Offene Grammatik
Klassisches Chinesisch nennt oft weder Person noch Zeit. Ob ein Gedicht von „ich“ oder „wir“ spricht, von heute oder damals, muss die Übersetzung entscheiden – und legt damit fest, was im Original in der Schwebe bleibt.
Klang und Ton
Reim, Silbenzahl und der Wechsel von ebenen und schrägen Tönen gehören zur Form. Im Deutschen lässt sich davon höchstens der Rhythmus nachahmen; der Tonwechsel geht verloren.
Anspielungen
Viele Verse zitieren ältere Gedichte, Geschichten oder Orte. Chinesische Leserinnen und Leser erkennen sie sofort; in der Übersetzung braucht es Anmerkungen.
Gedicht, Schrift und Bild
Gedichte wurden in schöner Handschrift auf Rollbilder geschrieben und mit Malerei verbunden. Wie eng die Künste zusammengehören, zeigen die Seiten zu Kalligraphie und Malerei.