Mo Yan

莫言

SchriftstellerLiteraturnobelpreisträger
Geboren:17.02.1955Gaomi, Shandong, China
Nationalität:Chinesisch

Literaturnobelpreisträger 2012. Seine Romane verbinden Groteske, Satire und magischen Realismus zu einem scharfen Blick auf Land, Macht und Menschen – unter anderem in „Die Sandelholzstrafe“.

Herkunft und Anfänge

Mo Yan heißt eigentlich Guan Moye (管谟业) und wurde am 17. Februar 1955 in Gaomi in der Provinz Shandong geboren, in einer Bauernfamilie. Sein Schriftstellername bedeutet ‚Sprich nicht!‘. Seine ersten Erzählungen erschienen Anfang der 1980er-Jahre. Die ländliche Welt seiner Kindheit verwandelte er in den fiktiven Landkreis ‚Nordost-Gaomi‘, der zum Schauplatz vieler seiner Romane wurde.

Werk

Mo Yans Romane verbinden drastische Körperlichkeit, Groteske und Volkserzählung mit großen historischen Stoffen. Zu den bekanntesten gehören ‚Das rote Kornfeld‘ (红高粱家族), ‚Die Knoblauchrevolte‘ (天堂蒜薹之歌), ‚Die Sandelholzstrafe‘ (檀香刑), ‚Der Überdruss‘ (生死疲劳) und ‚Frösche‘ (蛙). Die Verfilmung von ‚Das rote Kornfeld‘ durch Zhang Yimou gewann 1988 den Goldenen Bären der Berlinale und machte den Stoff im deutschsprachigen Raum bekannt.

Nobelpreis 2012

2012 erhielt Mo Yan als erster in China lebender chinesischer Staatsbürger den Nobelpreis für Literatur. Die Schwedische Akademie würdigte ihn als Autor, der mit halluzinatorischem Realismus Volksmärchen, Geschichte und Gegenwart verbindet.

Auf Deutsch

Mo Yans Romane liegen in mehreren deutschen Übersetzungen vor, unter anderem von Peter Weber-Schäfer, Karin Betz und Martina Hasse. Karin Betz erhielt für ihre Übertragung der ‚Sandelholzstrafe‘ den Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis.

Literarische Werke