Provinz · Nordwestchina

Qinghai 青海

Qīnghǎi

Ein türkisblauer Salzsee gab der Provinz ihren Namen. Ringsum liegen Weideland, Klöster und die Quellen der großen Flüsse Chinas – ein Hochland, auf dem Tibeter, Hui, Tu, Salar und Mongolen zu Hause sind.

  • Hauptstadt Xining (西宁)
Hauptstadt
Xining (西宁)
Kürzel
青 (qīng)
Einwohner
5,9 Mio. (Zensus 2020)Quelle
Naturraum
Qinghai-Tibet-Plateau, Qaidam-Becken
Flüsse
Quellen von Jangtse, Gelbem Fluss, Mekong
Klima
Hochlandklima, trocken und sonnig
城市

Städte in Qinghai

胜地

Natur und Welterbe in Qinghai

山水

Landschaft und Klima

Hochplateau青藏高原

Qinghai bildet den Nordostteil des Qinghai-Tibet-Plateaus. Weite Grassteppen, Gletscher und Permafrost prägen das Hochland, auf dem Nomaden seit Jahrtausenden Yaks und Schafe halten.

Qinghai-See青海湖

Der größte See Chinas ist ein abflussloser Salzsee zwischen Bergketten. Sein Blau, die Vogelinsel und die gelben Rapsfelder im Sommer machen ihn zum bekanntesten Ziel der Provinz.

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Qaidam-Becken柴达木盆地

Das trockene Becken im Nordwesten ist von Gebirgen umschlossen und voller Salzseen, Wüsten und Yardang-Rücken. Unter der Kruste lagern Kali, Lithium, Erdöl und Erdgas.

Quellgebiet der drei Flüsse三江源

Im Süden sammeln Moore, Seen und Gletscher das Wasser, das als Jangtse, Gelber Fluss und Mekong nach Osten und Süden fließt. Man nennt die Region den „Wasserturm Chinas“.

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Klima气候

Kurze, kühle Sommer mit starker Sonne, lange, kalte und trockene Winter. Tag und Nacht unterscheiden sich stark; Regen fällt fast nur im Sommer.

历史

Geschichte bis 1912

  1. um 3000 v. Chr.Jungsteinzeit

    Im Huangshui-Tal lebten Bauern der Majiayao-Kultur. Bekannt ist ihre bemalte Keramik, darunter ein Becken mit einem Reigen tanzender Figuren und die Gräberfunde von Liuwan.

  2. um 2000 v. Chr.Bronzezeit

    In Lajia am Gelben Fluss verschüttete eine Naturkatastrophe eine Siedlung. Archäologen fanden dort eine Schale mit Resten einer Nudelspeise aus Hirse, eine der ältesten bekannten.

  3. 61 v. Chr.Han-Dynastie

    Der General Zhao Chongguo ließ Soldaten im Huangshui-Tal Felder anlegen. Die Militärkolonien banden das Tal an das Han-Reich; auf dem Hochland lebten weiter Qiang-Hirten.

  4. 4. Jh.–663Reich der Tuyuhun

    Das Reitervolk der Tuyuhun beherrschte das Weideland um den Qinghai-See und kontrollierte Handelswege zwischen Nordchina und Zentralasien. Ihre Hauptstadt Fusi lag westlich des Sees.

  5. 641Tang-Dynastie

    Prinzessin Wencheng reiste auf dem Weg zur Heirat mit dem tibetischen König durch Qinghai. Am Riyue Shan erzählt eine Legende, wie sie dort ihren Spiegel zurückließ.

  6. 1104Song-Dynastie

    Qingtang, Sitz eines tibetischen Fürstentums im Huangshui-Tal, erhielt von den Song den Namen Xining, „Friede im Westen“. Der Name ist bis heute geblieben.

  7. 1379Ming-Dynastie

    Am Geburtsort des 1357 bei Xining geborenen Tsongkhapa, des Begründers der Gelug-Schule, ließ seine Mutter einen Stupa errichten. Daraus wuchs ab 1560 das Kloster Kumbum.

  8. 1724–1725Qing-Dynastie

    Die Qing wandelten Xining 1724 in eine Präfektur um und gliederten kurz darauf die mongolischen Weidegebiete in Banner. Xining wurde Verwaltungs- und Handelszentrum für Wolle, Salz und Tee.

名胜

Sehenswürdigkeiten

Natur

Qinghai-See

青海湖

Der größte See Chinas mit Vogelinsel, Rapsfeldern und Sanddünen am Ufer; im Winter friert er zu.

Tempel

Kloster Kumbum

塔尔寺

Das Kloster am Geburtsort Tsongkhapas bei Xining ist berühmt für Butterskulpturen, Wandmalereien und Applikationsbilder aus Stoff.

Natur

Chaka-Salzsee

茶卡盐湖

Auf dem flachen, salzweißen See spiegelt sich bei Windstille der Himmel; eine kleine Bahn fährt auf den See hinaus.

Natur

Sanjiangyuan

三江源

Nationalpark um die Quellen von Jangtse, Gelbem Fluss und Mekong mit Wildyaks, Kiangs und Schneeleoparden.

NaturUNESCO-Welterbe seit 2017

Hoh Xil

可可西里

Menschenleeres Hochland im Südwesten, in das Tibet-Antilopen jeden Sommer zum Werfen ihrer Jungen ziehen. Die Bahn nach Lhasa führt am Rand vorbei.

Tempel

Longwu-Kloster in Rebgong

隆务寺

Das größte Kloster von Rebgong liegt mitten in Tongren, umgeben von Malerdörfern, deren Werkstätten Thangkas für die ganze tibetische Welt fertigen.

Tempel

Qutan-Kloster

瞿昙寺

Das 1391 gegründete Kloster im Kreis Ledu östlich von Xining ist wie ein Ming-Palast angelegt. Hallen und Wandelgänge tragen großflächige Wandmalereien.

Natur

Rapsfelder von Menyuan

门源油菜花海

Im Hochsommer überziehen gelbe Rapsfelder das Tal von Menyuan nördlich von Xining, dahinter stehen die schneebedeckten Qilian-Berge.

美食

Küche und Spezialitäten

Handgegriffenes Hammelfleisch手抓羊肉

In Salzwasser gekochtes Fleisch vom Hochlandschaf, mit den Händen gegessen und in Salz oder Knoblauch gedippt – das Festessen der Provinz.

Joghurt und Tsampa酸奶 · 糌粑

Dicker, in Schalen gestockter Joghurt aus Kuh- oder Yakmilch und geröstetes Gerstenmehl, mit Buttertee zu Teig geknetet.

Niangpi und Mianpian酿皮 · 面片

Kalte Weizenstärkeblätter mit Chili und Essig sowie gezupfte Nudelstücke in Hammelbrühe – Alltagsküche der Hui in Xining.

Tee auf dem Hochland熬茶 · 酥油茶

Gepresster Ziegeltee wird mit Milch und Salz lange gekocht; in tibetischen Häusern kommt Buttertee auf den Tisch.

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文化

Kultur, Handwerk und Feste

Regong-Kunst热贡艺术

Thangka-Malerei, Wandbilder, Stoffapplikationen und Skulpturen aus den Dörfern von Rebgong. Die UNESCO führt die Regong-Kunst seit 2009 als immaterielles Kulturerbe.

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Hua'er-Lieder花儿

Improvisierte Liebes- und Wechselgesänge, die Hui, Han, Tu, Salar und Tibeter in einer gemeinsamen Mundart singen. Seit 2009 immaterielles UNESCO-Kulturerbe.

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Tu in Huzhu土族

Die Tu tragen Jacken mit regenbogenfarbenen Ärmeln und sind für ihre Spiralstickerei und ihren Gerstenschnaps bekannt. Ihre Dörfer liegen nördlich von Xining.

Salar in Xunhua撒拉族

Die muslimischen Salar sprechen eine Turksprache. Ihre Legende erzählt, wie ihre Vorfahren aus Zentralasien mit einem weißen Kamel an den Gelben Fluss kamen.

Gesar-Epos格萨尔

Sänger im Süden der Provinz tragen das Epos vom Helden Gesar aus dem Gedächtnis vor, oft über viele Abende. Die Tradition ist seit 2009 UNESCO-Kulturerbe.

Nadun-Fest der Tu纳顿节

Nach der Ernte feiern die Tu in Sanchuan im Kreis Minhe das Nadun-Fest. Dorf für Dorf ziehen Gruppen mit Fahnen und Gongs auf, tanzen und führen Maskenspiele auf.

经济

Wirtschaftliche Schwerpunkte

  • Salzseen und Kali

    Aus den Salzseen des Qaidam-Beckens, allen voran Qarhan bei Golmud, werden Kalidünger, Magnesium und Lithium gewonnen.

  • Sonne, Wind und Wasser

    Solarparks auf der Hochebene um Gonghe, Windparks im Qaidam-Becken und Staudämme am Oberlauf des Gelben Flusses machen Qinghai zu einem Standort für Ökostrom.

  • Viehzucht

    Yaks und Hochlandschafe liefern Fleisch, Milch, Wolle und Leder. Aus Qinghai kommen auch handgeknüpfte tibetische Teppiche.

  • Gojibeeren und Raupenpilz

    Im Qaidam-Becken wachsen Gojibeeren auf bewässerten Feldern; im Süden sammeln Hirten im Frühsommer den begehrten Raupenpilz für die chinesische Medizin.

交通

Anreise und Reisezeit

Flughäfen

  • Xining Caojiabu (XNN) – Hauptflughafen der Provinz
  • Golmud (GOQ) – für den Westen und das Qaidam-Becken
  • Delingha (HXD) – für Haixi und den Chaka-Salzsee
  • Yushu Batang (YUS) – für den Süden und das Quellgebiet

Bahn

  • Die Qinghai-Tibet-Bahn beginnt in Xining und führt über Delingha und Golmud nach Lhasa.
  • Xining liegt an der Schnellfahrstrecke Lanzhou–Ürümqi, die über die Qilian-Berge nach Zhangye führt.
  • Von Golmud führt eine Bahnstrecke nach Dunhuang in Gansu.

Beste Reisezeit

  • Juni bis September: grünes Weideland, Rapsblüte am Qinghai-See im Juli, milde Tage. Der Winter ist klar, aber bitterkalt.
  • Auf dem Hochplateau die ersten Tage ruhig angehen, viel trinken und auf Alkohol verzichten; wer Herzbeschwerden hat, vorher ärztlich beraten lassen.
  • Sonnenschutz, Sonnenbrille und warme Kleidung auch im Sommer einpacken – nach Sonnenuntergang wird es schnell kalt.
  • In Klöstern im Uhrzeigersinn gehen und vor dem Fotografieren in Hallen fragen.

Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen

词汇

Kleines Glossar

ZeichenPīnyīnBedeutung
青qīngKürzel der Provinz Qinghai; blaugrün
青海湖Qīnghǎi HúQinghai-See
柴达木CháidámùQaidam-Becken
三江源SānjiāngyuánQuellgebiet der drei Flüsse
塔尔寺Tǎ'ěr SìKloster Kumbum
热贡RègòngRebgong, Region um Tongren
花儿huā'érHua'er-Volkslieder
唐卡tángkǎThangka, Rollbild
牦牛máoniúYak
问答

Häufige Fragen

Wofür ist Qinghai bekannt?

Für den Qinghai-See, das Kloster Kumbum, den Chaka-Salzsee, die Quellen von Jangtse, Gelbem Fluss und Mekong, die Regong-Kunst in Tongren und eine Küche aus Hammelfleisch, Joghurt und Gerste.

Was ist die Hauptstadt von Qinghai?

Xining im Huangshui-Tal. Die Stadt ist Verkehrsknoten der Provinz und guter Ort, um sich vor Touren auf das Hochplateau an die Höhe zu gewöhnen.

Woher kommt der Name Qinghai?

Qinghai heißt „blaues“ oder „blaugrünes Meer“ und bezeichnet den großen Salzsee westlich von Xining. Auch der mongolische Name Kukunor und der tibetische Name bedeuten „blauer See“.

Wie reist man durch Qinghai?

Xining ist per Flug und Schnellzug gut erreichbar. Von dort fahren Züge nach Delingha und Golmud; Qinghai-See, Chaka und Kumbum besucht man meist mit Mietwagen und Fahrer oder in organisierten Touren.

Wann ist die beste Reisezeit?

Juni bis September. Im Juli blüht der Raps am Qinghai-See, Weiden sind grün und die Straßen frei. Im Winter sind viele Unterkünfte am See geschlossen, dafür ist die Luft besonders klar.

Quellen

Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.

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