Chen Kaige

陈凯歌 (Chén Kǎigē)

RegisseurDrehbuchautor
Geboren:12.08.1952Peking, China
Nationalität:Chinesisch

Chen Kaige (geb. 1952) eröffnete 1984 mit „Gelbe Erde“ die Fünfte Generation des chinesischen Kinos und gewann 1993 mit „Lebewohl, meine Konkubine“ als bislang einziger chinesischer Regisseur die Goldene Palme von Cannes – ein Film über zwei Peking-Opern-Darsteller, der ein halbes Jahrhundert chinesischer Geschichte durchmisst.

Sohn eines Filmregisseurs

Chen Kaige wuchs in Peking als Sohn des Regisseurs Chen Huai'ai auf, der Opernfilme drehte. In seiner Jugend Ende der 1960er-Jahre wurde er wie Millionen Gleichaltrige zur Landarbeit geschickt, in seinem Fall nach Yunnan, und diente danach in der Armee; über diese Jahre schrieb er später eine Autobiografie. 1978 gehörte er zum ersten Jahrgang der wiedereröffneten Filmakademie Peking, zusammen mit Zhang Yimou, der sein Kameramann werden sollte.

Gelbe Erde und die Fünfte Generation

„Gelbe Erde“ (1984), gedreht in den Lössbergen Shaanxis, erzählt von einem Soldaten, der Volkslieder sammelt, und einem Bauernmädchen, das verheiratet werden soll – mit langen Einstellungen, kargem Dialog und Landschaften, die die Menschen klein erscheinen lassen. Der Film wurde auf Festivals in Hongkong und Locarno gefeiert und gilt als Gründungswerk der Fünften Generation, jener Regisseure, die dem chinesischen Kino nach 1980 eine eigene Bildsprache gaben. „Der große Marsch“ und „Der König der Kinder“ folgten.

Lebewohl, meine Konkubine

1993 verfilmte Chen den Roman von Lilian Lee über zwei Männer, die als Kinder in eine Peking-Opern-Schule gegeben werden und ein Leben lang das Paar aus der Oper „Lebewohl, meine Konkubine“ spielen – der eine als König, der andere in der Frauenrolle, in die er sich hineinlebt. Mit Leslie Cheung, Zhang Fengyi und Gong Li in den Hauptrollen gewann der Film die Goldene Palme (geteilt mit Jane Campions „Das Piano“), einen Golden Globe und zwei Oscar-Nominierungen. Er zeigt die Peking-Oper als Kunst und als Schicksal und ist bis heute Chens meistgesehener Film.

Spätere Filme

Nach „Temptress Moon“ (1996) und „Der Kaiser und sein Attentäter“ (1998), einem Historienepos über den ersten Kaiser, drehte Chen „Zusammen“ (2002) über einen jungen Geiger, den Fantasyfilm „Wu Ji – Die Reiter der Winde“ (2005) und „Forever Enthralled“ (2008), eine Biografie des Opernstars Mei Lanfang. In den letzten Jahren arbeitete er an großen Produktionen für das chinesische Publikum und unterrichtete an der Filmakademie.

Chen Kaige im deutschsprachigen Raum

„Lebewohl, meine Konkubine“ lief 1993 in den deutschsprachigen Kinos und ist seither das Beispiel, mit dem chinesisches Kino in Filmreihen und Seminaren eingeführt wird; die Peking-Oper wurde für viele Zuschauer erst durch diesen Film anschaulich. „Gelbe Erde“ und „Zusammen“ sind in Programmkinos und auf DVD zu sehen; „Der Kaiser und sein Attentäter“ lief auf der Berlinale.