Enge im Korridor嘉峪山口
Im Süden steigen die Schneegipfel des Qilian-Gebirges auf, im Norden die dunklen Hänge des Heishan. Dazwischen bleibt ein schmaler Durchgang – der ideale Ort für eine Sperre.
Bezirksfreie Stadt · Gansu
Jiāyùguān
Wo der Hexi-Korridor zwischen Schneebergen und Schwarzem Berg am engsten wird, riegelte eine Lehmfestung das Reich nach Westen ab. Hinter ihr begann für Reisende der Ming-Zeit die Fremde.
Jiayuguan gehört zur Provinz Gansu (甘肃). Die Übersichtsseite ordnet Landschaft, Geschichte und die übrigen Orte ein.
Im Süden steigen die Schneegipfel des Qilian-Gebirges auf, im Norden die dunklen Hänge des Heishan. Dazwischen bleibt ein schmaler Durchgang – der ideale Ort für eine Sperre.
Rund um die Stadt liegt flache Kieswüste. Pappelreihen und bewässerte Felder bilden grüne Inseln.
Trocken und windig, sonnige Sommer, sehr kalte Winter. Der Blick auf die verschneiten Qilian-Berge ist im Herbst und Winter am klarsten.
3.–4. Jh.Wei und Jin
Wohlhabende Familien ließen sich in Grabkammern bestatten, deren Ziegel mit Szenen aus Landwirtschaft, Jagd, Küche und Festmahl bemalt sind.
1372Ming-Dynastie
Der General Feng Sheng ließ nach der Rückeroberung des Korridors hier eine Festung aus Stampflehm errichten. Tore und Türme kamen im Lauf des 15. und 16. Jh. hinzu.
1539Ming-Dynastie
Mauerabschnitte verbanden die Festung mit den Bergen; eine Mauer kletterte steil den Heishan hinauf, die heutige „Hängende Mauer“.
1644–1911Qing-Dynastie
Mit der Ausdehnung des Reiches nach Westen verlor der Pass seine Grenzfunktion, blieb aber Zoll- und Kontrollpunkt für Reisende und Karawanen.
嘉峪关关城
Innere Stadt, Wehrgang, Tortürme und Vorwerke aus Stampflehm und Ziegeln; von den Mauern blickt man auf Schneeberge und Gobi.
悬壁长城
Ein restaurierter Mauerzug, der fast senkrecht einen Grat hinaufsteigt. Oben reicht der Blick über die Festung bis in den Korridor.
长城第一墩
Der westlichste Turm der Ming-Mauer steht am Rand einer tiefen Schlucht des Taolai-Flusses.
魏晋墓
Eine Grabkammer ist zugänglich; die bemalten Ziegel zeigen Pflüger, Hirten, Köche und Boten – ein seltenes Bild vom Alltag im Korridor.
长城博物馆
Das Museum erklärt Bauweise und Geschichte der Mauer von den Streitenden Reichen bis zu den Ming.
Eine dicke, gewürzte Mehlsuppe mit Hähnchenfleisch, in die man frittierte Teigstreifen bricht – ein Frühstück aus Jiuquan und Jiayuguan.
Gegrillte Lammspieße und ganze Lammkeulen gehören zu jedem Abendmarkt der Stadt.
Trockene Luft und große Temperaturunterschiede eignen sich für den Weinbau; Kellereien der Region füllen Rot- und Weißweine ab.
Ein Baumeister soll den Bedarf so genau berechnet haben, dass nur ein Ziegel übrig blieb. Er liegt der Legende nach bis heute auf einem Torsims.
Schlägt man zwei Steine an einer bestimmten Mauerstelle aneinander, klingt das Echo wie das Zwitschern einer Schwalbe – mit einer traurigen Legende dazu.
Dünnwandige Becher aus Qilian-Jade, besungen im Vers vom „Traubenwein im Nachtleuchtenden Becher“, werden in Jiuquan noch geschliffen.
Das große Eisen- und Stahlwerk der Region gab der Stadt ihre heutige Gestalt; Wohnviertel und Straßen wurden um das Werk herum geplant.
Festung, Mauer und Grabmalereien sind Stationen der Seidenstraßen-Reisen zwischen Zhangye und Dunhuang.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen
| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 嘉峪关 | Jiāyùguān | Jiayu-Pass |
| 长城 | Chángchéng | Große Mauer |
| 关城 | guānchéng | Passfestung |
| 烽火台 | fēnghuǒtái | Signalturm |
| 祁连山 | Qílián Shān | Qilian-Gebirge |
| 夯土 | hāngtǔ | Stampflehm |
| 酒泉 | Jiǔquán | „Weinquelle“, Nachbarstadt |
Die Festung markiert das Westende der Ming-Mauer. Ältere Wälle der Han-Zeit reichten noch weiter nach Westen, bis in die Gegend um Dunhuang.
Ein Tag genügt für Festung, Hängende Mauer, Ersten Signalturm und die Wei-Jin-Gräber. Mit Jiuquan und einem Blick auf die Qilian-Berge lohnt ein zweiter Tag.
Mit dem Schnellzug aus Lanzhou oder Zhangye nach Jiayuguan Süd, per Flug nach Jiayuguan Jiuquan oder mit dem Zug aus Dunhuang.
Die Festung ist nach dem Jiayu-Berg benannt, an dessen Fuß sie steht; 关 bedeutet Pass oder Grenztor.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
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