Rundgang auf der Hauptachse
Vom Eingang im Süden über Holzstege die Hauptstraße entlang zum Großen Kloster und zum Stupawald, zurück durch den Verwaltungsbezirk. Kaum Schatten.
Historische Stätte · Xinjiang
Jiāohé Gùchéng
Auf einer schmalen Insel aus Löss zwischen zwei Flussarmen gruben Menschen ihre Stadt in den Boden, statt sie aufzumauern. Straßen, Klöster und Höfe stehen noch heute als ausgeschnittene Lehmwände da.
Eine breite Straße zieht sich von Süden nach Norden durch die Stadt. Links und rechts ragen fensterlose Lehmwände auf, hinter denen Höfe und Werkstätten lagen.
Am Nordende der Hauptstraße liegt die größte Tempelanlage der Stadt mit Hof, Haupthalle und einem Pfeiler, an dem einst Buddhafiguren in Nischen standen.
Im Norden umgeben viele kleine Stupas in regelmäßigen Reihen einen großen Mittelstupa – eine ungewöhnliche Anlage, die an ein Mandala erinnert.
Im Osten der Stadt lagen größere Anlagen mit unterirdischen Räumen, die als Sitz der Verwaltung gedeutet werden.
Dicht an dicht liegen Häuser mit Innenhöfen, Treppen und Kellerräumen, in denen man der Sommerhitze entging. Gassen verbinden sie mit der Hauptstraße.
Von der Spitze des Plateaus sieht man, wie steil die Kanten zu den Flussbetten abfallen – die Lage war der beste Schutz der Stadt.
Vom Eingang im Süden über Holzstege die Hauptstraße entlang zum Großen Kloster und zum Stupawald, zurück durch den Verwaltungsbezirk. Kaum Schatten.
Zusätzlich zu den Wohnvierteln im Westen, zu Brunnen und zur Südspitze. Früh morgens oder am späten Nachmittag, wenn das Licht die Lehmwände modelliert.
春Frühling
Angenehme Temperaturen, aber mit Staubwinden. Die Pappeln in den Flusstälern treiben aus.
夏Sommer
Extrem heiß und schattenlos. Nur früh am Morgen besuchen, viel Wasser und Kopfbedeckung mitnehmen.
秋Herbst
Die beste Zeit: mild, klar und goldenes Licht. Die Traubenernte in Turpan lässt sich damit verbinden.
冬Winter
Kalt und still, oft sonnig. Kaum Besucher, die Lehmwände werfen lange Schatten.
Zwei Flussarme haben ein schmales, blattförmiges Plateau aus Löss herausgeschnitten. Seine senkrechten Kanten machten Mauern überflüssig.
Die Bewohner trugen den Boden ab und ließen Wände stehen. Nur obere Stockwerke und Dächer wurden aufgesetzt – die Stadt ist eher geformt als gebaut.
2. Jh. v. Chr.–5. Jh.Reich Jushi
Jiaohe war Hauptort des vorderen Jushi-Reiches. Chinesische Quellen der Han-Zeit beschreiben die Stadt auf der Insel zwischen den Flüssen.
640–658Tang-Dynastie
Nach dem Ende des Königreichs Gaochang 640 richteten die Tang hier das Protektorat Anxi ein. 658 wurde sein Sitz nach Kucha verlegt, Jiaohe blieb Kreisstadt.
9.–13. Jh.Uigurisches Königreich Gaochang
Unter den uigurischen Königen bestand die Stadt weiter und blieb ein buddhistisches Zentrum.
14. Jh.Yuan-Zeit
Im 14. Jahrhundert wurde die Stadt aufgegeben. Das trockene Klima bewahrte ihre Lehmstrukturen über Jahrhunderte.
高昌故城
Die zweite große Ruinenstadt der Oase liegt östlich von Turpan und gehört zum selben Welterbe.
柏孜克里克千佛洞
Buddhistische Höhlentempel in den Flammenbergen, gut mit Gaochang zu verbinden.
Klöster, Stupas und Nischen für Bildwerke zeigen, wie sehr der Buddhismus das Leben der Stadt prägte. Mönche und Kaufleute brachten Lehren und Kunstformen aus Indien und Zentralasien.
Gestampfte Erde und Lehmziegel sind im trockenen Klima Turpans bis heute das wichtigste Baumaterial – Jiaohe zeigt eine sehr frühe Form dieser Tradition.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen
| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 交河 | Jiāohé | „Wo sich die Flüsse treffen“ |
| 故城 | gùchéng | alte Stadt, Ruinenstadt |
| 车师 | Chēshī | Reich Jushi |
| 安西都护府 | Ānxī Dūhùfǔ | Protektorat Anxi |
| 塔林 | tǎlín | Stupawald |
| 生土 | shēngtǔ | gewachsener Boden, Lehm |
Die Stadt wurde weitgehend aus dem Boden herausgegraben statt aufgebaut. Dazu kommt die Lage auf einem schmalen Plateau zwischen zwei Flussarmen, die Mauern überflüssig machte.
Ja, seit 2014 als Teil des Welterbes „Seidenstraßen: das Straßennetz des Chang'an-Tianshan-Korridors“, zusammen mit Gaochang und weiteren Stätten in China, Kasachstan und Kirgisistan.
Für die Hauptachse mit Kloster und Stupawald rund zwei Stunden, für einen ausführlichen Rundgang drei.
Jiaohe liegt nahe der Stadt und lässt sich mit Karez-Anlagen und Traubental an einem Tag verbinden. Gaochang, Astana und Bezeklik liegen im Osten und passen gut in einen zweiten Tag.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
Wie CHINANETZ Quellen auswählt und prüft: Recherche und Quellen.
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