Qiongzhou-Straße琼州海峡
Eine schmale Meerenge trennt Hainan von der Leizhou-Halbinsel. Fähren und Zugfähren verbinden Haikou mit dem Festland.
Provinz · Südchina
Hǎinán
Jenseits der Qiongzhou-Straße liegt Chinas tropische Insel: Kokospalmen an der Ostküste, Regenwald im bergigen Inneren und Buchten im Süden, die einst als Ende der Welt galten.
Haikou海口
Hauptstadt an der Nordküste gegenüber Guangdong, mit Arkadenstraßen, dem Tempel der Fünf Beamten und Vulkankegeln.
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Sanya三亚
Badeort an der Südspitze mit Yalong-Bucht, Tianya Haijiao und der alten Präfekturstadt Yazhou.
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Wenchang文昌
Kokosküste im Nordosten, Heimat des Wenchang-Huhns und vieler Auswanderer nach Südostasien.
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Danzhou儋州
Größte Stadt im Westen; hier lebte der Dichter Su Dongpo drei Jahre in der Verbannung.
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Wanning万宁
Ostküste mit Surfbuchten, dem Kaffeeort Xinglong und dem Tempelberg Dongshan Ling.
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Qionghai琼海
Stadt an der Mündung des Wanquan-Flusses mit dem Küstenort Bo'ao; Heimat der Jiaji-Ente.
Wuzhishan五指山
Kleine Stadt im Bergland der Li und Miao, Ausgangsort für den gleichnamigen Berg und Sitz eines Volkskundemuseums.
Lingshui陵水
Autonomer Kreis der Li an der Südostküste mit Fischerdörfern der Tanka und einer Affeninsel.
Yalong-Bucht
Ein Halbmond aus feinem, hellem Sand zwischen grünen Kaps, davor klares Wasser über Korallen – die Yalong-Bucht ist das Bild, das viele von Hainan im Kopf haben.
Wuzhi Shan
Fünf Felsgipfel ragen wie die Finger einer Hand aus dem Bergwald – der Wuzhi Shan ist das Dach der Insel und Quelle ihrer großen Flüsse.
Tropischer Regenwald Hainan
Im bergigen Herzen der Insel wächst der größte zusammenhängende Tropenwald Chinas: Brettwurzeln, Würgefeigen und Baumfarne – und in den Kronen der Ruf eines der seltensten Affen der Welt.
Eine schmale Meerenge trennt Hainan von der Leizhou-Halbinsel. Fähren und Zugfähren verbinden Haikou mit dem Festland.
Das Innere steigt zu bewaldeten Bergen auf, mit Wuzhi Shan, Yinggeling und Jianfengling. Von hier fließen die großen Flüsse strahlenförmig zur Küste.
Der Nandu mündet bei Haikou, der Changhua im Westen, der Wanquan bei Bo'ao im Osten. Ihre Täler tragen Reis, Kautschuk und Obstplantagen.
Im Osten und Süden reihen sich Sandbuchten mit Kokospalmen, Korallenriffen und Lagunen; die Westküste ist trockener, mit Salzgärten und Dünen.
Tropisch mit Regenzeit von Mai bis Oktober und Taifunen vor allem im Spätsommer. Der Süden bleibt auch im Winter warm, im Norden bringen Kaltlufteinbrüche kühle Tage.
110 v. Chr.Han-Dynastie
Nach dem Feldzug gegen Nanyue richtete Kaiser Wu auf der Insel die Kommandanturen Zhuya und Dan'er ein. Wenige Jahrzehnte später zog der Hof die Verwaltung wieder ab.
748–749Tang-Dynastie
Der Mönch Jianzhen strandete auf seinem fünften Versuch, nach Japan zu gelangen, an der Südküste bei Sanya und blieb rund ein Jahr. Er ließ dort die verfallene Halle des Tempels Dayun Si wieder aufbauen.
9.–12. Jh.Tang- und Song-Zeit
Die Insel galt als äußerster Verbannungsort des Reiches. Hohe Beamte wie Li Deyu wurden hierher verbannt; im Tempel der Fünf Beamten in Haikou erinnert man an sie.
1097–1100Song-Dynastie
Der Dichter Su Shi, genannt Su Dongpo, lebte in Danzhou in der Verbannung. Er unterrichtete Schüler und schrieb über Insel, Leute und Kost.
spätes 13. Jh.Yuan-Dynastie
Huang Daopo lernte in Yazhou die Baumwolltechniken der Li kennen. Zurück in Songjiang bei Shanghai verbreitete sie Spinnen und Weben – eine Wende für die Textilherstellung im Jangtse-Delta.
1368–1644Ming-Dynastie
Die Insel wurde als Präfektur Qiongzhou von Guangdong aus verwaltet. Aus Qiongshan stammten der Gelehrte Qiu Jun und der unbestechliche Beamte Hai Rui.
1876–1911Qing-Dynastie
Haikou öffnete sich als Vertragshafen dem Außenhandel. Viele Familien aus Wenchang und Qionghai wanderten nach Südostasien aus und hielten enge Bande zur Heimat.
亚龙湾
Halbmondförmige Bucht östlich von Sanya mit feinem Sand, klarem Wasser und Korallen vor der Küste – die bekannteste Badebucht der Insel.
五指山
Der höchste Berg Hainans mit fünf fingerartigen Gipfeln, umgeben von Bergwald und Dörfern der Li und Miao.
海南热带雨林
Nationalpark im Inselinneren mit Jianfengling, Bawangling und Diaoluo Shan – Lebensraum des Hainan-Gibbons.
五公祠
Gedenkstätte in Haikou für fünf verbannte Beamte der Tang- und Song-Zeit; ein Nebenbau erinnert an Su Dongpo.
东坡书院
Im Ort Zhonghe bei Danzhou steht die Akademie an der Stelle, an der Su Dongpo lehrte – mit Hallen, Teich und Gedenksteinen.
崖州古城
Der alte Verwaltungssitz im Westen Sanyas bewahrt Stadttor, Konfuziustempel und Gassen der südlichsten Stadt des alten Reiches.
槟榔谷
Kulturpark im Kreis Baoting nördlich von Sanya, benannt nach den Betelnusspalmen des Tals. Li und Miao zeigen Brokatweberei, Bootsdachhäuser, Lieder und Bambusstangentanz.
Das berühmteste der „vier großen Gerichte“ Hainans: freilaufendes Huhn, pochiert und kalt aufgeschnitten, mit Dip aus Limettensaft, Knoblauch und Ingwer.
Mehr dazu →Reis, in Hühnerbrühe und -fett gegart, dazu das Fleisch. Auswanderer aus Hainan machten das Gericht in Südostasien als Hainan-Hühnerreis bekannt.
Jiaji-Ente aus Qionghai, Dongshan-Ziege und Hele-Krabbe aus Wanning ergänzen das Huhn zu den vier großen Gerichten der Insel.
Dünne Reisnudeln mit Brühe oder Sauce, Erdnüssen, Rindfleisch und eingelegtem Gemüse – das Frühstück der Insel, in jeder Stadt etwas anders.
Kokoswasser frisch aus der Nuss, in Kokos gegarter Reis und Qingbuliang, eine kühle Süßspeise aus Bohnen, Früchten und Kokosmilch.
Li-Frauen spinnen, färben, weben und besticken Baumwolle und Hanf in geometrischen Mustern. Die Techniken kamen 2009 auf die UNESCO-Liste des dringend zu schützenden Kulturerbes und wurden 2024 in die Repräsentative Liste überführt.
Die traditionellen Häuser der Li tragen ein tief heruntergezogenes, gewölbtes Stroh- oder Grasdach, das einem umgedrehten Boot gleicht.
Am dritten Tag des dritten Mondmonats feiern Li und Miao mit Liedern, Bambusstangentanz und Festessen – traditionell auch ein Fest der Brautwerbung.
Die Regionaloper wird im Hainan-Dialekt gesungen und ist auf Dorffesten wie in Gemeinden der Auswanderer in Südostasien zu Hause.
Mehr dazu →Die Sprache der Küstenbewohner gehört zur Min-Gruppe und ist mit dem Südfujianischen verwandt; daneben sprechen Li, Miao und Städte wie Danzhou eigene Sprachen.
Badeorte um Sanya, Hotels an der Ostküste und Wintergäste aus dem Norden machen den Tourismus zu einem Hauptpfeiler der Wirtschaft. Die Insel ist zudem als Freihandelshafen mit eigenen Zollregeln ausgewiesen.
Kautschuk, Kokos, Pfeffer, Mangos und Kaffee wachsen auf Plantagen. Im Winter säen Züchter aus ganz China bei Sanya ihr Saatgut aus.
Haikou ist Fährhafen zum Festland, Yangpu bei Danzhou Standort von Hafen und Petrochemie.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
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| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 琼 | qióng | Kürzel der Provinz Hainan |
| 海南岛 | Hǎinán Dǎo | Insel Hainan |
| 琼州海峡 | Qióngzhōu Hǎixiá | Qiongzhou-Straße |
| 黎族 | Lízú | Li, Volk im Inselinneren |
| 黎锦 | líjǐn | Li-Brokat |
| 船型屋 | chuánxíngwū | Bootsdachhaus der Li |
| 三月三 | Sānyuèsān | Fest am 3. Tag des 3. Mondmonats |
| 文昌鸡 | Wénchāng jī | Wenchang-Huhn |
| 椰子 | yēzi | Kokosnuss |
| 天涯海角 | tiānyá hǎijiǎo | „Ende des Himmels, Rand des Meeres“ |
Für tropische Strände um Sanya, Kokospalmen an der Ostküste, Regenwald im bergigen Inneren, die Kultur der Li mit Brokat und Bootsdachhäusern sowie für Wenchang-Huhn und die Hainan-Reisnudeln.
Haikou an der Nordküste. Die Stadt entstand als Hafen der alten Präfekturstadt Qiongzhou, die heute im Stadtgebiet aufgegangen ist.
Von November bis April. Dann ist es trocken und warm, im Süden auch im Winter badetauglich. Im Sommer und Frühherbst ist es schwül, mit Gewittern und Taifunen.
Meist per Flug nach Haikou oder Sanya. Vom Festland fahren außerdem Züge, die per Fähre über die Qiongzhou-Straße setzen, sowie Autofähren ab Xuwen.
Die Li gelten als älteste Bewohner der Insel und leben vor allem im Bergland und im Süden. Bekannt sind ihr Brokat, die Bootsdachhäuser, der Bambusstangentanz und das Fest Sanyuesan.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
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