der Berlinale, später folgten zwei Goldene Löwen in Venedig, die Kampfkunstfilme „Hero“ und „House of Flying Daggers“ und die Eröffnungsfeiern der Olympischen Spiele 2008 und 2022 in Peking.
Vom Textilarbeiter zum Kameramann
Zhang Yimou wurde 1950 in Xi'an geboren (manche Quellen nennen 1951) und arbeitete nach der Schule Jahre in einer Textilfabrik, wo er sich mit einer selbst gekauften Kamera das Fotografieren beibrachte. 1978, mit 27 Jahren und über der Altersgrenze, wurde er an der wiedereröffneten Filmakademie Peking aufgenommen – im selben Jahrgang wie Chen Kaige. Als Kameramann drehte er 1984 Chens „Gelbe Erde“, den Film, mit dem die sogenannte Fünfte Generation begann: Landschaft statt Parole, Bilder statt Dialog.
Rotes Kornfeld und die Jahre mit Gong Li
Sein erster eigener Film, „Rotes Kornfeld“ nach dem Roman von Mo Yan, gewann 1988 den Goldenen Bären in Berlin und machte die Hauptdarstellerin Gong Li über Nacht bekannt. Es folgten „Ju Dou“, „Rote Laterne“ (Silberner Löwe, Venedig 1991), „Die Geschichte der Qiu Ju“ (Goldener Löwe 1992) und „Leben!“ – Filme über Frauen in einer erstarrten Gesellschaft, in satten Rot- und Gelbtönen fotografiert, die in China teils erst mit Verzögerung gezeigt wurden und im Westen das Bild des chinesischen Kinos prägten. 1999 gewann „Keiner weniger“, ein Film mit Laiendarstellern über eine Dorflehrerin, einen zweiten Goldenen Löwen.
Hero, Fliegende Dolche, Olympia
Mit „Hero“ (2002) wandte sich Zhang dem Kampfkunstfilm zu: Attentäter, Kalligraphie, Farben als Kapitel – der Film wurde weltweit zum Kassenerfolg und war für den Oscar nominiert. „House of Flying Daggers“ (2004) und „Der Fluch der goldenen Blume“ (2006) setzten den Stil fort. 2008 inszenierte er die Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Sommerspiele in Peking, 2022 erneut die der Winterspiele – Massenchoreografien, die weltweit gesehen wurden. Daneben drehte er weiter kleinere Filme, darunter „Coming Home“ (2014) und „Shadow“ (2018).
Zhang Yimou im deutschsprachigen Raum
Kein chinesischer Regisseur ist im deutschsprachigen Programmkino so präsent: Seit dem Goldenen Bären von 1988 liefen fast alle seine Filme auf der Berlinale oder im Verleih, „Rote Laterne“ und „Hero“ gehören zu den erfolgreichsten chinesischen Filmen in deutschen Kinos. Die Verfilmung von Mo Yans Roman machte den späteren Nobelpreisträger im deutschsprachigen Raum überhaupt erst bekannt. Viele seiner Filme sind auf DVD und bei Streamingdiensten mit deutscher Synchronisation verfügbar.
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