Rundgang durch Xidi
Vom Ehrenbogen über die Hauptgasse zur Ahnenhalle Jing'ai Tang, dann durch die Nebengassen zu den Wohnhöfen. Zwei parallele Bäche geben die Orientierung.
Historische Stätte · Anhui
Xīdì · Hóngcūn
Zwei Dörfer, zwei Sippen, ein Baustil: In Xidi erzählen Ehrenbogen und Ahnenhalle vom Aufstieg der Familie Hu, in Hongcun lenkt ein jahrhundertealter Wasserplan jeden Tropfen durch das Dorf der Familie Wang.
Das steinerne Tor am Eingang von Xidi stammt aus der Ming-Zeit. Löwen, Drachen und fein gemeißelte Friese ehren einen Sohn des Dorfes, der es zum Präfekten brachte.
Die größte Ahnenhalle von Xidi, in der sich die Sippe Hu zu Riten und Beratungen versammelte. Ihr Name mahnt Achtung und Liebe unter den Verwandten an.
Häuser wie Dafu Di mit seinem Aussichtspavillon oder Lüfu Tang mit Schnitzwerk und Spruchtafeln zeigen, wie Kaufleute ihren Wohlstand hinter schlichten Außenmauern verbargen.
Ein Kanalnetz leitet Bachwasser an fast jedem Haus vorbei. Das Dorf ist als Rind gedacht: Hügel als Kopf, Bäume als Hörner, Kanäle als Eingeweide.
Der halbmondförmige Teich im Zentrum von Hongcun – im Rinderbild der Magen – wurde in der frühen Ming-Zeit angelegt. Die umstehenden Häuser spiegeln sich im Wasser.
Der See am Südrand, eine Anlage der späten Ming-Zeit, schließt das Wassersystem ab. Eine Bogenbrücke quert ihn; im Sommer blüht Lotus.
Die Dorfschule der Qing-Zeit vereinte mehrere private Lehrhäuser. Hier lernten die Söhne der Sippe für die Beamtenprüfungen.
Das Wohnhaus eines Salzhändlers aus der späten Qing-Zeit ist für seine vergoldeten Holzschnitzereien berühmt – Szenen aus Opern, Jagd und Alltag bis unter die Dachbalken.
Vom Ehrenbogen über die Hauptgasse zur Ahnenhalle Jing'ai Tang, dann durch die Nebengassen zu den Wohnhöfen. Zwei parallele Bäche geben die Orientierung.
Über die Brücke am Südsee zur Akademie, dann den Kanälen folgend zum Mondteich und zum Chengzhi Tang. Am Ende lohnt ein Blick vom Nordrand über die Dächer.
Vormittags Xidi, mittags ein Essen in der Kreisstadt Yi oder im Dorf, nachmittags Hongcun bis zum Abendlicht. Zwischen den Dörfern verkehren Busse und Taxis.
Das Dorf Tachuan am Hang ist für seine Herbstfarben bekannt, Lucun für die Holzschnitzereien in den Häusern der Familie Lu. Beide liegen nahe Hongcun.
春Frühling
Im März und April stehen die Felder um die Dörfer voller blühendem Raps – gelb vor weißen Wänden. Oft liegt morgens Nebel.
夏Sommer
Lotus auf dem Südsee, grüne Reisfelder und Gewitter am Nachmittag. In den Gassen spenden die hohen Mauern Schatten.
秋Herbst
Ab Ende Oktober färben sich die Bäume um Tachuan rot und gelb. Klare Tage und Erntezeit, an Feiertagen sehr voll.
冬Winter
Ruhig, feucht und kühl; manchmal liegt Schnee auf den schwarzen Ziegeln. Zu Neujahr hängen rote Laternen und Spruchbänder.
Ein von Bergen umschlossenes Becken mit Bächen, Reisfeldern und Teegärten. Die Abgeschiedenheit schützte die Dörfer vor Kriegen und späteren Umbauten.
Die Sippen wählten Orte mit Berg im Rücken und Wasser vor dem Tor. Wasser galt als Zeichen des Wohlstands und wurde deshalb ins Dorf geleitet und gehalten.
11.–12. Jh.Song-Dynastie
Die Familie Hu siedelte sich in Xidi an, die Familie Wang wenig später in Hongcun. Die Hu führten sich der Überlieferung nach auf einen Sohn eines Tang-Kaisers zurück.
15.–17. Jh.Ming-Dynastie
In Hongcun entstanden Kanäle, Mondteich und Südsee. In Xidi wurde 1578 der Ehrenbogen für Hu Wenguang errichtet; der Handel der Huizhou-Kaufleute brachte Geld ins Tal.
18.–19. Jh.Qing-Dynastie
Die Dörfer erreichten ihre größte Blüte: Salz-, Tee- und Holzhändler bauten Wohnhöfe mit reichen Schnitzereien, Akademien und neue Ahnenhallen.
1850–1911Späte Qing-Zeit
Der Taiping-Krieg und der Niedergang des Salzhandels beendeten den Aufstieg. Weil kaum neu gebaut wurde, blieb das alte Ortsbild erhalten.
黄山
Das Welterbe-Gebirge liegt rund eine Busstunde östlich und lässt sich mit den Dörfern zu einer mehrtägigen Reise verbinden.
Runde Tofulaibe, gesalzen und an der Wintersonne getrocknet – eine Spezialität des Kreises, die rund um das Laba-Fest im Winter hergestellt wird.
Gasthäuser in den Höfen servieren Bambussprossen, geräucherten Schinken, haarigen Tofu und Schmorfleisch nach Huizhou-Art.
Mehr dazu →Stein am Tor, Ziegel über dem Eingang, Holz an Balken und Fenstern: Jede Schnitzerei erzählt eine Geschichte aus Oper, Legende oder Tugendlehre.
Xidi ist für seine Hauspaare bekannt – Verse an Säulen und Türen, die Fleiß, Bildung und maßvollen Handel preisen.
Mehr dazu →Kunststudenten aus ganz China sitzen mit Staffeleien am Mondteich und am Südsee. Hongcun diente außerdem als Kulisse für bekannte Filme.
Mehr dazu →Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen
| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 西递 | Xīdì | Xidi |
| 宏村 | Hóngcūn | Hongcun |
| 黟县 | Yī Xiàn | Kreis Yi |
| 马头墙 | mǎtóuqiáng | „Pferdekopfmauer“, Stufengiebel |
| 天井 | tiānjǐng | Lichthof im Wohnhaus |
| 祠堂 | cítáng | Ahnenhalle |
| 牌坊 | páifāng | Ehrenbogen |
| 月沼 | Yuèzhǎo | Mondteich |
Beide ergänzen sich. Hongcun ist mit Mondteich und Südsee malerischer und stärker besucht; Xidi wirkt geschlossener und ist reicher an Ahnenhallen und Spruchtafeln. Mit einem Tag schafft man beide.
Sie liegen in einem abgeschiedenen Tal, und nach dem Niedergang der Kaufleute im 19. Jahrhundert fehlte das Geld für Umbauten. So blieben Grundriss, Wasserwege und viele Häuser erhalten.
Mit dem Zug nach Yixian Ost oder Huangshan Nord, dann weiter mit Bus oder Taxi. Aus Tunxi und Tangkou fahren ebenfalls Busse.
Ja, zahlreiche Gasthäuser sind in alten Wohnhöfen eingerichtet. Eine Nacht lohnt sich, weil die Dörfer morgens und abends am stimmungsvollsten sind.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
Wie CHINANETZ Quellen auswählt und prüft: Recherche und Quellen.
Provinz
Zwischen Huai-Fluss und Jangtse liegt die Provinz der gelben Berge, der weißen Giebel und der Tuschesteine – Heimat der Huizhou-Kaufleute und einer der acht großen Küchen Chinas.
Stadt · Anhui
Der Name gehört einem Gebirge und einer Stadt: Granitgipfel über dem Wolkenmeer, darunter die Täler der alten Region Huizhou mit ihren Ahnenhallen, Ehrenbögen und weißen Dörfern.
Geschichte
Große Mauer, Verbotene Stadt, Terrakotta-Armee, Karstlandschaften — alle Welterbestätten mit Einordnung.