Tian Shan天山
Das „Himmelsgebirge“ zieht sich quer durch die Region. Gletscher speisen Flüsse, die in den Becken versickern und dort die Oasen nähren; an den Hängen wachsen Fichtenwälder über Sommerweiden.
Autonome Region · Nordwestchina
Xīnjiāng
Schneegipfel über Wüstenrändern, Pappelalleen und Weinlauben in den Oasen, Basare zwischen Lehmhäusern: Xinjiang war zwei Jahrtausende lang Drehscheibe der Seidenstraße zwischen China, Indien, Persien und Steppe.
Ürümqi乌鲁木齐
Hauptstadt am Nordfuß des Tian Shan, unter den Qing als Dihua gegründet; Regionalmuseum, Großer Basar und Tor zum Tianchi.
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Kaschgar喀什
Oasenstadt am Westende des Tarimbeckens mit Id-Kah-Moschee, Lehmbau-Altstadt, Viehmarkt und dem Weg in den Pamir.
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Turpan吐鲁番
Die alte Turfan-Oase in einer der tiefsten Senken der Erde: Trauben, Karez-Kanäle, Jiaohe, Gaochang und Bezeklik.
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Yining伊宁
Hauptort des grünen Ili-Tals mit Obstgärten, blauen Hofhäusern in Kazanchi und Weiden der Kasachen ringsum.
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Hotan和田
Das alte Königreich Khotan an der südlichen Seidenstraße, Heimat der weißen Jade, der Atlasseide und der Knüpfteppiche.
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Kuqa库车
Das alte Kucha, einst buddhistisches Königreich und Sitz des Tang-Protektorats; nahebei die Kizil-Grotten.
Hami哈密
Östliches Tor Xinjiangs, namensgebend für die Hami-Melone und für eine eigene Spielart des Muqam.
Korla库尔勒
Oasenstadt am Nordrand der Taklamakan, bekannt für ihre Duftbirnen; nahebei liegt der Bosten-See.
Altay阿勒泰
Stadt im Altai-Gebirge ganz im Norden, Ausgangspunkt für den Kanas-See und die Holzhausdörfer der Tuwiner.
Tianchi im Tian Shan
Ein grünblauer See zwischen dunklen Fichtenhängen, darüber die Eisgipfel des Bogda: Die Legende verlegt hierher den Jadeteich, an dem die Königinmutter des Westens Gäste empfing.
Kanas-See
Ganz im Norden Xinjiangs, wo die Taiga Sibiriens über den Altai nach China reicht, liegt ein Gletschersee, dessen Farbe mit jeder Wolke wechselt – umgeben von Lärchen und Blockhäusern.
Ruinenstadt Jiaohe
Auf einer schmalen Insel aus Löss zwischen zwei Flussarmen gruben Menschen ihre Stadt in den Boden, statt sie aufzumauern. Straßen, Klöster und Höfe stehen noch heute als ausgeschnittene Lehmwände da.
Bezeklik-Grotten
Über einem grünen Flusstal in den roten Flammenbergen reihen sich Höhlentempel in die Klippe. Ihre Wandbilder zeigen Gelübdeszenen des künftigen Buddha und Stifter in prächtigen Gewändern.
Das „Himmelsgebirge“ zieht sich quer durch die Region. Gletscher speisen Flüsse, die in den Becken versickern und dort die Oasen nähren; an den Hängen wachsen Fichtenwälder über Sommerweiden.
Im Süden umschließen Tian Shan, Pamir und Kunlun ein riesiges Becken. In seiner Mitte liegt die Taklamakan, eine der großen Sandwüsten der Erde, gesäumt von Pappelwäldern am Tarim-Fluss.
Nördlich des Tian Shan liegt das Dsungarische Becken mit Steppe und Steinwüste. Ganz im Norden reicht das Altai-Gebirge mit Lärchenwald und Bergseen wie dem Kanas nach China hinein.
Östlich von Ürümqi fällt das Land in eine der tiefsten Landsenken der Erde ab. Im Sommer ist sie einer der heißesten Orte Chinas, Schmelzwasser aus dem Tian Shan macht sie dennoch fruchtbar.
Im Südwesten treffen Pamir, Karakorum und Kunlun zusammen. Der vergletscherte Muztagata über dem Karakul-See gehört zu den eindrucksvollsten Gipfeln am Weg nach Tashkurgan.
Ausgeprägt kontinental und trocken: heiße Sommer in den Becken, kalte Winter vor allem im Norden, große Unterschiede zwischen Tag und Nacht. Regen fällt vor allem im Gebirge und im Ili-Tal.
um 2000–1000 v. Chr.Bronzezeit
In Gräberfeldern wie Xiaohe am Rand des Tarimbeckens bewahrte die trockene Luft Körper, Filzkleidung, Körbe und Getreide. Die Mumien aus dem Tarimbecken zählen zu den bekanntesten Funden der Archäologie Zentralasiens.
60 v. Chr.Han-Dynastie
Nach den Gesandtschaften des Zhang Qian richteten die Han das Protektorat der Westgebiete mit Sitz in Wulei bei Luntai ein. Im 1. Jahrhundert n. Chr. wirkte der Feldherr Ban Chao lange in den Oasen.
3.–10. Jh.Buddhistische Oasenreiche
Khotan, Kucha und Gaochang wurden zu Zentren des Buddhismus mit Klöstern und Grotten. In Kucha und um Turpan entstanden Schriften in den indogermanischen tocharischen Sprachen; aus Kucha stammte der Übersetzer Kumarajiva.
640–8. Jh.Tang-Dynastie
Die Tang gründeten 640 das Protektorat Anxi in Jiaohe und verlegten es 658 nach Kucha. Zu den „Vier Garnisonen“ von Anxi gehörten Kucha, Khotan, Kaschgar und Karasahr an den Handelswegen. Xuanzang durchquerte die Oasen auf dem Hin- und Rückweg.
744–14. Jh.Uiguren
Das Uigurische Khaganat hatte sein Zentrum in der Mongolei. Nach seinem Ende 840 zogen uigurische Gruppen nach Gaochang und gründeten ein Königreich, in dem Buddhismus und Manichäismus blühten.
10.–12. Jh.Karachaniden
Die Karachaniden regierten von Kaschgar und Balasagun aus und nahmen im 10. Jahrhundert den Islam an. Im 11. Jahrhundert entstanden Mahmud al-Kaschgaris türkisches Wörterbuch und Yusuf Khass Hajibs Lehrgedicht „Kutadgu Bilig“.
13.–17. Jh.Tschagatai und Yarkant
Im 13. Jahrhundert fiel das Land an Dschingis Khans Sohn Tschagatai und dessen Nachfolger. Am Hof des Khanats von Yarkant wurde im 16. Jahrhundert der Muqam gesammelt und geordnet.
1759–1884Qing-Dynastie
Ab 1759 verwalteten die Qing das Gebiet mit einem General in Ili; 1884 wurde Xinjiang Provinz mit der Hauptstadt Dihua, dem heutigen Ürümqi.
天池
Bergsee am Fuß des vergletscherten Bogda Feng, umgeben von Fichtenwald und Sommerweiden – Teil des Welterbes Xinjiang-Tianshan und ein Tagesziel von Ürümqi aus.
喀纳斯湖
Lang gestreckter Bergsee im Altai, dessen Wasser je nach Licht grün bis türkis schimmert. Im Herbst färben sich die Lärchen golden; ringsum liegen Holzhausdörfer der Tuwiner.
交河故城
Die Lehmstadt auf einem schmalen Plateau zwischen zwei Flussarmen bei Turpan war Hauptort des Reiches Jushi und erster Sitz des Tang-Protektorats Anxi.
柏孜克里克千佛洞
Buddhistische Höhlentempel in einer Schlucht der Flammenberge, deren Wandbilder vor allem aus der Zeit des uigurischen Königreichs Gaochang stammen.
克孜尔千佛洞
Die Höhlentempel bei Kuqa gehören zu den frühesten buddhistischen Grotten Chinas. Ihre Malereien in Blau und Grün zeigen Legenden aus früheren Leben des Buddha.
高昌故城
Die Mauern der einstigen Königsstadt östlich von Turpan umschließen Tempel- und Palastreste aus Lehm. Hier predigte Xuanzang auf seinem Weg nach Indien.
喀什古城
Lehmhäuser mit geschnitzten Holzbalkonen, Gassen mit Handwerksläden und die Id-Kah-Moschee aus dem 15. Jahrhundert bilden das bekannteste Stadtbild Xinjiangs.
赛里木湖
Klarer Bergsee im Borohoro-Gebirge am Weg ins Ili-Tal, von Weiden und Fichtenhängen umgeben. Im Frühsommer blühen die Wiesen am Ufer.
Reis, im Kazan mit Hammelfleisch, gelben Karotten und Zwiebeln gegart, dazu oft Rosinen oder Kichererbsen. Polo ist das Festessen der uigurischen und usbekischen Küche.
Von Hand gezogene Nudeln mit einer Pfanne aus Fleisch, Paprika, Tomaten und Bohnen. Im Chinesischen heißt das Gericht auch Banmian, „gemischte Nudeln“.
Das runde Fladenbrot wird an der Wand des Tonofens gebacken, oft mit Sesam, Zwiebeln oder Walnüssen. Dazu gehören Hammelspieße vom Kohlegrill mit Kreuzkümmel und Chili.
Huhn mit Kartoffeln, Paprika und Chili auf einer großen Platte, am Ende mit breiten Nudeln in der Soße – ein Gericht aus dem Norden Xinjiangs, das man zu mehreren isst.
Heiße Tage und kühle Nächte machen Früchte süß: Trauben und Rosinen aus Turpan, Melonen aus Hami, Birnen aus Korla, Granatäpfel, Aprikosen, Walnüsse und Datteln.
Die zwölf Muqam sind große Suiten aus Gesang, Instrumentalstücken und Tanz. Der uigurische Muqam steht seit 2008 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes; eigene Spielarten gibt es in Hami, Turpan und Ili.
Mehr dazu →Die Dutar ist eine zweisaitige Langhalslaute, die Rawap eine gezupfte Laute mit Hörnern am Hals, die Dap eine Rahmentrommel mit Schellenringen. In Kaschgar werden sie bis heute von Hand gebaut.
Die vierkantige, bestickte Kappe Doppa trägt je nach Ort eigene Muster. Atlasseide aus Hotan wird vor dem Weben in Abschnitten gefärbt – daher die verschwimmenden, flammenartigen Muster.
Mehr dazu →Lehmziegel halten Hitze und Kälte ab. Typisch sind Innenhöfe mit Weinlauben, überdachte Veranden, geschnitzte Holzsäulen und in Turpan durchbrochene Ziegelwände der Trockenhäuser für Rosinen.
Kasachen, Kirgisen und Mongolen ziehen im Sommer mit Jurten auf die Bergweiden. Dazu gehören die Laute Dombra, Sängerwettstreite und Reiterspiele. Das kirgisische Epos Manas ist seit 2009 UNESCO-Kulturerbe.
Der Basar ist Markt und Treffpunkt zugleich: Stände für Stoffe, Messingwaren, Gewürze, Trockenfrüchte und Nüsse, dazu Garküchen mit Naan und Polo. In vielen Orten gibt es feste Markttage.
Die Oasen liefern Trauben, Rosinen, Melonen, Birnen, Äpfel, Datteln und Nüsse in alle Landesteile. Rosinen aus Turpan und Hami-Melonen sind Markennamen mit langer Tradition.
Knüpfteppiche, Atlasseide, Jadeschnitzerei, Musikinstrumente, Kupfer- und Töpferwaren werden in Werkstätten in Kaschgar, Hotan und anderen Oasen gefertigt und auf den Basaren verkauft.
Über Grenzübergänge wie Khorgas im Ili-Tal und Alashankou laufen Straßen- und Bahnverbindungen nach Zentralasien – eine moderne Fortsetzung der alten Karawanenwege.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen
| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 新 | xīn | Kürzel der Region Xinjiang |
| 新疆 | Xīnjiāng | „neues Grenzgebiet“ |
| 西域 | Xīyù | „Westgebiete“, alter chinesischer Name der Region |
| 天山 | Tiānshān | Tian Shan, „Himmelsgebirge“ |
| 塔克拉玛干 | Tǎkèlāmǎgān | Taklamakan-Wüste |
| 丝绸之路 | Sīchóu zhī Lù | Seidenstraße |
| 绿洲 | lǜzhōu | Oase |
| 坎儿井 | kǎn'érjǐng | Karez, unterirdischer Kanal |
| 木卡姆 | mùkǎmǔ | Muqam, Suitenmusik |
| 巴扎 | bāzhā | Basar, Markt |
Für Hochgebirge wie Tian Shan, Pamir und Altai, die Taklamakan-Wüste, die Oasenstädte der Seidenstraße mit Ruinenstädten und Buddhagrotten, den uigurischen Muqam, Basare, Atlasseide und Jade sowie für Trauben, Melonen, Polo und Hammelspieße.
Ürümqi am Nordfuß des Tian Shan. Die Stadt entstand unter den Qing als Dihua und wurde 1884 Hauptstadt der neu gebildeten Provinz.
新疆 bedeutet „neues Grenzgebiet“. Der Name setzte sich in der Qing-Zeit durch. Ältere chinesische Texte sprechen von den Xiyu, den „Westgebieten“.
Um Turpan die Ruinenstädte Jiaohe und Gaochang und die Bezeklik-Grotten, bei Kuqa die Kizil-Grotten, im Westen die Altstadt von Kaschgar und im Süden die Oase Hotan mit Resten des Königreichs Khotan.
Mai bis Juni und September bis Oktober. Im Hochsommer ist Turpan sehr heiß, die Bergweiden und Seen im Norden sind dann dagegen am schönsten. Im Winter sind viele Bergregionen schwer zugänglich.
Polo mit Hammelfleisch und Karotten, handgezogene Laghman-Nudeln, Naan aus dem Tonofen, Hammelspieße, Samsa-Teigtaschen und Dapanji. Dazu frisches und getrocknetes Obst sowie in den Bergen kasachischer Milchtee.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
Wie CHINANETZ Quellen auswählt und prüft: Recherche und Quellen.
Geographie
Provinzen, Klima, Landschaften, Bevölkerung.
Geographie
Heilige Berge, Nationalparks, Schluchten, Seen und Welterbe – mit Wegen, Jahreszeiten und Anreise.
Geschichte
Große Mauer, Verbotene Stadt, Terrakotta-Armee, Karstlandschaften — alle Welterbestätten mit Einordnung.
Musik
Von der klassischen Instrumentalmusik bis zum Pop.
Kunsthandwerk
Vom Maulbeerbaum über die Seidenstraße bis zur Haute Couture — Herstellung, Geschichte, Bedeutung.
Kunsthandwerk
Nephrit und Jadeit, Bi und Cong, der Edle und die Jade — Bedeutung, Geschichte und Kaufhinweise.
Genuss
Die acht großen Regionalküchen, ihre Signaturgerichte und Rezepte zum Nachkochen.