John Woo

吴宇森 (Wú Yǔsēn)

RegisseurProduzent
Geboren:23.09.1946Guangzhou, China
Nationalität:Hongkong

John Woo (geb. 1946) erfand mit „A Better Tomorrow“ (1986) und „The Killer“ (1989) den „Heroic Bloodshed“-Film: Ehre unter Gangstern, zwei Pistolen, Tauben in Zeitlupe. Als erster Regisseur aus Hongkong drehte er Hollywood-Großproduktionen wie „Face/Off“ und „Mission: Impossible 2“; 2010 erhielt er in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk.

Kindheit in Hongkong

John Woo wurde 1946 in Guangzhou geboren; die Familie zog 1951 nach Hongkong und lebte in den Elendsvierteln von Shek Kip Mei, wo der Junge Bandengewalt aus der Nähe erlebte. Ein Kirchengemeinde ermöglichte ihm die Schule. Er begann 1969 als Produktionsassistent, lernte bei dem Kampfkunstregisseur Chang Cheh im Studio Shaw Brothers und drehte ab 1973 eigene Filme, zunächst Komödien und Kung-Fu-Filme, die kaum Beachtung fanden.

Heroic Bloodshed

Der Durchbruch kam 1986 mit „A Better Tomorrow“ (City Wolf): Chow Yun-fat als Gangster im langen Mantel, mit Zahnstocher und zwei Pistolen, wurde zur Stilikone einer Generation, der Film zum erfolgreichsten des Jahres in Hongkong und Woo zum besten Regisseur der Golden Horse Awards. „The Killer“ (1989), „Bullet in the Head“ (1990) und „Hard Boiled“ (1992) vollendeten das Genre: Freundschaft und Ehre zwischen Männern auf beiden Seiten des Gesetzes, Schusswechsel als Choreografie, katholische Symbolik und die weißen Tauben, die zu seinem Markenzeichen wurden.

Hollywood und Rückkehr

1993 ging Woo nach Hollywood. Nach „Harte Ziele“ und „Operation: Broken Arrow“ gelang ihm mit „Face/Off“ (1997) ein Erfolg, der seinen Stil in eine amerikanische Produktion übertrug; „Mission: Impossible 2“ (2000) wurde einer der umsatzstärksten Filme des Jahres. 2008 kehrte er mit dem zweiteiligen Historienepos „Red Cliff“ über die Schlacht am Roten Felsen nach China zurück, dem bis dahin teuersten chinesischsprachigen Film. 2010 zeichneten ihn die Filmfestspiele von Venedig mit dem Goldenen Löwen für das Lebenswerk aus.

John Woo im deutschsprachigen Raum

Woos Hongkong-Filme kamen über Videotheken und Fernsehausstrahlungen der frühen 1990er-Jahre zu ihrem deutschsprachigen Publikum – teils gekürzt, was ihnen einen Kultstatus unter Sammlern einbrachte, die ungeschnittene Fassungen suchten. „Face/Off“ und „Mission: Impossible 2“ liefen in den Multiplexen; „Red Cliff“ erschien im deutschsprachigen Raum in gekürzter Kinofassung und als vollständige Zweiteiler-Edition. Seine Schusswechsel-Ästhetik hat Actionfilme weltweit beeinflusst, von Tarantino bis zu Videospielen.