Liao-Ebene辽河平原
In der Mitte der Provinz liegt das flache Schwemmland von Liao He und Hun He, Kornkammer mit Mais, Soja und Reis. Hier reihen sich Shenyang, Liaoyang und Anshan auf.
Provinz · Nordostchina
Liáoníng
Von hier aus zogen die Mandschu nach Peking: Liaoning verbindet die Paläste und Gräber der frühen Qing mit Seehäfen am Gelben Meer, Stahlstädten und der Grenze am Yalu.
Shenyang沈阳
Hauptstadt, einst Shengjing der frühen Qing: Kaiserpalast, Kaisergräber Fuling und Zhaoling, Industrie- und Verkehrsknoten.
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Dalian大连
Hafenstadt an der Spitze der Liaodong-Halbinsel mit Küstenstraße, Plätzen, Badebuchten und Meeresfrüchten.
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Anshan鞍山
Stahlstadt am Fuß des Qianshan-Gebirges, dazu heiße Quellen und die Jade aus dem Kreis Xiuyan.
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Fushun抚顺
Kohlestadt am Hun-Fluss; im Kreis Xinbin liegen Hetu Ala, Nurhacis erste Hauptstadt, und das Kaisergrab Yongling.
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Dandong丹东
Grenzstadt an der Mündung des Yalu; nahebei die Hushan-Mauer, das östliche Ende der Ming-Mauer.
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Xingcheng兴城
Kleine Küstenstadt mit einer der besterhaltenen Ming-Stadtmauern Chinas, dem alten Ningyuan.
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Jinzhou锦州
Stadt im Liaoxi-Korridor mit Pagode aus der Liao-Zeit; im Kreis Yi steht der Fengguo-Tempel mit seinen Buddhas.
Liaoyang辽阳
Eine der ältesten Städte des Nordostens, lange Sitz der Verwaltung von Liaodong; mit Weißer Pagode.
Chaoyang朝阳
Region im Westen mit der Fundstätte Niuheliang der Hongshan-Kultur und Pagoden aus der Liao-Zeit.
Benxi本溪
Bergstadt östlich von Shenyang mit den Wasserhöhlen von Benxi; zum Gebiet gehört Huanren mit der Goguryeo-Bergfestung Wunü Shan.
Panjin盘锦
Stadt im Mündungsgebiet des Liao He, bekannt für den Roten Strand, dessen Salzkraut sich im Herbst rot färbt, für Schilf und Reisfelder.
Kaiserpalast Shenyang
Kleiner als die Verbotene Stadt und doch die erste Residenz der Qing: In Mukden bauten Nurhaci und Hong Taiji einen Palast, in dem Bannerlager und chinesische Halle zusammenfinden.
Qianshan
„Tausend Berge“ nennt man das Gebirge, dessen Granitkuppen sich wie Lotusblätter drängen – dazwischen Klöster, Daoistentempel und Treppenwege, die seit Jahrhunderten Pilger tragen.
Hushan-Mauer
Auf dem „Tigerberg“ über dem Yalu steigt die Mauer steil an und fällt wieder zum Fluss ab – hier, weit im Osten, endet in chinesischer Lesart die Ming-Mauer.
In der Mitte der Provinz liegt das flache Schwemmland von Liao He und Hun He, Kornkammer mit Mais, Soja und Reis. Hier reihen sich Shenyang, Liaoyang und Anshan auf.
Das bergige Rückgrat im Osten, Ausläufer des Changbai-Gebirges, läuft als Halbinsel zwischen Bohai und Gelbem Meer aus. Buchten, Inseln und Obstgärten prägen die Küste.
Im Westen führt ein schmaler Küstenstreifen zwischen Bergland und Bohai nach Shanhaiguan. Über Jahrhunderte war er der einzige bequeme Landweg zwischen Nordchina und dem Nordosten.
Der Grenzfluss zu Korea mündet bei Dandong ins Gelbe Meer. Seine bewaldeten Uferhänge färben sich im Herbst rot und gelb.
Kontinental mit langen, trocken-kalten Wintern und warmen, regenreichen Sommern. An der Küste um Dalian sind die Winter milder und die Sommer kühler als im Binnenland.
um 3500 v. Chr.Hongshan-Kultur
In Niuheliang bei Chaoyang legten Archäologen Steinhügelgräber, einen Tempel mit Tonfiguren und fein geschliffene Jade-Drachen frei – Zeugnisse einer frühen Kultur im Westen der Provinz.
3. Jh. v. Chr.–220Yan und Han
Der Staat Yan richtete die Kommandantur Liaodong ein; Qin und Han übernahmen sie. Xiangping, das heutige Liaoyang, wurde zum Verwaltungszentrum am Nordostrand des Reiches.
1. Jh. v. Chr.–7. Jh.Goguryeo und Tang
Das Königreich Goguryeo beherrschte lange den Osten Liaodongs; seine frühe Bergfestung Wunü Shan bei Huanren ist Welterbe. Unter den Tang kam das Gebiet an das chinesische Reich.
916–1234Liao und Jin
Die Kitan gaben ihrem Reich den Namen Liao; Liaoyang war ihre Östliche Hauptstadt. Aus dieser Zeit stammen die Pagoden von Chaoyang, Jinzhou und Liaoyang. Danach herrschten die Jurchen-Jin.
1368–1616Ming-Dynastie
Die Ming verwalteten Liaodong als Militärbezirk mit Sitz in Liaoyang und sicherten ihn mit einer eigenen Grenzmauer, die bis an den Yalu reichte. Pferdemärkte bei Fushun dienten dem Handel mit den Jurchen.
1616–1644Aufstieg der Mandschu
Nurhaci gründete 1616 in Hetu Ala die Spätere Jin, eroberte Liaodong und verlegte 1625 die Hauptstadt nach Shenyang. Sein Sohn Hong Taiji nannte die Stadt Shengjing und rief 1636 die Qing-Dynastie aus.
1644–1912Qing-Dynastie
Nach dem Umzug nach Peking blieb Shengjing Nebenhauptstadt. Kaiser reisten zu den Ahnengräbern, die Weidenpalisade grenzte das Stammland ab, und ab dem 19. Jahrhundert zogen viele Siedler aus Shandong zu.
1894–1907Späte Qing-Zeit
Die Liaodong-Halbinsel war zweimal Kriegsschauplatz, die Häfen Lüshun und Dalian kamen als Pachtgebiete unter fremde Verwaltung. 1907 richtete der Qing-Hof die Provinz Fengtian ein.
沈阳故宫
Die Residenz von Nurhaci und Hong Taiji verbindet Palastbau Nordchinas mit mandschurischen Elementen, etwa den zehn Pavillons der Bannerfürsten vor der Achteckhalle.
盛京三陵
Yongling bei Xinbin für Nurhacis Ahnen, Fuling für Nurhaci und Zhaoling für Hong Taiji in Shenyang: Grabanlagen der Qing vor dem Einzug in Peking.
五女山城
Die Bergfestung bei Huanren auf einem Plateau über steilen Felswänden gilt als eine der frühesten Hauptstädte des Königreichs Goguryeo.
千山
Das zerklüftete Granitgebirge bei Anshan mit buddhistischen Klöstern und daoistischen Tempeln gehört zu den bekanntesten Bergen des Nordostens.
虎山长城
Der rekonstruierte Mauerabschnitt am Yalu bei Dandong gilt in China als östlicher Beginn der Ming-Mauer.
九门口长城
Bei Suizhong überquert die Ming-Mauer den Jiujiang auf einer steinernen Brücke mit neun Durchlässen – seit 2002 Teil des Welterbes Große Mauer.
兴城古城
Die Ming-Festung Ningyuan mit vollständiger Mauer, vier Toren und Glockenturm – eine der am besten erhaltenen Stadtanlagen ihrer Zeit.
奉国寺
Die Haupthalle des Tempels im Kreis Yi bei Jinzhou stammt aus der Liao-Zeit und birgt eine Reihe großer, farbig gefasster Buddhafiguren.
辽阳白塔
Die achteckige Ziegelpagode mit dicht gestaffelten Dachgesimsen stammt aus der Liao-Zeit, als Liaoyang Östliche Hauptstadt der Kitan war; sie ist das Wahrzeichen der Stadt.
Deftig und großzügig portioniert: Schmorgerichte mit Kartoffeln, Pilzen und Glasnudeln, Teigtaschen, Sauerkraut. Im Winter wärmen Eintöpfe aus dem Tontopf.
Milchsauer vergorener Chinakohl, mit dünn geschnittenem Schweinebauch und Blutwurst im Topf gegart – ein Gericht aus der Mandschu-Tradition.
Dalian und Dandong sind für Seegurken, Jakobsmuscheln, Seeigel und Venusmuscheln bekannt; auf den Märkten wird der Fang direkt gegart.
Mehr dazu →Jiaozi gehören im Nordosten zu jedem Fest. In Shenyang pflegt das Traditionshaus Laobian eine Variante mit vorgegarter Füllung.
Mehr dazu →Mehrere Kreise im Osten sind Mandschu-Gebiete. Bannertraditionen, Schamanenriten im Palast, Scherenschnitte und Gebäck wie Sachima erinnern an das Erbe der Qing-Gründer.
Mehr dazu →Das Duett aus Gesang, Tanz und derben Dialogen, mit Fächer und Tüchern gespielt, ist die volkstümlichste Bühnenkunst des Nordostens.
Mehr dazu →Zu Neujahr und Laternenfest ziehen Tanzgruppen auf Stelzen durch die Dörfer; Haicheng bei Anshan ist für diese Tradition besonders bekannt.
In Shenyang steht der Ahnentempel der Xibe, deren Vorfahren 1764 nach Ili zogen. Am Yalu pflegen Koreaner Kaltnudeln, Kimchi und Trommeltänze.
Der grünliche Serpentin-Jade aus dem Kreis Xiuyan wird seit der Jungsteinzeit bearbeitet und ist bis heute Rohstoff für Schnitzer in ganz China.
Mehr dazu →Anshan und Benxi sind alte Stahlstandorte auf Basis eigener Eisenerz- und Kohlevorkommen; Shenyang baut Werkzeugmaschinen, Fahrzeuge und Anlagen.
Dalian und Yingkou sind die wichtigsten Seehäfen des Nordostens und schlagen Getreide, Rohöl, Erz und Container für das ganze Hinterland um.
Raffinerien in Dalian und Fushun sowie das Ölfeld am Unterlauf des Liao He um Panjin bilden einen Schwerpunkt der chemischen Industrie.
Dalian und Shenyang haben sich zu Standorten für Software und IT-Dienstleistungen entwickelt; in Dalian sitzt zudem eine große Warenterminbörse.
Reis aus Panjin, Äpfel und Birnen von der Liaodong-Halbinsel, Erdbeeren aus Donggang sowie Seegurken und Muscheln aus Aquakultur.
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| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 辽 | liáo | Kürzel der Provinz Liaoning |
| 辽河 | Liáo Hé | Liao-Fluss |
| 盛京 | Shèngjīng | „Blühende Hauptstadt“, Name Shenyangs unter den Qing |
| 奉天 | Fèngtiān | älterer Name von Präfektur und Provinz |
| 满族 | Mǎnzú | Mandschu |
| 八旗 | bāqí | Acht Banner, Heeres- und Gesellschaftsordnung der Mandschu |
| 辽东半岛 | Liáodōng Bàndǎo | Liaodong-Halbinsel |
| 柳条边 | Liǔtiáobiān | Weidenpalisade der Qing-Zeit |
| 二人转 | èrrénzhuàn | Errenzhuan, Volksbühne des Nordostens |
Für den Kaiserpalast und die Kaisergräber der frühen Qing in Shenyang, die Hafenstadt Dalian, die Grenzstadt Dandong am Yalu, das Qianshan-Gebirge, die Ming-Festung Xingcheng sowie für Stahl, Maschinenbau und Meeresfrüchte.
Shenyang. Unter den Qing hieß die Stadt Shengjing, auf Mandschurisch Mukden; sie war von 1625 bis 1644 Hauptstadt des Mandschu-Reiches.
Er bedeutet sinngemäß „der befriedete Liao“ und bezieht sich auf den Liao-Fluss, der die Provinz durchfließt. Den Namen trägt die Provinz erst seit dem 20. Jahrhundert; zuvor hieß sie Fengtian.
Den Kaiserpalast Shenyang, die drei Kaisergräber Yongling, Fuling und Zhaoling sowie die Goguryeo-Bergfestung Wunü Shan bei Huanren, alle 2004 eingetragen. Dazu kommt der Mauerabschnitt Jiumenkou bei Suizhong, seit 2002 Teil der Welterbestätte Große Mauer.
Im späten Frühjahr und im Frühherbst. Der Sommer eignet sich für Dalian und die Küste, der Winter ist lang und sehr kalt, bietet aber Schnee über Palast und Gräbern.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
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