Provinz · Ostchina

Jiangxi 江西

Jiāngxī

Das Becken des Gan-Flusses öffnet sich nach Norden zum Poyang-See und zum Jangtse. Hier brannte Jingdezhen das Porzellan für Kaiserhöfe, und auf den Bergen lehrten Mönche, Daoisten und Gelehrte.

  • Hauptstadt Nanchang (南昌)
Hauptstadt
Nanchang (南昌)
Kürzel
赣 (gàn)
Einwohner
45,2 Mio. (Zensus 2020)Quelle
Name seit
733 (Jiangnan Xi Dao der Tang)
Gewässer
Gan Jiang, Jangtse, Poyang-See
Klima
subtropisch-feucht
城市

Städte in Jiangxi

胜地

Natur und Welterbe in Jiangxi

山水

Landschaft und Klima

Das Gan-Becken赣江流域

Gebirge umschließen die Provinz im Osten, Süden und Westen. Fast alle Flüsse sammeln sich im Gan Jiang und in seinen Nachbarflüssen und fließen nach Norden zum Poyang-See.

Poyang-See鄱阳湖

Der größte Süßwassersee Chinas wechselt mit den Jahreszeiten: Im Sommer eine weite Wasserfläche, im Winter ein Netz aus Rinnen, Schlammbänken und Grasland. Bei Hukou mündet er in den Jangtse.

Randgebirge武夷山 · 罗霄山 · 南岭

Im Osten trennt das Wuyi-Gebirge Jiangxi von Fujian, im Westen das Luoxiao-Gebirge von Hunan, im Süden das Nanling von Guangdong. Über den Meiling-Pass lief einst der Handelsweg nach Kanton.

Rote Hügel红壤丘陵

Zwischen den Gebirgen liegt welliges Hügelland mit roten, eisenhaltigen Böden. Im Nordosten und Osten bildet roter Sandstein die Felstürme der Danxia-Landschaft.

Klima气候

Lange, heiße und feuchte Sommer, kurze kühle Winter. Von April bis Juni fällt der meiste Regen; im Hochsommer staut sich die Hitze in den Becken um Nanchang.

历史

Geschichte bis 1912

  1. um 18.000 v. Chr.Altsteinzeit bis Jungsteinzeit

    In der Höhle Xianrendong bei Wannian fanden Archäologen Scherben, die zu den ältesten Keramikgefäßen der Welt zählen, dazu frühe Spuren von Wildreis.

  2. 13.–11. Jh. v. Chr.Shang-Zeit

    Die Wucheng-Kultur am Gan-Fluss goss eigene Bronzen. Das Grab von Dayangzhou bei Xingan zeigt, dass der Süden eine eigenständige Bronzekultur besaß.

  3. 59 v. Chr.Han-Dynastie

    Liu He, für 27 Tage Kaiser und danach Marquis von Haihun, wurde bei Nanchang bestattet. Sein Grab mit Gold, Münzen und Bambustexten ist einer der reichsten Han-Funde.

  4. 386Östliche Jin

    Der Mönch Huiyuan gründete am Lushan den Donglin-Tempel, Ausgangspunkt des Reinen-Land-Buddhismus. Der Dichter Tao Yuanming lebte in derselben Zeit am Fuß des Berges.

  5. 733Tang-Dynastie

    Das Reich teilte den Verwaltungsbezirk Jiangnan; der westliche Teil hieß Jiangnan Xi Dao, woraus der Name Jiangxi wurde. Chan-Meister wie Mazu Daoyi machten die Region zum Zentrum des Chan.

  6. 1004Song-Dynastie

    Der Töpferort Changnan erhielt den Namen der Regierungsdevise Jingde. Aus Jiangxi kamen Ouyang Xiu, Wang Anshi und Zeng Gong; Zhu Xi erneuerte die Akademie der Weißhirschgrotte.

  7. 1363Ming-Dynastie

    Auf dem Poyang-See besiegte Zhu Yuanzhang die Flotte von Chen Youliang und ebnete den Weg zur Ming. Später lieferte die kaiserliche Manufaktur in Jingdezhen das Porzellan für den Hof.

  8. 1644–1911Qing-Dynastie

    Jiangxi-Kaufleute bauten in vielen Städten Gildenhäuser mit Wanshou-Tempeln. Jiujiang wurde 1861 Vertragshafen; auf dem Lushan entstand ab 1895 der Villenort Guling.

名胜

Sehenswürdigkeiten

NaturUNESCO-Welterbe seit 1996

Lushan

庐山

Nebelberg über dem Jangtse mit Wasserfällen, Klöstern, Akademien und dem Villenort Guling. Als Kulturlandschaft eingetragen, weil Dichter und Gelehrte ihn über Jahrhunderte prägten.

NaturUNESCO-Welterbe seit 2008

Sanqing Shan

三清山

Granitsäulen und Felsfiguren an drei Gipfeln, die nach den drei Reinen des Daoismus benannt sind. Plankenwege führen an senkrechten Wänden entlang.

NaturUNESCO-Welterbe seit 2010

Longhu Shan

龙虎山

Rote Sandsteinfelsen am Luxi-Fluss, Felsgräber in der Steilwand und der Sitz der daoistischen Himmelsmeister in Shangqing.

Natur

Poyang-See

鄱阳湖

Im Winter sammeln sich hier Nonnenkraniche, Schwanengänse und Störche auf den trockenfallenden Grasflächen.

Museum

Jingdezhen

景德镇

Grabungsstätte der kaiserlichen Manufaktur, historische Brennöfen und Werkstätten, in denen bis heute Porzellan gedreht, bemalt und gebrannt wird.

Dorf

Dörfer von Wuyuan

婺源古村

Weiße Häuser mit Stufengiebeln im Stil von Huizhou, Ahnenhallen und Brücken zwischen Teehängen und Rapsfeldern.

Bauwerk

Tengwang-Pavillon

滕王阁

Einer der drei großen Türme südlich des Jangtse, berühmt durch das Vorwort des Dichters Wang Bo aus dem 7. Jahrhundert.

美食

Küche und Spezialitäten

Gan-Küche赣菜

Scharf, salzig und kräftig: Chili, Knoblauch und fermentierte Bohnen würzen Süßwasserfisch, Räucherfleisch und Gemüse. Die Küche steht zwischen Hunan und Jiangnan.

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Suppen aus dem Tonkrug瓦罐汤

Kleine Tontöpfe mit Fleisch, Ei oder Pilzen garen stundenlang in einem großen Krug über Holzkohle. In Nanchang isst man sie zum Frühstück mit Reisnudeln.

Reisnudeln南昌拌粉

Dicke Reisnudeln sind das Grundnahrungsmittel der Provinz. In Nanchang werden sie kalt mit Chili, Erdnüssen und eingelegtem Gemüse gemischt.

Tee aus den Bergen庐山云雾茶 · 婺源绿茶

Lushan Yunwu wächst im Nebel des Lushan, Grüntee aus Wuyuan an den Hängen des Nordostens. Schon die Tang-Dichtung nennt Fuliang bei Jingdezhen als Teemarkt.

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文化

Kultur, Handwerk und Feste

Porzellan aus Jingdezhen景德镇瓷器

Kaolin aus dem Dorf Gaoling, Porzellanstein und Holzöfen: Jingdezhen entwickelte das Blau-Weiß-Porzellan zur Vollendung und exportierte es bis nach Europa und Persien.

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Chan und Daoismus禅宗 · 道教

Mazu Daoyi und Baizhang Huaihai lehrten in Jiangxi, die Caodong-Schule entstand hier. Auf dem Longhu Shan residierten die Himmelsmeister, am Sanqing Shan Daoisten.

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Akademien书院

Weißhirschgrotte am Lushan, Ehu in Yanshan, Bailuzhou in Ji'an: Jiangxi hatte eine besonders dichte Folge von Akademien, in denen neokonfuzianische Gelehrte lehrten und stritten.

Oper und Maskentanz弋阳腔 · 傩舞

Die Yiyang-Melodie aus dem Nordosten war einer der vier großen Gesangsstile der Ming-Oper. In Nanfeng und Wuyuan tanzen Dörfer zu Neujahr den Nuo-Tanz mit Holzmasken.

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Hakka im Süden客家

Um Ganzhou leben Hakka, deren Vorfahren aus dem Norden einwanderten. Sie bauten quadratische Wehrhäuser mit Ecktürmen und pflegen eigene Lieder und Speisen.

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经济

Wirtschaftliche Schwerpunkte

  • Kupfer, Wolfram und Seltene Erden

    Bei Dexing liegt eine der großen Kupferminen Chinas, in Guixi die Hütte dazu. Der Süden um Ganzhou liefert Wolfram und Seltene Erden aus Tonlagerstätten.

  • Lithium und Batterien

    Um Yichun wird lithiumhaltiges Gestein abgebaut; in Xinyu und Yichun sitzen Verarbeiter und Batteriewerke, darunter ein Werk von CATL.

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  • Flugzeugbau

    Nanchang baut seit Langem Trainings- und Kampfflugzeuge, Jingdezhen Hubschrauber. Die Luftfahrt ist ein Schwerpunkt der Industrie in der Provinz.

  • Landwirtschaft

    Reis aus dem Gan-Becken, Nabelorangen aus dem Süden, Tee aus dem Nordosten und Fisch aus dem Poyang-See: Jiangxi zählt zu den wichtigen Agrarprovinzen.

交通

Anreise und Reisezeit

Flughäfen

  • Nanchang Changbei (KHN) – internationaler Flughafen der Hauptstadt
  • Jingdezhen Luojia (JDZ) – für die Porzellanstadt
  • Shangrao Sanqingshan (SQD) – für Wuyuan und den Sanqing Shan
  • Ganzhou Huangjin (KOW) – für den Süden

Bahn

  • Die Schnellfahrstrecke Shanghai–Kunming quert die Provinz über Shangrao, Yingtan und Nanchang.
  • Von Nanchang führen Schnellzüge nach Norden über Jiujiang Richtung Wuhan und nach Süden über Ganzhou nach Shenzhen.
  • Die Strecke Hefei–Fuzhou verbindet Wuyuan und Shangrao mit Huangshan in Anhui.

Beste Reisezeit

  • März bis Mai für die Rapsblüte in Wuyuan, Oktober bis November für klare Bergsicht. Zugvögel am Poyang-See sieht man von November bis Februar.
  • Wuyuan, Sanqing Shan und Jingdezhen liegen nah beieinander und lassen sich mit Huangshan in Anhui zu einer Rundreise verbinden.
  • Im Juli und August sind die Städte heiß; dann bieten Lushan und Sanqing Shan Abkühlung.

Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen

词汇

Kleines Glossar

ZeichenPīnyīnBedeutung
赣gànKürzel der Provinz, nach dem Gan-Fluss
赣江Gàn JiāngGan-Fluss
鄱阳湖Póyáng HúPoyang-See
瓷都cídū„Porzellanhauptstadt“, Beiname Jingdezhens
高岭土gāolǐngtǔKaolin, nach dem Dorf Gaoling
青花qīnghuāBlau-Weiß-Porzellan
书院shūyuànAkademie
客家KèjiāHakka
江右商帮Jiāngyòu shāngbāngKaufleute aus Jiangxi
问答

Häufige Fragen

Wofür ist Jiangxi bekannt?

Für das Porzellan aus Jingdezhen, den Poyang-See mit seinen Zugvögeln, die Welterbe-Berge Lushan und Sanqing Shan, den daoistischen Longhu Shan, die Dörfer von Wuyuan und die Hakka-Kultur im Süden.

Was ist die Hauptstadt von Jiangxi?

Nanchang am Unterlauf des Gan-Flusses, unweit des Poyang-Sees. Die Stadt war schon unter den Han als Yuzhang Sitz der Region.

Woher kommt der Name Jiangxi?

Unter den Tang wurde der Verwaltungsbezirk Jiangnan, „südlich des Flusses“, geteilt. Der westliche Teil hieß Jiangnan Xi Dao, verkürzt Jiangxi. Das Kürzel 赣 geht auf den Gan-Fluss zurück.

Wie kommt man nach Jingdezhen und Wuyuan?

Nach Jingdezhen per Flug oder mit dem Schnellzug aus Nanchang oder Huangshan. Wuyuan liegt an der Strecke Hefei–Fuzhou; von Huangshan Nord und Shangrao ist es mit dem Schnellzug gut erreichbar.

Was isst man in Jiangxi?

Reisnudeln in vielen Varianten, Suppen aus dem Tonkrug, Fisch aus dem Poyang-See, gebratenes Beifußkraut mit Räucherfleisch und viel Chili. Die Gan-Küche gilt als eine der schärfsten Ostchinas.

Quellen

Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.

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