Chinesische Klassiker

Frühlingsrollen

春卷Chūnjuǎn

Auch bekannt als: Chunjuan, Spring Rolls

Fingerdicke, knusprig frittierte Rollen aus dünnem Weizenteig mit einer Füllung aus Chinakohl, Möhre, Shiitake, Sprossen und Schweinehack. Die chinesische Frühlingsrolle ist kleiner und feiner als die Imbissversion – und in 20 Minuten frittiert.

Mittel
Vorbereitung: 45 Min
Kochzeit: 20 Min
16 Stück (4 Personen als Vorspeise)
Kulturelle Bedeutung

Der Name verrät die Herkunft: Frühlingsrollen stammen von den Pfannkuchen ab, die in China zum Frühlingsbeginn mit dem ersten frischen Gemüse des Jahres gegessen wurden. Zum Frühlingsfest gehören sie bis heute auf den Tisch; im deutschsprachigen Raum sind sie das bekannteste chinesische Gericht überhaupt.

Frischgemüse nach dem Winter als Zeichen des Frühlingsanfangs; in der Deutung mancher Regionen auch die Seidenraupen, die im Frühjahr schlüpfen

Zutaten

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Zubereitung

1

Füllung braten: 2 EL Öl im Wok erhitzen, Ingwer 20 Sekunden anbraten, 200 g Hack krümelig braten. Möhre und Shiitake 2 Minuten mitbraten, dann Chinakohl und Sprossen zugeben und nur so lange rühren, bis der Kohl zusammenfällt.

6 Min
2

Würzen und binden: 2 EL Sojasauce, 1 EL Austernsauce und ¼ TL weißen Pfeffer unterrühren. Die angerührte Maisstärke zugeben, bis die Flüssigkeit im Wok bindet. Frühlingszwiebeln und 1 TL Sesamöl unterheben.

2 Min
Tipp: Die Füllung darf keine freie Flüssigkeit haben, sonst weicht der Teig von innen auf und die Rolle reißt im Öl.
3

Abkühlen: Die Füllung auf einem Blech flach ausbreiten und vollständig auskühlen lassen, am besten 20 Minuten im Kühlschrank.

20 Min
Tipp: Warme Füllung erzeugt Dampf in der Rolle – der häufigste Grund für aufgeplatzte Frühlingsrollen.
4

Rollen: Ein Blatt als Raute vor sich legen, 2 EL Füllung als Wurst auf das untere Drittel setzen. Die untere Ecke über die Füllung klappen, einmal rollen, dann die beiden seitlichen Ecken nach innen falten und straff bis zur oberen Ecke weiterrollen. Die Spitze mit dem Mehlkleber bestreichen und andrücken.

15 Min
Tipp: Nicht genutzte Blätter unter einem feuchten Tuch halten, sie trocknen in Minuten aus und brechen dann.
5

Frittieren: 1 l Öl in einem hohen Topf auf 170 °C erhitzen (ein Holzstäbchen bildet sofort kleine Bläschen). Vier bis fünf Rollen zugleich 3–4 Minuten goldbraun frittieren, dabei einmal wenden. Auf einem Rost abtropfen lassen, nicht auf Küchenpapier.

4 Min pro Ladung
Tipp: Zu viele Rollen auf einmal senken die Öltemperatur; die Rollen saugen sich dann voll statt zu knuspern.
6

Dip und Servieren: 3 EL Reisessig mit 1 TL Zucker und etwas frischem Chili verrühren. Frühlingsrollen heiß servieren, ganz oder schräg halbiert.

2 Min

Tipps für die Zubereitung

  • Vegetarisch: Hack durch 100 g fester Tofu in Streifen und 30 g eingeweichte Glasnudeln ersetzen – die Glasnudel-Version ist im deutschsprachigen Raum die vertraute.
  • Vorbereiten: Gerollte, rohe Frühlingsrollen lassen sich auf einem Blech einfrieren und direkt aus dem Gefrierschrank frittieren, 1–2 Minuten länger.
  • Backofen oder Heißluftfritteuse: Rollen dünn mit Öl bestreichen, 200 °C, 15–18 Minuten, einmal wenden. Sie werden knusprig, aber heller und trockener als frittiert.
  • Frühlingsrollenblätter (Weizen) und Reispapier sind nicht austauschbar: Reispapier ist für vietnamesische Sommerrollen gedacht und wird beim Frittieren blasig und hart.
  • Die Reste der Füllung schmecken als Beilage zu Reis – oder in Chunbing, den weichen Weizenpfannkuchen, aus denen die Frühlingsrolle hervorgegangen ist.

Herkunft und Hintergrund

Die Frühlingsrolle beginnt als Pfannkuchen. Zum Frühlingsanfang (Lichun) aßen die Menschen in China Chunbing (春饼), dünne Weizenfladen, in die das erste frische Gemüse des Jahres gerollt wurde – nach den Monaten mit eingelegten Vorräten ein Fest. Die Sitte wird bis in die Jin-Dynastie (265–420) zurückgeführt, war in der Tang-Zeit verbreitet und stand in der Qing-Zeit als Gebäck mit aufwendiger Füllung auf der kaiserlichen Tafel. Irgendwann wurden die gefüllten Fladen frittiert: die Frühlingsrolle. Zum Frühlingsfest gehört sie bis heute auf den Tisch, ebenso zum Qingming-Fest im April.

Ganz Ost- und Südostasien kennt Verwandte: In Vietnam heißen die frittierten Rollen nem rán im Norden und chả giò im Süden, in Indonesien und auf den Philippinen lumpia, in Singapur popiah, in Japan harumaki. Die chinesische Rolle unterscheidet sich durch ihr dünnes Blatt aus Weizenteig und die knappe, trockene Füllung; in Hongkong und Macau sind Schweinehack, Möhre und Sprossen die übliche Füllung.

Im deutschsprachigen Raum ist die Frühlingsrolle als Tiefkühlprodukt und Imbissklassiker angekommen – meist deutlich größer als ihre chinesischen Vorbilder, mit Weißkohl, Glasnudeln und Sojasprossen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bezeichnet „Frühlingsrolle“ die frittierte Rolle, während die vietnamesische Rolle aus Reispapier mit frischer Füllung „Sommerrolle“ heißt. Das Hausrezept oben folgt dem chinesischen Maß: fingerdick, knusprig und in einem Gang gegessen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Frühlingsrolle und Sommerrolle?

Die Frühlingsrolle ist frittiert, mit einem Blatt aus Weizenteig und gegarter Füllung. Die Sommerrolle kommt aus Vietnam, wird aus eingeweichtem Reispapier gerollt und roh mit Kräutern, Reisnudeln und Garnelen gegessen. Im deutschsprachigen Raum ist diese Unterscheidung fest; im Englischen heißen beide „spring roll“.

Welche Blätter nehme ich?

Frühlingsrollenblätter aus Weizenteig aus dem Tiefkühlregal des Asialadens, meist 20 × 20 oder 25 × 25 cm, im Paket aufgetaut und unter einem feuchten Tuch gehalten. Reispapier eignet sich nicht zum Frittieren. Filoteig geht zur Not, wird aber blättrig statt glatt.

Gehen Frühlingsrollen auch ohne Frittieren?

Ja, im Backofen oder in der Heißluftfritteuse bei 200 °C für 15–18 Minuten, dünn mit Öl bestrichen und einmal gewendet. Sie werden knusprig, aber heller, trockener und weniger blasig als frittiert. Wichtig bleibt die trockene, kalte Füllung.

Warum werden meine Frühlingsrollen matschig oder platzen auf?

Fast immer, weil die Füllung zu feucht oder noch warm war, oder weil das Öl nicht heiß genug war. Die Füllung binden, vollständig auskühlen lassen, straff rollen und in kleinen Portionen bei 170 °C frittieren. Fertige Rollen auf einem Rost abtropfen lassen, damit die Unterseite nicht weich wird.

Kochtechniken
PfannenrührenRollenFrittieren
Geeignet für
FrühlingsfestVorspeiseFingerfood für Gäste

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