Westrunde ab Guling
Vom Ortskern über den Blumenpfad, das Jinxiu-Tal und die Xianren-Höhle zum Großen Himmelsteich und zum Drachenkopffelsen. Meist ebene Pfade, ideal für den ersten Tag.
Gebirge · Jiangxi
Lúshān
Zwischen Jangtse und Poyang-See steigt ein Bergblock aus dem Nebel. Kaum ein Berg Chinas wurde so oft besungen – und Su Shi schrieb, man sehe sein wahres Gesicht nicht, solange man auf ihm steht.
Der Ort auf dem Plateau entstand Ende des 19. Jahrhunderts als Sommerfrische. Steinvillen in vielen Baustilen liegen verstreut zwischen Kiefern und Bächen.
Hier schrieb Bai Juyi, dass die Pfirsiche im Bergkloster erst blühen, wenn sie im Tal längst verblüht sind. Ein Garten und ein Pavillon erinnern an das Gedicht.
Ein Weg an der Westflanke führt an Felskanzeln mit Tiefblick vorbei zu einer Grotte, in der Daoisten gelebt haben sollen.
Die Senke zwischen zwei Gipfeln öffnet sich nach Osten zum Poyang-See – ein Platz für den Sonnenaufgang über dem Wasser.
Fünf Gipfel in einer Reihe, die an sitzende alte Männer erinnern. Die Grate fallen steil zum See ab.
Der Wasserfall stürzt in drei Stufen über eine Felswand. Ein Sprichwort sagt, wer ihn nicht gesehen hat, war nicht wirklich auf dem Lushan.
Am Südhang fällt der Wasserfall, den Li Bai als „Silberstrom aus dem Himmel“ besang. Felsinschriften und Tempelreste säumen das Tal.
Das Kloster am Westfuß, von Huiyuan gegründet, gilt als Wiege der Reinen-Land-Schule und ist bis heute bewohnt.
Vom Ortskern über den Blumenpfad, das Jinxiu-Tal und die Xianren-Höhle zum Großen Himmelsteich und zum Drachenkopffelsen. Meist ebene Pfade, ideal für den ersten Tag.
Mit dem Pendelbus nach Hanpokou und über Stufen hinauf zu den Wulao Feng. Die Grate sind ausgesetzt, die Sicht bei klarem Wetter weit.
Viele Hundert Stufen führen in die Schlucht hinab zum Wasserfall; der Rückweg ist steil. Eine Seilbahn nimmt einen Teil des Weges ab.
Vom Stadtkreis Lushan zum Xiufeng-Wasserfall, dann zur Akademie der Weißhirschgrotte und zur steinernen Guanyin-Brücke der Song-Zeit.
春Frühling
Azaleen und Pfirsichblüten, frisches Grün und häufiger Nebel; ab April angenehme Wandertemperaturen.
夏Sommer
Die klassische Sommerfrische: auf dem Plateau deutlich kühler als in der Ebene, dafür Gewitter und viel Betrieb.
秋Herbst
Klare Sicht, rote Ahornblätter und ruhigere Wege. Die beste Zeit für Fernblicke zum Poyang-See.
冬Winter
Raureif und Schnee auf Kiefern und Villendächern, wenige Besucher. Bei Glätte werden Straßen und Wege gesperrt.
Der Lushan ist ein an Verwerfungen gehobener Gesteinsblock. Daher steigen seine Flanken steil aus der Ebene, während oben ein welliges Plateau liegt.
Feuchte Luft von Jangtse und See kondensiert an den Hängen. An vielen Tagen im Jahr hüllen Wolken den Berg ein – daher auch der Name des Tees Yunwu, „Wolkennebel“.
Mischwälder mit Kiefern, Sicheltannen und Bambus bedecken die Hänge. Der Botanische Garten auf dem Plateau zeigt Nadelbäume und Pflanzen aus Gebirgen Chinas.
Der Berg steht zwischen Jangtse im Norden und Poyang-See im Osten. Von den Ostgipfeln blickt man auf die weite Wasserfläche.
Über die steilen Flanken stürzen zahlreiche Bäche; Sandiequan und der Wasserfall am Xiufeng sind die bekanntesten.
386Östliche Jin
Huiyuan gründete den Donglin-Tempel und versammelte eine Gemeinschaft, die das Reine Land verehrte. Am Fuß des Berges lebte Tao Yuanming.
8.–9. Jh.Tang-Dynastie
Li Bai besang den Wasserfall am Xiufeng, Bai Juyi baute sich eine Strohhütte am Berg und schrieb über die späte Pfirsichblüte.
1084 und 1179Song-Dynastie
Su Shi schrieb am Xilin-Tempel die Verse über das wahre Gesicht des Lushan. Zhu Xi erneuerte die Akademie der Weißhirschgrotte und gab ihr ihre Regeln.
ab 1895Späte Qing-Zeit
Ausländische Missionare und Kaufleute pachteten Land auf dem Plateau und bauten Sommerhäuser. So entstand der Ort Guling mit seiner Mischung aus Baustilen.
白鹿洞书院
Die Akademie am Südfuß ist Teil der Welterbe-Kulturlandschaft. Hallen, Stelen und Bibliothek liegen in einem stillen Waldtal.
鄱阳湖
Der See im Osten des Berges lässt sich mit dem Lushan gut kombinieren; im Winter sammeln sich dort Kraniche und Gänse.
Stein-Frosch, Steinfisch und Felsflechte gelten als Spezialitäten des Berges: Frösche aus den Bächen, winzige Bachfische und eine essbare Flechte von den Felswänden, geschmort oder als Suppe.
Der Grüntee aus den Nebellagen des Berges; Teegärten liegen an den Hängen unterhalb des Plateaus.
Mehr dazu →Tao Yuanming, Li Bai, Bai Juyi, Su Shi und viele andere schrieben hier. Die UNESCO nennt den Lushan deshalb eine Landschaft, die von der Kultur mitgeformt wurde.
Mehr dazu →Buddhistische Klöster, daoistische Grotten und später christliche Kirchen in Guling liegen dicht beieinander – ein Nebeneinander, das den Berg auszeichnet.
Hunderte Steinhäuser mit Veranden und Kaminen, gebaut von Bewohnern aus vielen Ländern, bilden ein ungewöhnliches Architekturensemble in China.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
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| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 庐山 | Lúshān | Lushan |
| 牯岭 | Gǔlǐng | Ort auf dem Plateau |
| 三叠泉 | Sāndié Quán | „Dreistufige Quelle“, Wasserfall |
| 五老峰 | Wǔlǎo Fēng | „Fünf-Greise-Gipfel“ |
| 云雾 | yúnwù | Wolken und Nebel |
| 真面目 | zhēn miànmù | „wahres Gesicht“ |
| 书院 | shūyuàn | Akademie |
Die UNESCO hat ihn 1996 als Kulturlandschaft eingetragen: Klöster, Akademien, Felsinschriften, Dichtung und Malerei haben das Bild des Berges über Jahrhunderte geprägt und sind mit der Natur untrennbar verbunden.
Zwei Tage mit einer Nacht in Guling sind sinnvoll: ein Tag für die Westrunde und Hanpokou, einer für Wulao Feng oder Sandiequan. Mit dem Südfuß kommt ein dritter Tag hinzu.
Die Wendung stammt aus einem Vierzeiler von Su Shi. Er schrieb, man erkenne den Berg nicht, weil man selbst mitten auf ihm stehe – heute eine Redensart für fehlenden Abstand zu einer Sache.
Von Jiujiang oder dem Bahnhof Lushan mit dem Bus über eine kurvenreiche Straße nach Guling. Im Gebiet selbst fahren Pendelbusse; einzelne Abschnitte sind mit Seilbahnen erschlossen.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
Wie CHINANETZ Quellen auswählt und prüft: Recherche und Quellen.
Provinz
Das Becken des Gan-Flusses öffnet sich nach Norden zum Poyang-See und zum Jangtse. Hier brannte Jingdezhen das Porzellan für Kaiserhöfe, und auf den Bergen lehrten Mönche, Daoisten und Gelehrte.
Stadt · Jiangxi
Wo der Poyang-See in den Jangtse fließt, liegt die alte Stadt Xunyang. Hinter ihr steigt der Lushan auf, an ihrem Ufer schrieb Bai Juyi das Lied von der Pipa-Spielerin.
Geschichte
Große Mauer, Verbotene Stadt, Terrakotta-Armee, Karstlandschaften — alle Welterbestätten mit Einordnung.
Literatur
Buch der Lieder, Tang-Dichtung und Song-Lieder – und ihr Weg ins Deutsche.