Wong Kar-wai

王家卫 (Wáng Jiāwèi)

RegisseurDrehbuchautorProduzent
Geboren:17.07.1958Shanghai, China
Nationalität:Hongkong

Wong Kar-wai (geb. 1958) ist der Autorenfilmer Hongkongs: „Chungking Express“, „Happy Together“ (Regiepreis in Cannes 1997) und „In the Mood for Love“ erzählen von verpassten Begegnungen in Zeitlupe und Neonlicht. 2013 eröffnete „The Grandmaster“ die Berlinale, deren Jury er in diesem Jahr leitete.

Aus Shanghai nach Hongkong

Wong Kar-wai wurde 1958 in Shanghai geboren und kam mit fünf Jahren nach Hongkong, wo er als Kind ohne Kantonesischkenntnisse mit seiner Mutter fast täglich ins Kino ging. Nach einem Grafikdesign-Studium schrieb er in den 1980er-Jahren Drehbücher für das Fernsehen und für Genrefilme, bevor er 1988 mit dem Gangsterfilm „As Tears Go By“ selbst Regie führte.

Der Stil: Doyle, Zeitlupe, Musik

Mit „Days of Being Wild“ (1990) begann die Zusammenarbeit mit dem australischen Kameramann Christopher Doyle, die seinen Stil bestimmte: Handkamera, Stufenbelichtung, gedehnte oder gestauchte Zeit, Popsongs als Erzähler. „Chungking Express“ (1994), in wenigen Wochen zwischen zwei Großprojekten gedreht, machte ihn international bekannt; „Fallen Angels“ und „Happy Together“ (1997), für den er in Cannes den Regiepreis erhielt, folgten. Wong dreht ohne fertiges Drehbuch, oft über Jahre – seine Darsteller Tony Leung und Maggie Cheung haben davon erzählt.

In the Mood for Love

„In the Mood for Love“ (2000) spielt im Hongkong des Jahres 1962: Zwei Nachbarn entdecken, dass ihre Ehepartner ein Verhältnis haben, und kommen sich näher, ohne es sich zu gestatten. Der Film mit Maggie Cheung in wechselnden Qipaos und Tony Leung, der in Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet wurde, steht regelmäßig in Listen der besten Filme des 21. Jahrhunderts. „2046“ (2004) setzte ihn fort; „The Grandmaster“ (2013), ein Film über den Wing-Chun-Meister Ip Man, brachte Wong zurück zum Kampfkunstkino.

Wong Kar-wai im deutschsprachigen Raum

Wong ist der Regisseur, über den das Hongkong-Kino in die deutschsprachigen Programmkinos kam: Seine Filme laufen seit den 1990er-Jahren in Erstaufführungen, Retrospektiven und restaurierten Fassungen. 2013 eröffnete „The Grandmaster“ die Berlinale, und Wong war Präsident der Internationalen Jury; 2006 hatte er bereits die Jury von Cannes geleitet. Im deutschsprachigen Raum sind seine Filme mit Untertiteln und teils synchronisiert auf DVD und bei Streamingdiensten verfügbar.