Historische Stätte · Peking

Große Mauer bei Peking 北京长城

Běijīng Chángchéng

Über die Grate des Yan-Gebirges zieht sich die Mauer der Ming von Pass zu Pass, mal frisch restauriert mit Geländern, mal als bröckelnde Ruine zwischen Gestrüpp und Felsen.

Lage
Yan-Gebirge nördlich von Peking
Bauzeit
überwiegend Ming-Dynastie (1368–1644)
Welterbe
UNESCO seit 1987
Abschnitte
Badaling, Mutianyu, Jiankou, Simatai
Östliches Ende
Shanhaiguan am Bohai-Meer (Hebei)
Flughäfen
Peking Hauptstadt (PEK), Daxing (PKX)
景点

Höhepunkte

  1. Badaling 八达岭

    Der Pass sicherte die Straße nach Nordwesten ins Steppenland. Die breite, stark restaurierte Mauer mit Geländern klettert zu beiden Seiten steil hinauf; hier kommen die meisten Besucher.

  2. Juyong-Pass und Wolkenterrasse 居庸关 · 云台

    Im Tal südlich von Badaling umschließt eine Festungsmauer beide Hänge. Der Torsockel der Yuan-Zeit trägt buddhistische Reliefs und Inschriften in sechs Schriften.

  3. Mutianyu 慕田峪

    Dicht gereihte Wachtürme auf einem bewaldeten Kamm, Zinnen auf beiden Seiten der Mauer und ein Tor mit drei Türmen auf gemeinsamer Plattform. Im Westen steigt die Mauer zum steilen Ochsenhorn auf.

  4. Jiankou 箭扣

    Die Mauer folgt einem Grat in Form eines gespannten Bogens. Unrestauriert, mit Namen wie „Wo der Adler kopfüber fliegt“ und der „Himmelsleiter“ – das Bild der Mauer auf vielen Fotografien.

  5. Pekinger Knoten 北京结

    Oberhalb von Jiankou treffen drei Mauerzüge an einem Turm zusammen. Von hier blickt man auf die Linie, die sich nach Mutianyu hinüberzieht.

  6. Simatai 司马台

    Ein steiler, kaum veränderter Abschnitt über einem kleinen Stausee. Der Zugang führt durch die neu gebaute Wasserstadt Gubei; abends wird die Mauer angestrahlt.

  7. Huanghuacheng 黄花城

    Hier läuft die Mauer an einem Stausee entlang und verschwindet stellenweise im Wasser. Zur Blütezeit leuchten am Hang gelbe Blumen, nach denen der Ort benannt ist.

路线

Wege und Rundgänge

Badaling Nordflügel

2–3 Stundenmittel

Vom Passtor auf dem breiten Wehrgang nach Norden bis zum höchsten Punkt des Abschnitts und zurück. Steile Stufen, aber Geländer; alternativ mit der Seilbahn hinauf.

Mutianyu bis zum Ochsenhorn

3–4 Stundenmittel

Mit Seilbahn oder zu Fuß auf die Mauer, dann nach Westen durch Turm um Turm bis zum steilen Ochsenhorn am Ende der Restaurierung. Hinab mit Sessellift, Rodelbahn oder zu Fuß.

Jiankou nach Mutianyu

5–7 Stundenanspruchsvoll

Vom Dorf Xizhazi hinauf zu Jiankou, über lose Ziegel und steile Rampen zum Pekinger Knoten und hinab nach Mutianyu. Nur für Erfahrene, bei trockenem Wetter, besser mit Führer.

Simatai

2–3 Stundenmittel

Durch die Wasserstadt Gubei zur Seilbahn und über den geöffneten Mauerteil mit seinen engen, steilen Treppen. Abendführungen zeigen die beleuchtete Mauer über dem See.

Rund um den Juyong-Pass

2–3 Stundenanspruchsvoll

Von der Wolkenterrasse auf die Festungsmauer und den Hang hinauf, über den Kamm auf die andere Talseite und zurück: eine geschlossene Runde mit sehr steilen Stufen.

四季

Die vier Jahreszeiten

春Frühling

Im April blühen wilde Aprikosen und Pfirsiche an den Hängen. Frühjahrswinde bringen gelegentlich Staub aus dem Norden.

夏Sommer

Grüne Berge, aber Hitze auf der schattenlosen Mauer und nachmittags Gewitter. Bei Donner die Grate sofort verlassen.

秋Herbst

Die beste Zeit: klare Fernsicht und rotes, gelbes Laub an den Hängen. An den Feiertagen Anfang Oktober ist Badaling überfüllt.

冬Winter

Wenige Besucher und oft klare Luft, dazu Schnee auf den Türmen. Vereiste Stufen sind gefährlich; wilde Abschnitte dann meiden.

自然

Geologie, Pflanzen und Tiere

Yan-Gebirge燕山

Die Kette trennt die Nordchinesische Ebene vom Hochland im Norden. Die Mauer nutzt ihre Kämme als natürliche Barriere und sperrt die Täler dazwischen.

Wald und Gestrüpp山林

An restaurierten Abschnitten wie Mutianyu wächst dichter Mischwald bis an die Mauer. Auf wilden Graten sprießen Sträucher und kleine Bäume aus den Fugen.

山水

Landschaft und Klima

Pässe und Täler关口

Wo Täler das Gebirge durchbrechen, verdichtet sich die Mauer zu Festungen: Juyong und Badaling im Nordwesten, Gubeikou im Nordosten. Dazwischen folgt sie dem Grat.

Jundu-Berge军都山

Der Gebirgsteil im Nordwesten Pekings wird von einer tiefen Talfurche durchschnitten, dem Guangou. In ihr liegen Juyong-Pass und Badaling hintereinander.

历史

Geschichte bis 1912

  1. 550–577Nördliche Qi

    Die Nördlichen Qi zogen eine Mauer durch die Berge nördlich des heutigen Peking. Auf einigen ihrer Linien, nach der Überlieferung etwa bei Mutianyu, bauten die Ming später weiter.

  2. 1342–1345Yuan-Dynastie

    Am Juyong-Pass entstand ein Torbau mit drei weißen Pagoden, dessen Sockel als Wolkenterrasse erhalten ist. Eine Mauer im Sinne der Abwehr bauten die Mongolen nicht.

  3. 1368–1550Ming-Dynastie

    Der General Xu Da befestigte die Pässe nördlich der Hauptstadt. Nach Einfällen aus der Steppe, etwa einem Vorstoß bis vor Peking 1550, wurden die Anlagen stetig verstärkt.

  4. 1568–1583Ming-Dynastie

    Qi Jiguang ließ als Befehlshaber des Militärbezirks Jizhou die Mauer mit Ziegeln verkleiden und hohle Wachtürme bauen, in denen Soldaten wohnten und Waffen lagerten. Mutianyu und Simatai zeigen seine Handschrift.

  5. 1691Qing-Dynastie

    Da das Reich der Qing zu beiden Seiten der Mauer lag, verlor sie ihren Zweck. Der Kangxi-Kaiser lehnte ihre Instandsetzung ab: Die wahre Mauer sei die Zustimmung des Volkes.

名胜

In der Umgebung

BauwerkUNESCO-Welterbe seit 1987

Shanhaiguan

山海关

Am Bohai-Meer erreicht die Ming-Mauer das Wasser. Die Festung mit dem „Ersten Pass unter dem Himmel“ und dem Drachenkopf im Meer gilt als ihr östliches Ende.

Bauwerk

Jinshanling

金山岭

Der Nachbarabschnitt von Simatai liegt schon in Hebei: reich an Wachtürmen und Ziegeln mit Inschriften. Die einst beliebte Wanderung hinüber nach Simatai ist seit Längerem unterbrochen.

Bauwerk

Hushan

虎山

Am Yalu in Liaoning endete eine Mauerlinie der Ming noch weiter östlich als Shanhaiguan.

BauwerkUNESCO-Welterbe seit 2003

Ming-Gräber

明十三陵

Die Kaisergräber im Bezirk Changping liegen am Weg nach Badaling und lassen sich mit der Mauer zu einem Tagesausflug verbinden.

美食

Küche und Spezialitäten

Bauernküche am Fuß der Mauer农家菜

In den Dörfern unter Mutianyu und Jiankou kochen Familien Forelle aus Zuchtbecken mit Quellwasser, Wildkräuter, Maisfladen und Gerichte mit Esskastanien aus den Hainen der Umgebung.

文化

Kultur, Handwerk und Feste

Signalfeuer烽火台

Von Turm zu Turm meldeten Rauch am Tag und Feuer bei Nacht einen Angriff. So erreichte eine Warnung die Garnisonen schneller als jeder Reiter.

Ziegel mit Inschriften文字砖

Manche Ziegel tragen eingeprägt die Regierungsdevise, das Jahr und die Einheit, die sie brannte oder verbaute. Besonders bei Jinshanling und Simatai finden sie sich noch in der Mauer.

Lange Mauer万里长城

Der chinesische Name Wanli Changcheng bedeutet „Lange Mauer der zehntausend Li“, also eine unermesslich lange Mauer. Ein einziges durchgehendes Bauwerk war sie nie.

交通

Anreise und Reisezeit

Flughäfen

  • Peking Hauptstadt (PEK) – im Nordosten, am nächsten zu Mutianyu, Jiankou und Simatai
  • Peking Daxing (PKX) – im Süden, für alle Abschnitte weit entfernt

Bahn

  • Schnellzüge ab Peking Nord und Qinghe halten im Bahnhof Badaling Changcheng tief im Berg unter der Mauer.
  • Zu Mutianyu, Jiankou und Simatai gibt es keine Bahn; man fährt mit Bussen über Huairou oder Miyun, mit Ausflugsbussen oder mit einem Wagen mit Fahrer.

Beste Reisezeit

  • April bis Mai und September bis Oktober: angenehm zum Wandern und mit guter Sicht. Im Hochsommer früh starten.
  • Wanderungen auf unrestaurierten Abschnitten wie Jiankou sind offiziell nicht als Besucherwege erschlossen und werden teils untersagt; vor Ort die aktuellen Regeln erfragen (Stand September 2026).
  • Feste Schuhe, Handschuhe für wilde Abschnitte, Wasser und Sonnenschutz einpacken; auf der Mauer gibt es kaum Schatten.
  • Wochentage wählen: An Wochenenden und Feiertagen staut sich der Verkehr auf den Zufahrten.

Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen

词汇

Kleines Glossar

ZeichenPīnyīnBedeutung
长城Chángchéng„Lange Mauer“, Große Mauer
敌楼dílóuWachturm
烽火台fēnghuǒtáiSignalturm
关guānPass, Passfestung
垛口duǒkǒuZinne, Schießscharte
野长城yě chángchéng„wilde Mauer“, unrestauriert
索道suǒdàoSeilbahn
滑道huádàoSommerrodelbahn
问答

Häufige Fragen

Welcher Mauerabschnitt bei Peking ist der beste?

Für den ersten Besuch Mutianyu: gut restauriert, schöne Landschaft und weniger voll als Badaling. Badaling ist am leichtesten mit der Bahn erreichbar. Simatai beeindruckt mit Steilheit und Abendlicht, Jiankou ist nur etwas für geübte Wanderer.

Wie viel Zeit braucht man für die Große Mauer?

Mit An- und Abreise einen Tag. Auf der Mauer selbst genügen an Badaling oder Mutianyu drei bis vier Stunden; Wanderungen auf wilden Abschnitten füllen den ganzen Tag.

Wo liegt das Ende der Großen Mauer?

Als östliches Ende gilt Shanhaiguan am Bohai-Meer in Hebei, als westliches der Jiayu-Pass in Gansu. Eine Ming-Linie reichte jedoch noch bis an den Yalu in Liaoning.

Darf man auf der wilden Mauer wandern?

Unrestaurierte Abschnitte sind nicht als Besucherstrecken freigegeben, das Betreten wird teils verboten und kontrolliert. Wer dennoch wandert, handelt auf eigenes Risiko: lose Ziegel, steile Rampen und keine Rettungswege.

Ist die Mauer vom Weltall aus zu sehen?

Nicht mit bloßem Auge. Die Mauer ist lang, aber schmal und hat ungefähr die Farbe der Berge, über die sie läuft.

Quellen

Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.

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