Gebirge · Anhui

Huangshan-Gebirge 黄山

Huángshān

Granitnadeln, an deren Kanten Kiefern wurzeln, und darunter ein Meer aus Wolken: Der Gelbe Berg ist seit Jahrhunderten das Urbild der chinesischen Berglandschaft.

Provinz
Anhui
Welterbe
seit 1990 (Natur und Kultur)
Höchster Gipfel
Lianhua Feng (莲花峰)
Gestein
Granit
Ausgangsorte
Tangkou (Süden), Taiping (Norden)
Flughafen
Huangshan Tunxi (TXN)
景点

Höhepunkte

  1. Begrüßungskiefer am Yuping-Turm 迎客松 · 玉屏楼

    Die Kiefer streckt einen Ast wie einen ausgebreiteten Arm über den Abgrund und gilt als Wahrzeichen des Berges. Sie wird ständig von einem eigenen Pfleger betreut.

  2. Tiandu Feng 天都峰

    Der „Gipfel der himmlischen Hauptstadt“ ist der steilste der drei Hauptgipfel. Der Weg führt über den schmalen Grat „Karauschenrücken“ mit Tiefblick zu beiden Seiten – sofern der Gipfel nicht gerade zur Erholung gesperrt ist.

  3. Lianhua Feng 莲花峰

    Der Lotusgipfel ist der höchste Punkt des Gebirges; seine Felsblätter erinnern an eine sich öffnende Blüte. Er und der Tiandu Feng werden im Wechsel zeitweise zur Erholung gesperrt.

  4. Guangming Ding 光明顶

    Der „Gipfel des Lichts“ ist eine breite, flache Kuppe mitten auf dem Plateau – der beste Platz, um das Wolkenmeer im Osten und im Westen zugleich zu überblicken.

  5. Hergeflogener Fels 飞来石

    Ein länglicher Block steht aufrecht auf einer Felsplatte, als sei er vom Himmel gefallen. Der Aussichtspunkt am Rand blickt in die Schluchten des Westmeers.

  6. Westmeer-Canyon 西海大峡谷

    Senkrechte Wände, Felstürme und in den Fels gehauene Treppen: Der Canyon ist der wildeste Teil des Gebirges. Am Paiyun-Pavillon am Rand sieht man abends die Sonne untergehen.

  7. Shixin Feng und Beihai 始信峰 · 北海

    Am „Gipfel des beginnenden Glaubens“ ragen Kiefern aus nackten Felsen. Nahebei liegt die Qingliang-Terrasse, ein beliebter Platz für den Sonnenaufgang.

  8. Traumpinsel, der Blüten treibt 梦笔生花

    Eine schlanke Felsnadel mit einer Kiefer an der Spitze gleicht einem Pinsel. Der Name spielt auf die Legende an, Li Bai habe von einem blühenden Pinsel geträumt.

路线

Wege und Rundgänge

Ostroute vom Yungu-Tempel

3–4 Stunden (Aufstieg)mittel

Der kürzeste Fußweg führt vom Yungu-Tempel über gleichmäßige Stufen zum Baie-Grat im Osten des Plateaus. Parallel fährt die Yungu-Seilbahn – viele fahren hinauf und gehen hinab.

Vorderer Berg über Yuping

4–6 Stunden (Aufstieg)anspruchsvoll

Vom Ciguang-Pavillon steigen steile Stufen zum Yuping-Turm mit der Begrüßungskiefer. Der Weg ist länger und steiler als die Ostroute, aber landschaftlich am reichsten; die Yuping-Seilbahn läuft parallel.

Gipfelrunde auf dem Plateau

4–5 Stundenmittel

Von Beihai über Shixin Feng, Guangming Ding und den Hergeflogenen Fels zum Paiyun-Pavillon: die klassische Runde zwischen den Hotels, mit vielen kurzen Auf- und Abstiegen.

Westmeer-Canyon

3–5 Stundenanspruchsvoll

Der Canyon wird auf zwei Schleifen begangen, über ausgesetzte Treppen und Felsgalerien. Eine Standseilbahn erspart den steilen Rückweg. Nur bei trockenem Wetter und guter Kondition.

Nordzugang über Taiping

2–3 Stunden (mit Seilbahn)leicht

Von der Nordseite fährt die Taiping-Seilbahn bis nahe an den Paiyun-Pavillon. Der Zugang eignet sich für alle, die aus dem Norden anreisen oder das Westmeer zuerst sehen wollen.

四季

Die vier Jahreszeiten

春Frühling

Im April und Mai blühen Rhododendren zwischen den Felsen, die Luft ist klar. Nach Regen bildet sich oft Wolkenmeer.

夏Sommer

Auf den Gipfeln deutlich kühler als im Tal, aber mit Gewittern und dichtem Nebel. Die Schulferien bringen volle Wege.

秋Herbst

Die klarste Sicht des Jahres und rot gefärbtes Laub an den Hängen. Die Feiertagswoche Anfang Oktober besser meiden.

冬Winter

Raureif auf den Kiefern, Schnee auf den Graten und die wenigsten Besucher. Bei Eis werden einzelne Wege gesperrt.

自然

Geologie, Pflanzen und Tiere

Granit und Erosion花岗岩地貌

Der Granit erstarrte tief im Erdinneren und wurde später gehoben. Frost, Regen und Klüfte zerlegten ihn in Nadeln, Türme und Blöcke – daher die Fülle „seltsamer Felsen“.

Huangshan-Kiefer黄山松

Die nach dem Gebirge benannte Kiefernart wurzelt in Felsspalten, wächst langsam und bildet im Wind flache, schirmförmige Kronen. Viele Einzelbäume tragen Namen.

Höhenstufen植被带

Von immergrünem Laubwald an den Hängen über Mischwald bis zu Kiefern und Zwergsträuchern auf den Graten: Auf kurzer Strecke wechseln mehrere Vegetationszonen.

Tiere黄山短尾猴

Im Wald leben Tibet-Makaken, die hier seit Langem erforscht werden, dazu zahlreiche Vogelarten. Die Affen nicht füttern und Taschen geschlossen halten.

山水

Landschaft und Klima

Wolkenmeer云海

Feuchte Luft aus den Tälern staut sich unter den Gipfeln. Man spricht von fünf Meeren – Nord, Süd, Ost, West und Mitte –, je nach Himmelsrichtung vom Plateau aus.

Heiße Quellen温泉

Am Südfuß des Gebirges treten warme Quellen aus, das vierte der „vier Wunder“. Sie werden seit Jahrhunderten zum Baden genutzt.

历史

Geschichte bis 1912

  1. 747Tang-Dynastie

    Der Berg hieß bis dahin Yi Shan. Kaiser Xuanzong benannte ihn nach dem Gelben Kaiser um, der hier der Legende nach Unsterblichkeitspillen bereitete.

  2. 8.–13. Jh.Tang- und Song-Zeit

    Dichter wie Li Bai priesen den Berg, buddhistische Mönche gründeten erste Klöster an seinen Hängen. Die Gipfel selbst blieben lange kaum erschlossen.

  3. frühes 17. Jh.Ming-Dynastie

    Der Mönch Pumen gründete das Kloster, aus dem der heutige Ciguang-Pavillon hervorging, und ließ Wege anlegen. Der Reisende Xu Xiake stieg 1616 und 1618 auf und machte den Berg mit seinen Tagebüchern berühmt.

  4. 17.–18. Jh.Qing-Dynastie

    Hongren, Mei Qing und Shitao malten den Huangshan immer wieder. Die Xin'an-Schule prägte mit ihren kargen Tuschelinien das Bild des Berges bis heute.

名胜

In der Umgebung

DorfUNESCO-Welterbe seit 2000

Xidi und Hongcun

西递 · 宏村

Die beiden Welterbe-Dörfer im Kreis Yi liegen gut eine Busstunde westlich des Gebirges und lassen sich mit dem Berg zu einer Reise verbinden.

Natur

Taiping-See

太平湖

Der lang gestreckte Stausee am Nordfuß des Gebirges ist von bewaldeten Hügeln umgeben und bietet sich für einen ruhigen Tag nach dem Aufstieg an.

美食

Küche und Spezialitäten

Huangshan Maofeng黄山毛峰

Der Grüntee wächst an den unteren Hängen des Gebirges; die zarten, behaarten Blattspitzen geben ihm den Namen „Haarspitze“.

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Bergküche in Tangkou徽菜

In den Gasthäusern am Fuß des Berges kommen Bambussprossen, Steinpilze, Räucherfleisch und stinkender Mandarinfisch auf den Tisch.

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文化

Kultur, Handwerk und Feste

Berg der Maler黄山画派

Kaum ein Motiv wurde in der Tuschmalerei so oft gemalt. Maler suchten hier nicht die genaue Ansicht, sondern die Stimmung von Fels, Kiefer und Nebel.

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Felsinschriften摩崖石刻

Entlang der Wege sind Verse und Gipfelnamen in großen Zeichen in den Fels gemeißelt – Spuren von Besuchern aus vielen Jahrhunderten.

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Träger des Berges挑山工

Lebensmittel und Baumaterial für die Hotels tragen Männer an Schulterstangen über die Stufen hinauf. Ihnen gebührt auf schmalen Wegen der Vortritt.

交通

Anreise und Reisezeit

Flughäfen

  • Huangshan Tunxi (TXN) – gut eine Busstunde bis Tangkou

Bahn

  • Huangshan Nord liegt an den Schnellfahrstrecken nach Hangzhou, Hefei und Fuzhou; von dort fahren Busse nach Tangkou.
  • Der Bahnhof Huangshan West an der Strecke Chizhou–Huangshan liegt nahe dem Nordtor bei Taiping und verbindet das Gebirge direkt mit dem Jiuhua Shan; Busse fahren zu allen Toren.

Beste Reisezeit

  • April bis Mai und September bis November. Der Winter lohnt für Raureif und klare Luft, der Sommer ist kühl oben, aber gewittrig.
  • Hotelzimmer auf dem Plateau früh reservieren, besonders für Wochenenden und Feiertage.
  • Schuhe mit gutem Profil und Regenschutz einpacken; die Steinstufen sind bei Nässe glatt.
  • Gepäck im Tal lassen: Viele Hotels in Tangkou bewahren Koffer für eine Nacht auf.
  • In Tangkou fahren Pendelbusse vom Umsteigezentrum zur Yungu-Seilbahn und zum Ciguang-Pavillon; Privatwagen dürfen nicht bis dorthin fahren.

Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen

词汇

Kleines Glossar

ZeichenPīnyīnBedeutung
黄山Huángshān„Gelber Berg“
黟山Yī Shānalter Name des Gebirges
云海yúnhǎiWolkenmeer
奇松qísōngbizarre Kiefern
怪石guàishíseltsame Felsen
迎客松YíngkèsōngBegrüßungskiefer
索道suǒdàoSeilbahn
雾凇wùsōngRaureif
问答

Häufige Fragen

Wie lange braucht man für das Huangshan-Gebirge?

Zwei Tage mit einer Nacht auf dem Plateau sind ideal: am ersten Tag Aufstieg und Gipfelrunde, am zweiten Sonnenaufgang, Westmeer-Canyon oder der gerade geöffnete der beiden Hauptgipfel und Abstieg. Ein Tagesausflug ist möglich, lässt aber nur die Hauptpunkte zu.

Seilbahn oder zu Fuß?

Beides ist möglich. Die Seilbahnen sparen mehrere Stunden Stufensteigen; zu Fuß erlebt man die Höhenstufen und ruhigere Abschnitte. Beliebt ist, mit der Seilbahn hinauf- und über die Ostroute hinabzugehen.

Wann sieht man das Wolkenmeer?

Am ehesten nach Regen, wenn es aufklart, und in kühlen Morgenstunden – im Frühjahr, Herbst und Winter häufiger als im Sommer. Garantiert ist es nie.

Was sind die vier Wunder des Huangshan?

Bizarre Kiefern, seltsame Felsen, das Wolkenmeer und die heißen Quellen am Fuß des Berges. Oft wird der Winterschnee als fünftes Wunder genannt.

Welche Gipfel sind gerade geöffnet?

Tiandu Feng und Lianhua Feng werden im Wechsel für einige Jahre zur Erholung gesperrt; meist ist nur einer der beiden begehbar. Vor der Reise beim Gebirgsverwalter oder im Hotel nach dem aktuellen Stand fragen und die Route danach planen.

Quellen

Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.

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