Hexi-Korridor河西走廊
Zwischen dem Qilian-Gebirge im Süden und Wüstenbergen im Norden zieht sich ein Band aus Oasen nach Westen. Schmelzwasser aus den Gletschern speist Flüsse, Felder und Städte.
Provinz · Nordwestchina
Gānsù
Ein schmales Land zwischen Lössplateau, Schneebergen und Wüste: Durch Gansu zogen Gesandte, Mönche und Karawanen der Seidenstraße – und hinterließen Grotten voller Buddhas.
Lanzhou兰州
Hauptstadt am Gelben Fluss, Verkehrsknoten des Nordwestens und Heimat der Lanzhou-Rindfleischnudeln.
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Dunhuang敦煌
Oasenstadt am Westende des Hexi-Korridors mit den Mogao-Grotten, dem Mondsichelsee und den Singenden Sanddünen.
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Jiayuguan嘉峪关
Stadt an der Festung, die das Westende der Ming-Mauer bewachte; bemalte Grabziegel der Wei- und Jin-Zeit.
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Zhangye张掖
Das alte Ganzhou in der Mitte des Korridors: Großer Buddha-Tempel und die farbigen Danxia-Hügel.
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Tianshui天水
Stadt am Wei-Fluss im Osten: Fuxi-Tempel, Maijishan-Grotten und die Wurzeln des Staates Qin.
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Wuwei武威
Das alte Liangzhou, Fundort des „Fliegenden Pferdes von Gansu“ und Wirkungsort des Übersetzers Kumarajiva.
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Jiuquan酒泉
Die „Weinquelle“ nahe Jiayuguan, bekannt für die Jade-Becher, die „Nachtleuchtenden Becher“.
Xiahe夏河
Kreis im tibetisch geprägten Süden mit dem Kloster Labrang, einem der großen Klöster der Gelug-Schule.
Linxia临夏
Das alte Hezhou, Zentrum der Hui-Kultur mit Moscheen und kunstvoll geschnitzten Ziegelreliefs.
Pingliang平凉
Stadt am Jing-Fluss im Osten der Provinz, Ausgangspunkt zum daoistischen Berg Kongtong Shan.
Mogao-Grotten
An einer Steilwand am Rand der Dünen reihen sich Höhle an Höhle, innen bemalt von Boden bis Decke. Tausend Jahre lang stifteten hier Kaufleute, Mönche und Herrscher ihre Bilder von Paradies und Welt.
Festung Jiayuguan
Gelbe Lehmmauern, drei hölzerne Tortürme und dahinter die Schneeberge des Qilian: Die Festung schloss den Korridor, und wer sie nach Westen verließ, war außerhalb des Reiches.
Zhangye Danxia
Rot, Orange, Gelb und ein Hauch von Grün liegen in Bändern übereinander, als habe jemand die Hügel mit dem Pinsel gestreift. Im Abendlicht beginnen sie zu glühen.
Maijishan-Grotten
Ein runder roter Felsen ragt aus bewaldeten Bergen, geformt wie ein Schober aus Weizengarben. An seinen Wänden kleben Nischen und Stege, und aus den Nischen lächeln Figuren aus Lehm.
Mondsichelsee und Mingsha Shan
Hinter den letzten Häusern von Dunhuang türmen sich Sanddünen auf, und zwischen ihnen liegt, grün umsäumt, ein Wasser in Form einer Mondsichel. Wer die Dünen hinabrutscht, hört den Sand brummen.
Zwischen dem Qilian-Gebirge im Süden und Wüstenbergen im Norden zieht sich ein Band aus Oasen nach Westen. Schmelzwasser aus den Gletschern speist Flüsse, Felder und Städte.
Östlich von Lanzhou liegt gelber Löss in tiefen Schluchten und Terrassen. Um Tianshui fließt der Wei-Fluss nach Osten Richtung Xi'an.
Der Fluss durchquert Lanzhou von West nach Ost; die Stadt liegt in einem engen Tal zwischen Bergen. Hier setzten früher Flöße aus Schaf- und Rinderhäuten über.
Im Südwesten steigt das Land zum tibetischen Hochland an: Grasland, Yakherden und Klöster um Xiahe und Hezuo. Im äußersten Südosten wird das Bergland um Longnan feucht und grün.
Trocken und kontinental: heiße Sommertage in den Oasen, kalte Nächte, eisige Winter. Der Westen um Dunhuang gehört zu den trockensten Gegenden Chinas.
um 3000 v. Chr.Vorgeschichte
Die Majiayao-Kultur am oberen Gelben Fluss hinterließ bemalte Keramik mit Spiralen und Wellenlinien. Um Tianshui verorten Legenden den Urkaiser Fuxi.
9.–4. Jh. v. Chr.Staat Qin
Die Ahnen des Qin-Hauses züchteten im Wei-Tal um Tianshui Pferde für die Zhou-Könige. Von hier stieg Qin nach Osten auf und einigte später das Reich.
138–111 v. Chr.Han-Dynastie
Zhang Qian reiste als Gesandter nach Westen, Huo Qubing vertrieb die Xiongnu aus dem Korridor. Kaiser Wu richtete die Kommandanturen Wuwei, Zhangye, Jiuquan und Dunhuang ein.
4.–5. Jh.Sechzehn Reiche
Liang-Staaten mit Hauptstadt in Guzang, dem heutigen Wuwei, bewahrten Bildung und Buddhismus. In Mogao, Maijishan und Bingling Si entstanden die ersten Grotten.
629–645Tang-Dynastie
Der Mönch Xuanzang verließ das Reich heimlich über Guazhou und kehrte über Dunhuang zurück. Der Korridor erlebte unter den Tang seine Blütezeit als Handelsweg.
1036–1227Westliche Xia
Das Reich der Tanguten beherrschte den Korridor. Aus dieser Zeit stammen der Große Buddha-Tempel in Zhangye und eine zweisprachige Stele in Wuwei.
13. Jh.–1644Yuan und Ming
Unter den Yuan entstand eine Provinz Gansu. Die Ming bauten ab 1372 die Festung Jiayuguan als westliches Ende ihrer Großen Mauer.
1666–1909Qing-Dynastie
Lanzhou wurde Sitz der Provinzverwaltung. 1900 öffnete sich in Mogao die versiegelte Bibliothekshöhle; 1909 überspannte die erste Eisenbrücke den Gelben Fluss in Lanzhou.
莫高窟
Hunderte bemalte Höhlen bei Dunhuang mit Wandbildern und Figuren aus rund tausend Jahren – das größte Bildarchiv der Seidenstraße.
嘉峪关
Die Lehmfestung der Ming-Zeit am Westende der Großen Mauer, zwischen Qilian-Gebirge und Schwarzem Berg; Teil des Welterbes Große Mauer.
麦积山石窟
Ein Felsen in Form eines Weizenschobers bei Tianshui, übersät mit Nischen und Lehmfiguren; erreichbar über Stege an der Felswand.
张掖丹霞
Hügel in Rot, Gelb und Violett, deren Schichten wie gemalt wirken – am schönsten im Licht des späten Nachmittags.
月牙泉 · 鸣沙山
Eine sichelförmige Quelle zwischen hohen Sanddünen am Stadtrand von Dunhuang; die Dünen „singen“, wenn der Sand abrutscht.
炳灵寺石窟
Grotten und ein großer Sitzbuddha in einer Schlucht am Liujiaxia-Stausee westlich von Lanzhou, meist per Boot erreicht.
拉卜楞寺
Das tibetisch-buddhistische Kloster in Xiahe, 1709 gegründet, mit Versammlungshallen, Kolleg und einem langen Umgang voller Gebetsmühlen.
榆林窟
Grotten zu beiden Seiten einer Schlucht des Yulin-Flusses bei Guazhou, eng verwandt mit Mogao und bekannt für Wandbilder der Westlichen Xia.
崆峒山
Daoistischer Berg bei Pingliang mit Tempeln und Pavillons auf bewaldeten Graten; der Überlieferung nach suchte der Gelbe Kaiser hier Rat beim Weisen Guangchengzi.
Klare Rinderbrühe, weißer Rettich, rotes Chiliöl, grüner Koriander und gelbe, von Hand gezogene Nudeln – die Formel „ein Klar, zwei Weiß, drei Rot, vier Grün, fünf Gelb“.
Mehr dazu →Gekochtes Lammfleisch am Knochen, mit Salz, Knoblauch und Chili gegessen – ein Klassiker der Hui-Küche aus Linxia und dem Hochland.
Kalte Teigblätter mit Essig und Chili sowie leicht vergorenes, süßes Getreide aus Hafer oder Weizen – beliebte Straßenimbisse.
Die dreiteilige Deckeltasse aus Deckel, Schale und Untertasse enthält Grüntee, Kandis, Datteln, Longan und Goji. Der Tee wird mehrfach aufgegossen und schmeckt jedes Mal anders. Typisch für Hui-Teehäuser.
Mehr dazu →Die schwebenden Himmelswesen der Grotten, die Feitian, prägen bis heute Tanz, Malerei und Design. Der Tanz nach den Wandbildern ist eine eigene Bühnenform.
Improvisierte Liebes- und Wechsellieder, gesungen von Hui, Han, Tibetern und anderen Gruppen auf Bergfesten im Frühsommer. Seit 2009 immaterielles UNESCO-Kulturerbe.
In Gannan prägen Klöster, Gebetsfahnen und Maskentänze das Jahr. Zum Großen Gebetsfest nach Neujahr wird in Labrang ein riesiges Thangka enthüllt.
Moscheen mit Minaretten und chinesischen Dächern, Ziegelreliefs mit Blumen und Landschaften sowie Handwerk wie die Messer der Bao'an prägen die Region.
Im Osten der Provinz spielen Truppen mit Figuren aus Leder hinter beleuchteten Leinwänden – zu Tempelfesten und Hochzeiten.
Raffinerien und Chemiewerke machten Lanzhou zu einem Industriestandort des Nordwestens; das Öl kam früh aus dem Feld von Yumen.
Jinchang ist ein Zentrum des Nickelbergbaus, Jiayuguan eine Stahlstadt, Baiyin verarbeitet Buntmetalle.
Im windigen, sonnenreichen Westen um Jiuquan und Guazhou stehen große Wind- und Solarparks.
Das Hochland um Minxian und Dingxi liefert Angelikawurzel und Codonopsis für die chinesische Medizin sowie Kartoffeln; um Lanzhou wachsen Speiselilien.
Seidenstraße, Grotten und Wüste ziehen Reisende vor allem in den Westen der Provinz; Dunhuang lebt stark vom Kulturtourismus.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
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| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 甘 | gān | Kürzel der Provinz Gansu |
| 陇 | lǒng | zweites Kürzel, nach dem Long-Berg (陇山) |
| 河西走廊 | Héxī Zǒuláng | Hexi-Korridor |
| 丝绸之路 | Sīchóu zhī Lù | Seidenstraße |
| 石窟 | shíkū | Felsgrotte |
| 飞天 | fēitiān | schwebendes Himmelswesen |
| 黄河 | Huáng Hé | Gelber Fluss |
| 牛肉面 | niúròumiàn | Rindfleischnudeln |
| 花儿 | huā'er | Hua'er, Volksliedform |
Für den Hexi-Korridor der Seidenstraße, die Mogao-Grotten in Dunhuang, die Festung Jiayuguan am Ende der Großen Mauer, die Danxia-Hügel bei Zhangye und die Lanzhou-Rindfleischnudeln.
Lanzhou am Gelben Fluss. Die Stadt ist seit der Qing-Zeit Verwaltungssitz und heute der wichtigste Verkehrsknoten des Nordwestens.
Er verbindet die ersten Silben von Ganzhou (甘州, heute Zhangye) und Suzhou (肃州, heute Jiuquan), zwei Präfekturen im Hexi-Korridor. Das Kürzel 陇 geht auf den Long-Berg im Osten zurück.
Am bequemsten mit dem Schnellzug von Lanzhou über Zhangye nach Jiayuguan, weiter per Bus oder Zug nach Dunhuang. Für die ganze Strecke sollte man mindestens eine Woche einplanen.
Rindfleischnudeln zum Frühstück, Lamm in vielen Formen, kalte Niangpi, süßes Tianpeizi und in Dunhuang Eselfleisch mit gelben Nudeln. Dazu Sanpaotai-Tee aus der Deckeltasse.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
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