Autonome Region · Nordchina

Innere Mongolei 内蒙古

Nèi Měnggǔ

Ein langer Bogen aus Steppe, Wald und Sand am Nordrand Chinas: Hier zogen Xiongnu, Xianbei, Kitan und Mongolen mit ihren Herden, und bis heute klingen Langlied und Pferdekopfgeige über das Gras.

  • Hauptstadt Hohhot (呼和浩特)
Hauptstadt
Hohhot (呼和浩特)
Kürzel
蒙 (měng)
Einwohner
24,0 Mio. (Zensus 2020)Quelle
Verwaltungsform
Autonome Region
Flüsse
Gelber Fluss, Ergun, Xar Moron
Klima
Kontinental, trocken, lange kalte Winter
城市

Städte in Innere Mongolei

胜地

Natur und Welterbe in Innere Mongolei

山水

Landschaft und Klima

Mongolisches Plateau蒙古高原

Der größte Teil der Region liegt auf einer welligen Hochfläche. Nach Osten wird sie feuchter und grasreicher, nach Westen trockener, bis Steppe in Kies- und Sandwüste übergeht.

Großes Hinggan-Gebirge大兴安岭

Im Nordosten trennt das bewaldete Gebirge das Grasland von Hulunbuir von der Ebene des Nordostens. Lärchen und Birken bedecken die Hänge, Flüsse wie der Ergun entspringen hier.

Hetao und Gelber Fluss河套

Der Gelbe Fluss beschreibt eine große Schleife nach Norden. In ihrer Ebene wird seit Jahrhunderten bewässert; südlich davon liegt das Ordos-Plateau mit den Sanden der Kubuqi.

Wüsten im Westen阿拉善沙漠

In Alxa liegen die Badain-Jaran- und die Tengger-Wüste mit Riesendünen und Salzseen. Am Ejin-Fluss wachsen Euphrat-Pappeln, die sich im Herbst goldgelb färben.

Klima气候

Lange, sehr kalte Winter mit trockener Luft, kurze warme Sommer, in denen der meiste Regen fällt. Im Frühjahr wehen häufig starke Winde, im Westen mit Sandstürmen.

历史

Geschichte bis 1912

  1. um 4500–3000 v. Chr.Jungsteinzeit

    Im Gebiet von Chifeng entwickelte sich die Hongshan-Kultur. Ihre Jadefiguren, darunter geschwungene „Schweinedrachen“, gehören zu den frühesten Drachenbildern Chinas.

  2. 3. Jh. v. Chr.–220Qin und Han

    Die Xiongnu beherrschten die Steppe, Qin und Han sicherten sich mit Mauern und Garnisonen. 33 v. Chr. wurde die Hofdame Wang Zhaojun mit dem Xiongnu-Herrscher verheiratet.

  3. 258–398Tuoba-Xianbei

    Die Tuoba-Xianbei, deren Vorfahren aus den Wäldern des Hinggan stammten, machten Shengle südlich des heutigen Hohhot zu ihrem Zentrum. Das 386 ausgerufene Reich Wei einte später ganz Nordchina.

  4. 916–1125Liao-Dynastie

    Die Kitan errichteten am Xar Moron ein Reich mit mehreren Hauptstädten. Ihre Oberste Hauptstadt lag im heutigen Chifeng; Pagoden und Gräber jener Zeit sind erhalten.

  5. 1206–1368Mongolenreich und Yuan

    Dschingis Khan einte die Steppenvölker. Sein Enkel Kublai ließ 1256 die Stadt Kaiping anlegen, später Shangdu genannt – die Sommerhauptstadt der Yuan, im Westen als Xanadu bekannt.

  6. 1368–1644Ming-Zeit

    Nach dem Rückzug der Yuan in die Steppe wechselten Krieg und Handel an der Großen Mauer. Altan Khan gründete die Stadt Guihua, den Kern von Hohhot, und förderte den tibetischen Buddhismus.

  7. 1636–1911Qing-Dynastie

    Die Mongolen des Südens schlossen sich den Mandschu an und wurden in Banner und Bünde gegliedert. Überall entstanden Klöster, und Siedler aus Shanxi und Shaanxi zogen „über den Westpass“ nach Norden.

名胜

Sehenswürdigkeiten

ArchäologieUNESCO-Welterbe seit 2012

Ruinen von Xanadu

元上都遗址

Die Sommerhauptstadt Kublais im Grasland von Jinlianchuan: Mauerringe von Palast-, Kaiser- und Außenstadt zeichnen sich im Gras ab.

NaturUNESCO-Welterbe seit 2024

Badain-Jaran-Wüste

巴丹吉林沙漠

Riesendünen, zwischen denen blaue und rötliche Seen liegen, dazu singende Sandhänge.

Natur

Grasland von Hulunbuir

呼伦贝尔大草原

Sanft gewelltes Weideland mit mäandrierenden Flüssen, Birkenhainen und Jurtenlagern – eines der bekanntesten Graslandgebiete Chinas.

Bauwerk

Dschingis-Khan-Mausoleum

成吉思汗陵

Gedenkstätte in Ordos mit Hallen in Jurtenform. Die Darchad hüten hier seit Generationen die Riten zu Ehren Dschingis Khans.

Tempel

Dazhao-Kloster

大召

Das älteste große Kloster Hohhots aus der Zeit Altan Khans, bekannt für eine silberne Buddhastatue und Wandmalereien.

Tempel

Wudang Zhao

五当召

Klosteranlage im tibetischen Stil in einem Tal nördlich von Baotou, mit weißen Hallen, die sich den Hang hinaufstaffeln.

Archäologie

Ruinen von Khara-Khoto

黑城遗址

Ummauerte Ruinenstadt der Westlichen Xia und der Yuan bei Ejin im äußersten Westen. Lehmwälle, Stupas und Sanddünen prägen das Bild; nahebei wachsen Euphrat-Pappeln.

Natur

Arxan

阿尔山

Vulkanlandschaft im Großen Hinggan mit Kraterseen, erstarrten Lavafeldern, Wäldern und heißen Quellen; im Herbst färben sich Lärchen und Birken.

美食

Küche und Spezialitäten

Weiße Speisen白食

Milchprodukte heißen bei den Mongolen „weiße Speisen“: Milchtofu, getrocknete Rahmhaut, Quark und vergorene Stutenmilch. Sie werden Gästen zuerst gereicht.

Rote Speisen红食

Fleisch, vor allem Hammel und Rind: gekochtes Handfleisch, das man mit dem Messer vom Knochen schneidet, und zu Festen das ganze gebratene Schaf.

Milchtee mit Hirse奶茶 · 炒米

Gesalzener Tee mit Milch begleitet jede Mahlzeit. Dazu gibt man geröstete Hirse, Butter oder Trockenfleisch in die Schale.

Shaomai aus Hohhot烧麦

Dünne, oben offene Teigtaschen mit Hammelfleisch und Lauch, gedämpft und zum Frühstück mit Tee gegessen – das Aushängeschild der Stadtküche.

文化

Kultur, Handwerk und Feste

Jurte蒙古包

Das runde Filzzelt der Nomaden lässt sich in Stunden auf- und abbauen. Innen gilt eine feste Ordnung: Herd in der Mitte, Ehrenplatz gegenüber der Tür, die nach Süden weist.

Naadam那达慕

Das Sommerfest der „drei männlichen Spiele“: Ringen, Pferderennen und Bogenschießen. Dazu kommen Märkte, Musik und Besuche von Jurte zu Jurte.

Langlied und Kehlgesang长调 · 呼麦

Das Langlied dehnt Silben über weite Melodiebögen, der Kehlgesang lässt einen Grundton und Obertöne zugleich erklingen. Beide stehen auf der UNESCO-Liste des immateriellen Erbes.

Pferdekopfgeige马头琴

Das zweisaitige Streichinstrument trägt einen geschnitzten Pferdekopf am Hals. Sein warmer, singender Ton gilt als Stimme der Steppe.

Mehr dazu →

Klöster des tibetischen Buddhismus召庙

Seit dem 16. Jahrhundert entstanden zahlreiche Klöster, chinesisch „Zhao“ (召) nach mongolisch „Juu“ genannt. Viele verbinden chinesische Hallen mit tibetischen Flachdachbauten.

Völker des Nordostens鄂温克 · 鄂伦春 · 达斡尔

In Hulunbuir leben Ewenken, von denen eine kleine Gruppe Rentiere hält, Oroqen, einst Jäger der Wälder, und Dauren mit ihrer eigenen Tradition des Hockeyspiels.

经济

Wirtschaftliche Schwerpunkte

  • Seltene Erden

    Die Lagerstätte Bayan Obo nördlich von Baotou gehört zu den bedeutendsten Vorkommen Seltener Erden weltweit. In Baotou werden sie aufbereitet und weiterverarbeitet.

  • Kohle und Energie

    Unter Ordos und im Osten der Region liegen große Kohlefelder. Kraftwerke und Chemieanlagen verarbeiten die Kohle vor Ort.

  • Milchwirtschaft

    Hohhot ist Sitz zweier der größten Molkereikonzerne Chinas; Milch, Joghurt und Milchpulver aus der Region sind landesweit verbreitet.

  • Wind- und Solarkraft

    Offenes Land und stetige Winde machen die Region zu einem Schwerpunkt der Windenergie; in den Wüsten entstehen große Solarfelder.

  • Kaschmir und Viehzucht

    Die Wolle der Kaschmirziegen aus Ordos und Alxa wird zu Garn und Strickwaren verarbeitet. Schafe, Rinder und Pferde bleiben Grundlage des Graslands.

交通

Anreise und Reisezeit

Flughäfen

  • Hohhot Baita (HET) – Hauptflughafen der Region
  • Baotou Donghe (BAV) und Ordos Ejin Horo (DSN) für die Mitte
  • Hailar Dongshan (HLD) für das Grasland von Hulunbuir
  • Chifeng Yulong (CIF) und Xilinhot (XIL) für den Osten

Bahn

  • Hohhot Ost ist über eine Schnellfahrstrecke via Zhangjiakou mit Peking verbunden; nach Baotou fahren häufig Züge.
  • Hailar und Manzhouli liegen an der Bahnstrecke Harbin–Manzhouli.
  • Chifeng hat Schnellzüge in Richtung Shenyang und Peking.

Beste Reisezeit

  • Juni bis September: Das Gras ist grün, die Naadam-Feste finden statt. Die Wüsten sind im September und Oktober am angenehmsten; der Winter ist sehr kalt.
  • Die Region ist sehr weitläufig; Ziele im Osten und im Westen am besten getrennt bereisen und Inlandsflüge nutzen.
  • Auch im Sommer werden die Nächte im Grasland kühl – eine warme Jacke gehört ins Gepäck.

Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen

词汇

Kleines Glossar

ZeichenPīnyīnBedeutung
蒙měngKürzel der Inneren Mongolei
草原cǎoyuánGrasland, Steppe
蒙古包měnggǔbāoJurte
那达慕NàdámùNaadam, Sommerfest
马头琴mǎtóuqínPferdekopfgeige
长调chángdiàoLanglied
呼麦hūmàiKehlgesang (Khoomei)
召zhàoKloster (von mongolisch „Zuu“)
奶茶nǎicháMilchtee
敖包áobāoOwoo, Steinhügel für Opfergaben
问答

Häufige Fragen

Wofür ist die Innere Mongolei bekannt?

Für Grasland wie in Hulunbuir und Xilin Gol, für die Wüsten von Alxa, für mongolische Kultur mit Jurten, Naadam, Langlied und Pferdekopfgeige sowie für Milchtee und Hammelfleisch. Wirtschaftlich stehen Seltene Erden, Kohle, Milch und Windkraft im Vordergrund.

Was ist die Hauptstadt der Inneren Mongolei?

Hohhot. Der Name bedeutet auf Mongolisch „Blaue Stadt“; sie geht auf die Stadt Guihua zurück, die Altan Khan im 16. Jahrhundert anlegen ließ.

Wann ist die beste Reisezeit?

Für das Grasland Juli und August, wenn es grün ist und Naadam gefeiert wird. Für die Wüsten September und Oktober. Von November bis März herrscht strenge Kälte.

Was isst man in der Inneren Mongolei?

Milchtee mit gerösteter Hirse, Milchtofu, gekochtes Hammelfleisch, gebratenes ganzes Schaf zu Festen und in Hohhot Shaomai. Hammelfeuertopf ist überall beliebt.

Kann man in einer Jurte übernachten?

Ja. In Hulunbuir, Xilin Gol und am Rand der Wüsten bieten Jurtenlager Übernachtungen an, von einfach bis komfortabel mit Bad. Im Sommer früh reservieren.

Quellen

Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.

Wie CHINANETZ Quellen auswählt und prüft: Recherche und Quellen.