Hauptachse von Süd nach Nord
Vom Südtor zum Rundaltar, weiter zum Himmelsgewölbe mit Echomauer und über die Danbi-Brücke zur Halle der Erntegebete. So folgt man dem Weg der Zeremonien.
Historische Stätte · Peking
Tiāntán
Runde Dächer in Himmelsblau, weiße Marmorterrassen und ein Wald aus alten Zypressen: Hier trat der Kaiser als Sohn des Himmels vor seinen Herrn und bat um gute Ernten.
Der Rundbau trägt ein dreifaches blaues Kegeldach und steht auf einer dreistufigen Marmorterrasse. Vier innere Säulen stehen für die Jahreszeiten, zwei Ringe aus je zwölf für Monate und Doppelstunden.
Drei offene, kreisrunde Marmorterrassen ohne Dach: Hier opferte der Kaiser zur Wintersonnenwende dem Himmel. Platten, Stufen und Geländer folgen Vielfachen der Neun.
Die runde Platte im Zentrum des obersten Altars. Wer hier spricht, hört seine Stimme durch den Widerhall der Geländer deutlich verstärkt.
Die kleine Rundhalle mit vergoldeter Spitze bewahrte die Geistertafeln des Himmelsgottes und der kaiserlichen Ahnen. Ihr Innendach aus bemalten Kassetten gehört zu den schönsten des Tempels.
An der glatten Rundmauer um das Himmelsgewölbe läuft Geflüstertes von einer Seite zur anderen. Heute hält ein Geländer die Besucher auf Abstand, der Effekt ist schwächer geworden.
Ein erhöhter, breiter Steinweg verbindet Rundaltar und Erntegebetshalle. Er steigt nach Norden leicht an – der Weg des Kaisers führte dem Himmel entgegen.
Vor den großen Opfern fastete der Kaiser hier, umgeben von einem doppelten Wassergraben. Die Haupthalle ist ein Gewölbebau aus Ziegeln ohne tragende Holzbalken.
Hier probten Musiker und Tänzer die Ritualmusik für die Opfer. Heute zeigt der Hof alte Instrumente wie Glockenspiele und Klangsteine; zeitweise gibt es Vorführungen.
Vom Südtor zum Rundaltar, weiter zum Himmelsgewölbe mit Echomauer und über die Danbi-Brücke zur Halle der Erntegebete. So folgt man dem Weg der Zeremonien.
Früh durch das Osttor und die Lange Galerie, wo ältere Pekinger Karten spielen, singen und musizieren, dann zur Erntegebetshalle und durch den Zypressenhain.
Vom Westtor zum Amt für heilige Musik und zum Fastenpalast mit seinen Gräben. Der ruhigere Teil des Parks, im Sommer schattig unter alten Bäumen.
Die Hauptachse, danach westlich über die Zentralachse zum Altar des Ackerbaus mit dem Museum für alte Architektur. Ein Halbtag im Zeichen der kaiserlichen Riten.
春Frühling
Ab März blühen Aprikosen, Forsythien und Flieder zwischen den Zypressen. Klare Tage zeigen das Blau der Dächer am besten.
夏Sommer
Heiß, aber die alten Bäume spenden viel Schatten. Früh am Morgen ist der Park am lebendigsten und am kühlsten.
秋Herbst
Die ideale Zeit: Ginkgos färben sich gelb, der Himmel ist oft tiefblau. Die Feiertage Anfang Oktober sind voll.
冬Winter
Kalt und klar. Um die Wintersonnenwende, die Zeit des großen Himmelsopfers, liegt der Rundaltar im flachen Licht.
Ein dichter Bestand alter Zypressen und Wacholder bedeckt den Park, viele aus der Ming-Zeit. Sie sollten die Stille und Ehrfurcht des Ortes betonen.
Nordwestlich des Himmelsgewölbes steht ein uralter Baum, dessen gedrehte Stammfurchen an sich windende Drachen erinnern.
Der Himmel galt als rund, die Erde als quadratisch. Deshalb ist die Umfassungsmauer im Norden gerundet und im Süden eckig, die Altäre sind rund, ihre Höfe quadratisch.
Zwei Mauerringe umschließen die Anlage. Innen liegen die Opferbauten auf einer Nord-Süd-Achse, außen der weite Park mit Bäumen und Wegen.
1420Ming-Dynastie
Der Yongle-Kaiser ließ gleichzeitig mit dem Palast einen Altar für Himmel und Erde errichten. Beide wurden zunächst gemeinsam verehrt.
1530–1534Ming-Dynastie
Der Jiajing-Kaiser trennte die Opfer: Für die Erde entstand ein Altar im Norden der Stadt, hier im Süden der Rundaltar. Seitdem heißt die Anlage Himmelstempel.
1749–1751Qing-Dynastie
Qianlong ließ den Rundaltar mit weißem Marmor vergrößern, gab der Erntegebetshalle ihren heutigen Namen und ein einheitlich blaues Dach.
1889Qing-Dynastie
Ein Blitz setzte die Halle der Erntegebete in Brand. Sie wurde in den folgenden Jahren nach alten Maßen neu errichtet; für die Säulen holte man Holz von weit her.
bis 1911Qing-Dynastie
Bis zum Ende der Kaiserzeit fand jedes Jahr zur Wintersonnenwende das große Opfer am Rundaltar statt; im Frühjahr wurde in der Halle um gute Ernten gebetet.
先农坛
Westlich des Himmelstempels pflügte der Kaiser im Frühjahr zeremoniell eine Furche. Heute zeigt hier ein Museum die Holzbaukunst Pekings.
地坛
Das Gegenstück im Norden der Stadt: ein quadratischer Altar, an dem der Kaiser zur Sommersonnenwende der Erde opferte.
紫禁城
Der Kaiserpalast liegt im Norden der Innenstadt. Vor jedem großen Opfer zog der Kaiser mit seinem Gefolge von dort durch die Stadt hierher.
Jasmintee gilt als der typische Tee der Pekinger. Viele ältere Parkbesucher bringen ihn in großen Gläsern oder Thermosflaschen mit.
Mehr dazu →Nur der Kaiser durfte dem Himmel opfern. Nach drei Tagen Fasten zog er vor Morgengrauen zum Altar, begleitet von Musik, Tänzen, Tieropfern und dem Verbrennen von Seide.
Die tiefblau glasierten Ziegel der Rundbauten standen für den Himmel und heben den Tempel deutlich von den gelben Dächern des Palastes ab.
Zu den Opfern spielte ein Ensemble aus Glockenspielen, Klangsteinen, Flöten und Zithern die feierliche Hofmusik, die sich auf die alte Tradition der Ritenmusik berief.
Mehr dazu →Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
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| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 天坛 | Tiāntán | Himmelsaltar, Himmelstempel |
| 祈年殿 | Qíniándiàn | Halle der Erntegebete |
| 圜丘 | Yuánqiū | Rundaltar |
| 皇穹宇 | Huángqióngyǔ | Kaiserliches Himmelsgewölbe |
| 回音壁 | Huíyīnbì | Echomauer |
| 天子 | tiānzǐ | „Sohn des Himmels“, Titel des Kaisers |
| 斋宫 | Zhāigōng | Fastenpalast |
| 冬至 | dōngzhì | Wintersonnenwende |
Genau genommen ein Altar. Es gab keine Mönche und keine Gemeinde; die Anlage diente allein den Opfern des Kaisers an den Himmel. Der chinesische Name Tiantan bedeutet „Himmelsaltar“.
Für die Hauptachse mit Rundaltar, Echomauer und Erntegebetshalle rund zwei Stunden. Mit Fastenpalast, Musikamt und einem Spaziergang durch den Park einen halben Tag.
Das Südtor, wenn man dem zeremoniellen Weg vom Rundaltar zur Erntegebetshalle folgen will. Das Osttor liegt an der U-Bahn und am lebhaften Morgenpark.
Der Kreis stand für den Himmel. Rund sind auch der Altar und das Himmelsgewölbe, das blaue Dach wiederholt die Farbe des Himmels.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
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