Pilgerweg vom Nanyue-Tempel
Der alte Pilgerpfad führt über Steinstufen vom Haupttempel an Klöstern und Pavillons vorbei bis zum Zhurong Feng.
Heiliger Berg · Hunan
Héng Shān
Ein grüner Bergrücken voller Tempel, an dem Buddhisten und Daoisten seit Jahrhunderten nebeneinander beten – und wo man sich ein Leben „so lang wie der Südberg“ wünscht.
Die große Tempelanlage am Bergfuß ist nach dem Vorbild eines Palastes gebaut. Östlich der Achse liegen daoistische, westlich buddhistische Höfe.
Auf dem höchsten Gipfel steht der kleine Tempel des Feuergottes. Morgens blickt man über Wolkenfelder, im Winter über Raureif.
Ein buddhistisches Kloster im Ort Nanyue mit mehreren Hallen; im Luohan-Saal sind die Arhats als Ritzzeichnungen in Steintafeln zu sehen.
Hier wirkte in der Tang-Zeit der Chan-Meister Shitou Xiqian. Aus seiner Linie ging die Caodong-Schule hervor, die später auch in Japan Fuß fasste.
Nach der Legende schliff Huairang hier einen Ziegel, um seinem Schüler Mazu zu zeigen, dass bloßes Sitzen so wenig zur Erleuchtung führt wie Schleifen zum Spiegel.
Eines der ältesten Klöster am Berg, verbunden mit dem Meister Huisi aus dem 6. Jahrhundert. Vor dem Tor steht ein sehr alter Ginkgo.
Die kleine Halle liegt in dichtem Urwald an einem stillen Hang und gilt als einer der schönsten Plätze des Berges.
Ein Wasserfall über einer Felsstufe unter dem Zigai-Gipfel nahe Nanyue, von Daoisten als heiliger Ort verehrt und mit Felsinschriften versehen.
Der alte Pilgerpfad führt über Steinstufen vom Haupttempel an Klöstern und Pavillons vorbei bis zum Zhurong Feng.
Busse fahren bis zur Bergmitte, eine Seilbahn weiter nach oben; zu Fuß bleibt ein kurzer Anstieg zum Gipfeltempel.
Von der Busstation zur Spiegelschleif-Terrasse, weiter zu Nantai- und Fuyan-Tempel und durch den Wald zurück.
春Frühling
Blühende Azaleen und viel Nebel. Zu Frühlingsbeginn kommen Pilger, um für das neue Jahr zu beten.
夏Sommer
Deutlich kühler als in Hengyang, aber regenreich. Die Wälder sind dicht und grün.
秋Herbst
Klare Sicht vom Zhurong Feng. Im achten Mondmonat zieht die Hauptzeit der Pilger zum Berg; die Wege sind dann voll.
冬Winter
Raureif und Schnee überziehen Bäume und Tempeldächer – ein bekanntes Motiv. Bei Eis werden Straßen zeitweise gesperrt.
Anders als die kahlen Felsberge im Norden ist der Heng Shan fast vollständig bewaldet, mit immergrünen Laubbäumen, Kiefern und Bambus.
Feuchte Luft und Frost überziehen im Winter Äste und Nadeln mit Eiskristallen; an manchen Tagen wirkt der Gipfel wie aus Glas.
Der Heng Shan ist kein Einzelgipfel, sondern eine lange Kette; die Überlieferung zählt zweiundsiebzig Gipfel von Hengyang bis Changsha.
Am Morgen liegen oft Wolken in den Tälern des Hengyang-Beckens, aus denen nur die Gipfelreihe ragt.
106 v. Chr.Han-Dynastie
Kaiser Wu verlieh den Titel des südlichen Großen Berges zeitweise dem Tianzhu Shan in Anhui, weil der Heng Shan für Opferreisen zu weit entfernt lag.
589Sui-Dynastie
Nach der Einigung des Reiches wurde der Heng Shan wieder als Südlicher Großer Berg festgelegt; das gilt seither.
8. Jh.Tang-Dynastie
Chan-Meister wie Huairang, Mazu und Shitou machten den Berg zu einem Zentrum des Chan-Buddhismus. Der Dichter Han Yu stieg auf und beschrieb, wie sich die Wolken lichteten.
1167Song-Dynastie
Zhu Xi und Zhang Shi wanderten gemeinsam über den Berg und hielten ihre Eindrücke in einer Sammlung von Gedichten fest.
1882Qing-Dynastie
Nach einem Brand wurde der Nanyue-Tempel in seiner heutigen Gestalt neu errichtet.
石鼓书院
Die Akademie am Zusammenfluss der Flüsse in Hengyang lässt sich mit dem Berg an einem Tag verbinden.
Die Klöster und Gasthäuser in Nanyue bereiten Tofu, Pilze, Bambus und Wildgemüse zu, oft in Form von Fleischgerichten.
Pilgergruppen aus Hunan und den Nachbarprovinzen tragen gelbe Taschen und Weihrauch zum Berg; viele steigen nachts auf, um zum Sonnenaufgang am Gipfel zu sein.
Der Glückwunsch „ein Leben so lang wie der Südberg“ gehört zu jedem Geburtstagsfest. Am Berg finden sich viele Inschriften mit dem Zeichen für Langlebigkeit.
Mehr dazu →Die Linien von Mazu und Shitou, beide mit dem Heng Shan verbunden, trugen den Chan-Buddhismus in alle späteren Schulen, auch nach Japan und Korea.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen
| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 衡山 | Héng Shān | Heng Shan |
| 南岳 | Nányuè | Südlicher Großer Berg |
| 五岳 | wǔyuè | die fünf großen Berge |
| 祝融峰 | Zhùróng Fēng | Zhurong-Gipfel |
| 大庙 | dàmiào | Haupttempel |
| 进香 | jìnxiāng | Weihrauch darbringen, pilgern |
| 寿比南山 | shòu bǐ Nánshān | „so alt wie der Südberg“ |
Tai Shan im Osten, Hua Shan im Westen, Heng Shan in Hunan im Süden, Heng Shan in Shanxi im Norden und Song Shan in der Mitte. Die beiden Heng Shan werden im Chinesischen mit unterschiedlichen Zeichen geschrieben.
Mit Bus und Seilbahn reicht ein Tag für Gipfel und einige Tempel. Wer den Pilgerweg zu Fuß geht und Nanyue-Tempel und Waldklöster sehen will, plant zwei Tage ein.
Beides. Die Traditionen bestehen seit Jahrhunderten nebeneinander; im Nanyue-Tempel liegen daoistische und buddhistische Höfe links und rechts der Hauptachse.
Die Hauptpilgerzeit liegt im Herbst, besonders im achten Mondmonat, dazu kommen Neujahr und die ersten Wochen danach. Dann sind Wege und Tempel sehr voll.
Provinz
Südlich des Dongting-Sees fließen vier Flüsse durch ein Land aus Reisfeldern, Bergwäldern und Sandsteintürmen – Heimat einer der schärfsten Küchen Chinas und alter Akademien.
Stadt · Hunan
Bis hierher, so heißt es, fliegen die Wildgänse im Herbst nach Süden und kehren dann um. Hinter der Stadt steigt der südliche der fünf großen Berge auf.
Stadt · Hunan
Eine Stadt, die man mit dem Mund kennenlernt: scharfe Pfannen, schwarzer Tofu und Nachtmärkte am Xiang – und dazu eine Gelehrtentradition, die über tausend Jahre zurückreicht.
Philosophie
Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus, Legalismus und ihre Denker.
Kunst
Schriftstile, Werkzeuge und Meister der chinesischen Schreibkunst.