Ningxia-Ebene am Gelben Fluss宁夏平原
Der Gelbe Fluss durchquert den Norden der Region und speist ein dichtes Kanalnetz. Auf der Ebene wachsen Reis, Weizen und Obst – mitten in einer Trockenzone.
Autonome Region · Nordwestchina
Níngxià
Zwischen Wüste und Lössbergen verwandelt der Gelbe Fluss einen schmalen Streifen Land in Reisfelder und Weinberge – hier herrschten einst die Kaiser der Westlichen Xia.
Yinchuan银川
Hauptstadt am Gelben Fluss, einst Xingqing, Residenz der Westlichen Xia; Tor zu Kaisergräbern und Felsbildern.
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Zhongwei中卫
Stadt am Rand der Tengger-Wüste; Ausgangspunkt für Shapotou, wo Dünen direkt an den Gelben Fluss stoßen.
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Guyuan固原
Alte Grenzstadt an der Seidenstraße im Lössland des Südens; nahe liegen die Xumishan-Grotten und der Liupan Shan.
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Wuzhong吴忠
Oasenstadt am Gelben Fluss, bekannt für Hui-Frühstück und Lammgerichte; im Kreis Tongxin steht eine Moschee der Ming-Zeit.
Qingtongxia青铜峡
Am Durchbruch des Gelben Flusses in die Ebene; am Westufer staffeln sich die 108 Pagoden am Hang.
Shizuishan石嘴山
Bergbaustadt im Norden am Helan Shan; im Kreis Pingluo liegt der Sandsee mit Schilf, Vögeln und Dünen.
Lingwu灵武
Alte Stadt Lingzhou am Ostufer des Flusses; in der Nähe liegt die Altsteinzeit-Fundstätte Shuidonggou.
Westxia-Kaisergräber
Vor der dunklen Wand des Helan Shan erheben sich kegelförmige Türme aus gestampftem Lehm – die Grabmale der Kaiser eines Reiches, das Dschingis Khan von der Landkarte tilgte.
Shapotou
Ein Hang aus goldenem Sand stürzt bis ans Ufer des Gelben Flusses, gegenüber liegen grüne Felder – selten stehen Wüste und Wasser so dicht nebeneinander.
Xumishan-Grotten
An einem Seitenweg der Seidenstraße haben Mönche und Stifter über drei Jahrhunderte Höhlen in rote Sandsteinhügel geschlagen – über allen thront ein Buddha der Tang-Zeit.
Der Gelbe Fluss durchquert den Norden der Region und speist ein dichtes Kanalnetz. Auf der Ebene wachsen Reis, Weizen und Obst – mitten in einer Trockenzone.
Der Gebirgszug im Westen hält Sand und kalte Winde aus der Wüste ab. An seinem Osthang liegen die Westxia-Gräber, Felsbilder und viele Weingüter.
Im Westen reicht die Tengger-Wüste bis an den Fluss, im Osten die Mu-Us-Sandlandschaft. Strohgitter und Baumgürtel halten die Dünen fest.
Der Süden gehört zum Lössplateau: zerfurchte Hügel, Terrassenfelder und trockene Täler. Der bewaldete Liupan Shan ist eine grüne Insel darin.
Kontinental und trocken, mit viel Sonne, kalten Wintern und heißen Sommertagen bei kühlen Nächten. Im Frühjahr kommen Staubwinde aus der Wüste.
JungpaläolithikumAltsteinzeit
In Shuidonggou bei Lingwu fanden Forscher Steinwerkzeuge in einer Technik, die an Funde aus Sibirien und Europa erinnert – ein früher Hinweis auf Wege durch die Steppen.
221 v. Chr.–220Qin- und Han-Dynastie
Qin und Han sicherten die Grenze gegen die Xiongnu mit Mauern und Militärsiedlungen. Soldaten und Siedler legten die ersten Kanäle vom Gelben Fluss an.
Nach dem Aufstand des An Lushan bestieg Kronprinz Li Heng in Lingwu den Thron als Kaiser Suzong. Lingzhou war damals ein wichtiger Stützpunkt an der Grenze.
1038–1227Westliche Xia
Li Yuanhao rief das Reich der Tanguten aus, mit Hauptstadt Xingqing, dem heutigen Yinchuan. Die Xia schufen eine eigene Schrift und förderten den Buddhismus.
1227Ende der Xia
Die Mongolen eroberten das Reich nach langen Feldzügen. Dschingis Khan starb während des letzten Feldzugs; die Hauptstadt wurde verwüstet.
1271–1368Yuan-Dynastie
Die Yuan gaben dem Gebiet den Namen Ningxia. Muslimische Soldaten, Händler und Handwerker aus Zentralasien ließen sich nieder – eine der Wurzeln der Hui.
1368–1644Ming-Dynastie
Ningxia wurde einer der neun Grenzbezirke an der Großen Mauer. Festungen wie Zhenbeibao und Mauerabschnitte am Helan Shan stammen aus dieser Zeit.
1739Qing-Dynastie
Ein schweres Erdbeben zerstörte die Stadt Ningxia, das heutige Yinchuan. Sie wurde neu aufgebaut; die Region gehörte in der Qing-Zeit zur Provinz Gansu.
西夏陵
Die Grabanlagen der Xia-Kaiser am Osthang des Helan Shan mit ihren kegelförmigen Lehmtürmen, dazu ein Museum zur Kultur der Tanguten.
沙坡头
Hohe Dünen der Tengger-Wüste fallen bei Zhongwei direkt zum Gelben Fluss ab; Flöße aus Schafshaut, Kamele und Sandrutschen.
须弥山石窟
Buddhistische Höhlen in rotem Sandstein nördlich von Guyuan, von der Nördlichen Wei bis zur Tang-Zeit; ein großer sitzender Buddha der Tang.
贺兰口岩画
In einer Schlucht des Helan Shan sind Tiere, Jagdszenen und maskenhafte Gesichter in den Fels geritzt – Spuren von Hirtenvölkern über viele Jahrhunderte.
一百零八塔
Am Westufer des Gelben Flusses bei Qingtongxia stehen weiße Flaschenpagoden in Reihen zu einem Dreieck gestaffelt am Hang.
同心清真大寺
Die Moschee der Ming-Zeit ist ganz in chinesischer Holzbauweise errichtet, mit geschwungenen Dächern und Ziegelreliefs – ein Hauptwerk der Hui-Architektur.
水洞沟遗址
Fundstätte der Altsteinzeit bei Lingwu mit Museum zu den Steinwerkzeugen; auf dem Gelände liegen zudem Reste der Ming-Mauer und unterirdische Gänge einer Grenzfestung.
沙湖
Nördlich von Yinchuan liegen Schilfsee und Dünen nebeneinander; im Sommer brüten hier Wasservögel.
Das Tan-Schaf aus den Steppen um Yanchi liefert zartes, mildes Fleisch. Klassisch ist Handgegriffenes Lamm (手抓羊肉), gekocht und mit Knoblauch und Salz gegessen.
Kräftige Suppe mit Lammlunge, Leber und Darm, Chiliöl und Koriander – ein Frühstück an Garküchen in Wuzhong und Yinchuan.
Im Deckelbecher werden Grüntee, Kandiszucker, Goji, Datteln, Longan und Rosinen immer wieder aufgegossen – das Getränk zum Gastmahl der Hui.
Mehr dazu →Frittierte Teigfäden in Knäueln und runde Ölfladen gehören zu Festtagen und Besuchen; Youxiang werden bei Feiern an Nachbarn verteilt.
Die Hui sprechen Chinesisch und pflegen islamische Speiseregeln. Ihre Küche ohne Schweinefleisch, ihre Feste und ihr Kunsthandwerk prägen Städte und Dörfer der Region.
Ältere Moscheen folgen dem chinesischen Tempelbau mit Höfen, Holzhallen und pavillonartigen Minaretten; Ziegelreliefs und Holzschnitzereien zeigen Blüten-, Ranken- und Schriftmotive.
Frei gesungene Liebes- und Arbeitslieder aus dem Hochland von Ningxia, Gansu und Qinghai, oft als Wechselgesang. Seit 2009 immaterielles UNESCO-Kulturerbe.
Mehr dazu →Die Xia schufen eine eigene Schrift nach dem Vorbild der chinesischen Zeichen, aber mit ganz eigenen Bauteilen. Gedruckte Sutren und Wörterbücher sind erhalten.
Aus dem grün-violetten Stein des Helan Shan schnitzen Handwerker Tuschesteine mit Reliefs, die die Farbschichten des Steins ausnutzen.
Mehr dazu →Am Osthang des Helan Shan reihen sich Weingüter auf kiesigen Böden. Viel Sonne und trockene Luft begünstigen Rotwein; im Winter werden die Reben mit Erde bedeckt.
Die roten Beeren aus dem Kreis Zhongning gelten als Herkunftsmarke; sie werden getrocknet, als Saft und in der chinesischen Medizin genutzt.
Kohle aus dem Helan Shan und dem Osten der Region speist Kraftwerke und eine Chemiebasis bei Ningdong. Wüstenflächen tragen Solar- und Windparks.
Verarbeitung von Lamm, Rind und Milch nach islamischen Speiseregeln ist ein eigener Wirtschaftszweig, mit Absatz im ganzen Land.
Flughäfen
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| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 宁 | níng | Kürzel von Ningxia |
| 西夏 | Xīxià | Westliche Xia, Reich der Tanguten |
| 党项 | Dǎngxiàng | Tanguten |
| 回族 | Huízú | Hui, muslimische Volksgruppe |
| 贺兰山 | Hèlán Shān | Helan-Gebirge |
| 黄河 | Huáng Hé | Gelber Fluss |
| 塞上江南 | Sàishàng Jiāngnán | „Jiangnan jenseits der Grenze“, Beiname der Ebene |
| 花儿 | huā'ér | Hua'er-Volkslieder |
| 枸杞 | gǒuqǐ | Goji-Beere |
| 八宝茶 | bābǎochá | „Acht-Schätze-Tee“ |
Für die Kaisergräber der Westlichen Xia, die Dünen von Shapotou am Gelben Fluss, die Xumishan-Grotten, die Kultur der Hui mit Lammküche und Moscheen sowie für Wein vom Helan Shan und Goji-Beeren.
Yinchuan. Als Xingqing war die Stadt schon Hauptstadt der Westlichen Xia; später hieß sie wie die Region Ningxia.
Ein Reich der Tanguten, das von 1038 bis 1227 den Nordwesten zwischen Song, Liao und Jin beherrschte. Es kontrollierte Teile der Seidenstraße, hatte eine eigene Schrift und endete mit der Eroberung durch die Mongolen.
Vor allem Lamm: gekocht als Handgegriffenes Lamm, als Innereiensuppe oder gedämpft. Dazu Nudeln, frittiertes Gebäck wie Sanzi und Youxiang und Babao-Tee im Deckelbecher.
Mai bis Juni und September bis Oktober. Dann ist es warm und trocken, im Herbst ist Weinlese am Helan Shan und die Goji-Ernte fällt in den Sommer.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
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