Lössplateau黄土高原
Fast die ganze Provinz liegt auf dem Lössplateau. Der feine, gelbe Staub bildet tief zerfurchte Hänge, in die Menschen seit Jahrtausenden Höhlenwohnungen graben.
Provinz · Nordchina
Shānxī
Zwischen Taihang-Gebirge und Gelbem Fluss liegt ein Lössland, das mehr alte Holzbauten bewahrt als jede andere Region Chinas – und aus dem die Bankiers des Kaiserreichs kamen.
Taiyuan太原
Hauptstadt am Fen-Fluss, einst Jinyang; bekannt für den Jinci-Tempel, das Provinzmuseum und den Essig aus Qingxu.
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Datong大同
Hauptstadt der Nördlichen Wei, später Westhauptstadt der Liao; Yungang-Grotten, Huayan-Tempel und Hängendes Kloster.
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Pingyao平遥
Kreisstadt mit vollständig erhaltener Ming-Stadtmauer und dem ersten Wechselhaus Chinas; Welterbe seit 1997.
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Jinzhong晋中
Heimat der großen Kaufmannsfamilien: Hofanlagen der Qiao, Qu, Wang und Chang, dazu der Mian Shan.
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Yuncheng运城
Salzsee im Süden, Geburtsort von Guan Yu mit dem großen Guandi-Tempel von Xiezhou, Wandbilder im Yongle-Palast.
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Xinzhou忻州
Tor zum Wutai Shan; dazu der Yanmen-Pass an der Großen Mauer und die Tang-Hallen von Nanchan und Foguang.
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Linfen临汾
Das legendäre Pingyang des Urkaisers Yao; Guangsheng-Tempel, Großer Schnurbaum von Hongdong und Hukou-Wasserfall.
Changzhi长治
Zentrum des Shangdang-Hochlands im Südosten, am Rand der Schluchten des Taihang-Gebirges.
Shuozhou朔州
Im Kreis Ying steht die Holzpagode des Fogong-Tempels von 1056, der älteste vollständig hölzerne Pagodenbau Chinas.
Wutai Shan
Fünf kahle, flache Gipfel umstehen ein Tal voller Klöster, über denen eine weiße Pagode leuchtet. Seit über anderthalb Jahrtausenden pilgern Mönche und Gläubige hierher, um dem Bodhisattva der Weisheit zu begegnen.
Heng Shan (Shanxi)
Rote Hallen kleben unter Felsüberhängen, und in einer Schlucht am Fuß des Berges hängt ein Kloster auf dünnen Balken über dem Abgrund.
Yungang-Grotten
In eine Sandsteinwand gehauen, blicken Buddhas mit mandelförmigen Augen und archaischem Lächeln über das Tal – geschaffen im Auftrag der Kaiser eines Reitervolks aus der Steppe.
Altstadt von Pingyao
Eine ganze Kreisstadt der Ming- und Qing-Zeit, von einer Mauer umschlossen: Gassen mit grauen Ziegelhäusern, Läden mit Holzfronten und die Kontore, in denen Chinas Wechselbriefe ausgestellt wurden.
Fast die ganze Provinz liegt auf dem Lössplateau. Der feine, gelbe Staub bildet tief zerfurchte Hänge, in die Menschen seit Jahrtausenden Höhlenwohnungen graben.
Im Osten trennt das Taihang-Gebirge Shanxi von der Nordchinesischen Ebene, im Westen das Lüliang-Gebirge vom Gelben Fluss. Dazwischen reihen sich Becken aneinander.
Der Fen-Fluss durchzieht die Provinz von Norden nach Süden und mündet in den Gelben Fluss. In seinen Becken um Taiyuan, Jinzhong und Linfen liegen die alten Städte.
Der Huang He bildet die West- und Südgrenze. Zwischen Shanxi und Shaanxi zwängt er sich durch eine Schlucht und stürzt am Hukou-Wasserfall in eine enge Rinne.
Mehr dazu →Trocken und kontinental: kalte, windige Winter, warme Sommer mit Regen vor allem im Juli und August. Im Norden um Datong ist es deutlich kühler als im Süden.
um 2300–1900 v. Chr.Jungsteinzeit
Bei Taosi im Kreis Xiangfen legten Archäologen eine ummauerte Siedlung mit Gräbern und einem mutmaßlichen Observatorium frei. Die Überlieferung verbindet die Gegend mit dem Urkaiser Yao.
11. Jh.–403 v. Chr.Staat Jin
Ein Bruder des Zhou-Königs Cheng erhielt das Land am Fen-Fluss als Lehen. Jin wurde unter Herzog Wen zur Vormacht und zerfiel später in Han, Zhao und Wei. Daher das Kürzel 晋.
398–494Nördliche Wei
Die Tuoba-Xianbei regierten von Pingcheng, dem heutigen Datong, aus Nordchina. Ab etwa 460 ließen sie die Yungang-Grotten in den Sandstein schlagen.
618–907Tang-Dynastie
Li Yuan brach 617 von Taiyuan aus zur Eroberung des Reiches auf und gründete die Tang. Die Stadt galt fortan als Nordhauptstadt; auf dem Wutai Shan entstanden Klöster von Rang.
1044–1234Liao und Jin
Datong war Westhauptstadt der Liao und später der Jin. Aus dieser Zeit stammen der Huayan-Tempel und die hölzerne Pagode im Kreis Ying.
1368–1644Ming-Dynastie
Datong wurde zur Grenzfestung an der Großen Mauer. Kaufleute aus Shanxi versorgten die Garnisonen und erhielten dafür Salzlizenzen – der Beginn ihres Aufstiegs. Vom Großen Schnurbaum in Hongdong zogen Umsiedler in viele Provinzen.
1644–1911Qing-Dynastie
In Pingyao entstand 1823 mit Rishengchang das erste Wechselhaus. Die Piaohao aus Pingyao, Qixian und Taigu überwiesen Geld durchs ganze Reich, bis moderne Banken sie gegen Ende der Qing verdrängten.
五台山
Der Berg des Bodhisattva Manjushri mit fünf flachen Gipfeln und Dutzenden Klöstern, darunter Hallen aus der Tang-Zeit.
云冈石窟
Buddhistische Höhlentempel der Nördlichen Wei westlich von Datong, mit Kolossalfiguren und Reliefs, in denen Stilelemente aus Indien und Zentralasien nachwirken.
平遥古城
Stadtmauer, Hofhäuser, Läden und Wechselhäuser der Ming- und Qing-Zeit – eine der am vollständigsten erhaltenen Kreisstädte Chinas.
恒山 · 悬空寺
Der Nördliche der Fünf Großen Berge bei Hunyuan; an seinem Fuß klebt das Hängende Kloster auf Holzbalken an einer Felswand.
晋祠
Gedenktempel für Tang Shuyu, den Stammvater der Herrscher von Jin, am Stadtrand von Taiyuan – mit der Halle der Heiligen Mutter aus der Song-Zeit und uralten Zypressen.
应县木塔
Die Pagode des Fogong-Tempels von 1056 ist ganz aus Holz gefügt und hat über Jahrhunderte Erdbeben überstanden.
壶口瀑布
Im Kreis Jixian bei Linfen stürzt der Gelbe Fluss an der Grenze zu Shaanxi in eine enge Felsrinne – der bekannteste Wasserfall des Flusses.
乔家大院
Das verschachtelte Anwesen einer Kaufmannsfamilie in Qixian mit Innenhöfen, Schnitzereien und Ziegelreliefs.
解州关帝庙
Der größte Tempel für den vergöttlichten General Guan Yu steht in seinem Heimatort bei Yuncheng.
Shanxi gilt als Heimat der chinesischen Weizennudel. Messergeschabte Nudeln, gezogene, gerollte und gezupfte Formen, dazu Nudeln aus Hafer, Buchweizen und Sorghum.
Mehr dazu →Dunkler Essig aus Sorghum, im Sommer in der Sonne verdunstet und im Winter durch Abschöpfen von Eis konzentriert. Er steht in Shanxi auf jedem Tisch.
Dünne Röllchen aus Nackthafermehl, dicht an dicht im Dampfkorb gegart wie eine Honigwabe und mit Soße aus Tomate, Pilzen oder Lamm gegessen.
Klarer Sorghumschnaps aus Xinghuacun bei Fenyang mit mildem, sauberem Duft – eine der alten großen Schnapsmarken Chinas.
Händler aus Shanxi handelten mit Salz, Tee, Seide und Pelzen bis nach Russland und in die Mongolei. Mit den Wechselhäusern schufen sie ein landesweites Zahlungsnetz.
Trockenes Klima und abgelegene Lage bewahrten Hallen aus Tang, Song, Liao und Jin. Nanchan-, Foguang- und Huayan-Tempel sind Schlüsselbauten der Baugeschichte Chinas.
Vier Formen der Klapper-Oper sind in Shanxi verwurzelt: Puzhou-Oper im Süden, Jin-Oper in der Mitte, Beilu im Norden und Shangdang im Südosten.
Mehr dazu →Kaufmannsfamilien bauten festungsartige Anwesen mit Dutzenden Höfen hinter hohen Mauern. Holz-, Stein- und Ziegelschnitzereien zeigen Glückssymbole und Szenen aus Opern.
Die Dialekte der Provinz bewahren den abgehackten „eintretenden Ton“, der im Hochchinesischen verschwunden ist, und unterscheiden sich deutlich von der Pekinger Aussprache.
Shanxi gehört zu den wichtigsten Kohleregionen Chinas. Kohle, Koks und Strom gehen in die Industrie- und Küstenprovinzen; Kraftwerke und Leitungen verbinden die Provinz mit dem Osten.
Das Stahlwerk von Taiyuan ist auf Edelstahl spezialisiert und einer der großen Hersteller dieser Sorte in China.
Neben der Kohle gewinnen Chemie, Maschinenbau, erneuerbare Energien und Tourismus an Gewicht.
Essigbrauereien in Qingxu und die Schnapsbrennereien von Xinghuacun zählen zu den bekannten Lebensmittelmarken der Provinz.
Welterbestätten, Kaufmannsanwesen und alte Tempel machen den Tourismus zu einem wachsenden Zweig, vor allem in Pingyao, Datong und am Wutai Shan.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
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| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 晋 | jìn | Kürzel der Provinz, nach dem Staat Jin |
| 山西 | Shānxī | „westlich der Berge“ |
| 陕西 | Shǎnxī | Nachbarprovinz Shaanxi |
| 晋商 | Jìnshāng | Shanxi-Kaufleute |
| 票号 | piàohào | Wechselhaus, frühe Bank |
| 黄土高原 | Huángtǔ Gāoyuán | Lössplateau |
| 刀削面 | dāoxiāomiàn | messergeschabte Nudeln |
| 老陈醋 | lǎo chéncù | lange gereifter Essig |
| 大院 | dàyuàn | Hofanlage einer Großfamilie |
Für die Welterbestätten Wutai Shan, Yungang-Grotten und Altstadt Pingyao, für die ältesten erhaltenen Holzbauten Chinas, die Shanxi-Kaufleute und ihre Wechselhäuser, für Nudeln und Essig – und wirtschaftlich für Kohle.
Es sind zwei Nachbarprovinzen: Shanxi (山西, Shānxī, erster Ton) liegt östlich des Gelben Flusses mit der Hauptstadt Taiyuan, Shaanxi (陕西, Shǎnxī, dritter Ton) westlich davon mit Xi'an. Die Umschrift Shaanxi mit doppeltem a wurde eigens zur Unterscheidung eingeführt.
Taiyuan am Fen-Fluss. Die Stadt hieß früher Jinyang und war schon in der Zeit der Streitenden Reiche und unter den Tang ein wichtiges Machtzentrum im Norden.
Die Schnellfahrstrecke Datong–Xi'an verbindet die wichtigsten Ziele von Norden nach Süden: Datong, Taiyuan, Pingyao und Yuncheng. Für den Wutai Shan und den Heng Shan braucht es Busse oder einen Wagen.
Vor allem Nudeln: messergeschabte Daoxiao-Nudeln, Hafernudeln aus dem Dampfkorb, dazu gebratenes Schweinefleisch Guoyourou. Zu fast allem kommt ein Schuss dunkler Essig.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
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Geographie
Provinzen, Klima, Landschaften, Bevölkerung.
Geographie
Alle 31 Einheiten der Provinzebene mit Kürzel, Hauptstadt, Großregion und Einwohnern laut Zensus 2020.
Provinz
Zwischen Lössplateau und Qinling-Gebirge lag über tausend Jahre lang das Machtzentrum Chinas – von der Zhou- bis zur Tang-Zeit regierten Kaiser vom Wei-Tal aus.
Geschichte
Große Mauer, Verbotene Stadt, Terrakotta-Armee, Karstlandschaften — alle Welterbestätten mit Einordnung.
Genuss
Die acht großen Regionalküchen, ihre Signaturgerichte und Rezepte zum Nachkochen.
Oper
Peking-Oper und regionale Opernformen.