Songliao-Ebene松辽平原
Die Mitte und der Westen der Provinz sind flaches Ackerland auf fruchtbarer Schwarzerde. Mais, Sojabohnen und Reis reichen hier bis zum Horizont.
Provinz · Nordostchina
Jílín
Im Westen endlose Maisfelder auf schwarzer Erde, im Osten Urwald, Vulkan und Kratersee: Jilin verbindet die Ebene am Songhua mit dem Changbai-Gebirge, der heiligen Bergwelt der Mandschu.
Changchun长春
Hauptstadt, Standort von Automobil- und Schienenfahrzeugbau, Filmstudio, Hochschulen und dem Waldpark Jingyuetan.
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Jilin (Stadt)吉林市
Namensgeberin der Provinz am Songhua-Fluss, bekannt für den winterlichen Raureif, den Songhua-See und Skiberge.
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Yanji延吉
Hauptort des Koreanischen Autonomen Bezirks Yanbian: zweisprachige Straßen, Kaltnudeln und Tor zum Changbai Shan.
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Tonghua通化
Bergstadt am Hun-Fluss im Süden, bekannt für Wein aus wilden Trauben, Ginseng und Arzneimittelherstellung.
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Ji'an集安
Kleinstadt am Yalu mit der Goguryeo-Hauptstadt Guonei, der Bergstadt Wandu und dem Stein des Königs Gwanggaeto.
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Baishan白山
Waldregion am Westhang des Changbai Shan mit Ginsengmärkten in Fusong und der Lingguang-Pagode von Changbai.
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Dunhua敦化
Stadt im Westen Yanbians; am Liudingshan liegen Gräber des frühen Bohai-Adels, im Umland das Gründungsgebiet des Reiches Bohai.
Hunchun珲春
Stadt am Unterlauf des Tumen im äußersten Osten, Endpunkt der Schnellfahrstrecke aus Changchun; koreanische und mandschurische Prägung.
Siping四平
Agrarstadt an der Bahn nach Shenyang; im Kreis Lishu liegen die Reste der Yehe-Stadt, Stammsitz eines Jurchen-Bundes.
Songyuan松原
Stadt am Zusammenfluss von Nen und Songhua; am Chagan-See wird im Winter mit großen Netzen unter dem Eis gefischt.
Baicheng白城
Steppen- und Seenregion im Westen mit den Feuchtgebieten Xianghai und Momoge, Rastplätzen für Kraniche.
Changbai Shan
Ein Vulkan, dessen Gipfel fast das ganze Jahr weiß leuchtet, und in seinem Krater ein tiefblauer See: Der „ewig weiße Berg“ war den Mandschu heilig und ist das große Naturziel des Nordostens.
Goguryeo-Stätten in Ji'an
Stufenpyramiden aus Granit, eine Bergfestung über dem Tal und ein Stein, der die Taten eines Königs verkündet: In Ji'an liegt die Hauptstadt eines Reiches, das den Nordosten über Jahrhunderte prägte.
Songhua-See
Oberhalb der Stadt Jilin staut sich der Songhua zu einem verzweigten See zwischen Waldbergen. Sein Wasser hält den Fluss im Winter offen – und schenkt der Stadt den Raureif.
Die Mitte und der Westen der Provinz sind flaches Ackerland auf fruchtbarer Schwarzerde. Mais, Sojabohnen und Reis reichen hier bis zum Horizont.
Der Osten ist bewaldetes Bergland, das im Vulkan Changbai Shan gipfelt. Auf seinen Hängen entspringen Songhua, Tumen und Yalu.
Der Strom fließt vom Changbai Shan nach Nordwesten, wird bei Fengman zum Songhua-See gestaut und durchquert die Stadt Jilin in einer weiten Schleife.
Gegen die Innere Mongolei hin geht die Ebene in Grasland, Sandflächen und flache Seen über. Die Feuchtgebiete bei Baicheng sind Rastplätze für Kraniche und Störche.
Kontinental mit langen, sehr kalten Wintern und kurzen, warmen, regenreichen Sommern. Frühling und Herbst sind kurz; der Herbst färbt die Wälder im Osten leuchtend.
2. Jh. v. Chr.–494Buyeo
Das Reich Buyeo beherrschte die Ebene am mittleren Songhua. Es gilt als einer der frühesten Staaten des Nordostens; im 5. Jahrhundert ging es in Goguryeo auf.
37 v. Chr.–668Goguryeo
Das Königreich Goguryeo hatte seine Hauptstadt ab dem Jahr 3 für über vier Jahrhunderte in Ji'an am Yalu, bevor es sie 427 nach Pjöngjang verlegte.
698–926Bohai
Das Reich Bohai entstand bei Dunhua und pflegte enge Beziehungen zum Tang-Hof. Unter den Tang galt es als „blühendes Land östlich des Meeres“; Fürstinnengräber zeugen von seiner Kultur.
916–1234Liao und Jin
Die Kitan-Liao machten Huanglong bei Nong'an zu einem Zentrum im Nordosten. 1114 begann der Jurchen-Führer Aguda seinen Aufstand gegen die Liao mit einem Angriff auf die Festung Ningjiang im Gebiet des heutigen Songyuan.
1368–1619Ming-Zeit
Zwischen Songhua und oberem Liao-Fluss lebten die Jurchen-Bünde der Hulun: Ula, Hada, Hoifa und Yehe. Nurhaci unterwarf sie zwischen 1599 und 1619 und schuf so die Grundlage des Mandschu-Reiches.
1644–1860Qing-Dynastie
Die Qing verehrten den Changbai Shan als Ursprungsberg ihres Hauses und sperrten weite Teile Jilins für Siedler. Die Weidenpalisade grenzte das Gebiet ab; in Ula sammelte ein Amt Perlen, Fisch und Ginseng für den Hof.
1860–1911Späte Qing-Zeit
Die Siedlungssperre fiel schrittweise. Bauern aus Shandong und Hebei zogen in die Ebene, koreanische Bauern ins Tumen-Tal. Um 1900 kam die Eisenbahn, 1907 wurde Jilin Provinz.
长白山 · 天池
Vulkan mit Kratersee, Wasserfall, heißen Quellen und Höhenstufen vom Mischwald bis zur Tundra – das große Naturziel des Nordostens.
高句丽王城、王陵及贵族墓葬
Stadtmauern von Guonei, die Bergstadt Wandu, Stufenpyramiden aus Stein und Grabkammern mit Wandmalereien einer Hauptstadt des 1. bis 5. Jahrhunderts.
松花湖 · 雾凇
Der Stausee oberhalb der Stadt Jilin hält den Fluss im Winter eisfrei; der aufsteigende Nebel überzieht die Uferbäume mit Raureif.
净月潭
Ein Stausee im Südosten von Changchun, umgeben von dichtem Wald – im Sommer zum Wandern und Radfahren, im Winter für Langlauf.
查干湖冬捕
Bei Songyuan ziehen Fischer im tiefen Winter lange Netze unter dem Eis durch; zuvor wird mit einem Ritual der Segen für den Fang erbeten.
龙湾
Mehrere runde Kraterseen vulkanischen Ursprungs im Wald des Kreises Huinan bei Tonghua, gesäumt von steilen, bewaldeten Rändern.
农安辽塔
Die achteckige Ziegelpagode aus dem 11. Jahrhundert steht im Kreis Nong'an bei Changchun, am Ort der Liao-Stadt Huanglong.
Kräftige Schmorgerichte im Eisentopf, Sauerkraut mit Schweinebauch, Klebreis-Bohnenbrötchen und gefrorene Birnen als Wintersnack.
Kalte Buchweizennudeln in kühler Brühe, Reis im heißen Steintopf, gestampfter Klebreiskuchen und scharf eingelegter Chinakohl.
Mehr dazu →Die „drei Blumen und fünf Luo“ – darunter Mandarinfisch und Brassen – galten schon unter den Qing als Tribut aus dem Fluss.
Mehr dazu →Jiaozi mit Sauerkraut- oder Schweinefleischfüllung gehören im Nordosten zu jedem Fest, besonders zum Neujahr.
Mehr dazu →Aus den Wäldern des Changbai-Gebirges kommen Ginseng, Pilze, Farnspitzen und Kiefernkerne – in Suppen, Schnaps und als Beilage.
Zweisprachige Schilder, Häuser mit beheizten Böden, Schaukel- und Wippspiele zu Festen. Der Bauerntanz der Koreaner Chinas ist seit 2009 immaterielles UNESCO-Erbe.
Mehr dazu →In Ula bei Jilin und im Kreis Yitong pflegen Mandschu-Familien Ahnenriten und Schamanengesänge; der Ortsname Jilin selbst stammt aus dem Mandschurischen.
Das derbe, witzige Bühnenduett mit Fächer und Tüchern ist in den Dörfern Jilins verwurzelt und die volkstümlichste Unterhaltung der Provinz.
Mehr dazu →Wer im Wald nach wildem Ginseng suchte, folgte festen Regeln: Gruppen, Rufzeichen und Opfer an den Berggott. Die Bräuche werden in Fusong noch gepflegt.
Im Kreis Qian Gorlos eröffnen mongolische Zeremonien die Winterfischerei mit Opfergaben und Gesängen am Eis.
Changchun ist Sitz der FAW-Gruppe, einer der ältesten Autohersteller des Landes, mit den Marken Jiefang für Lkw und Hongqi für Limousinen.
In Changchun baut ein Werk des Konzerns CRRC Hochgeschwindigkeitszüge, U-Bahn- und Straßenbahnwagen.
Firmenprofil →Mais, Sojabohnen und Reis von der Schwarzerde der Songliao-Ebene machen Jilin zu einem der wichtigsten Getreidelieferanten Chinas.
Die Stadt Jilin ist ein alter Standort der Chemieindustrie; bei Songyuan wird Erdöl gefördert.
Tonghua und Baishan leben von Arzneimitteln, Ginseng, Mineralwasser und Wein aus wilden Trauben; der Tourismus am Changbai Shan ist ein weiterer Erwerbszweig.
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| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 吉 | jí | Kürzel der Provinz Jilin |
| 吉林乌拉 | Jílín Wūlā | mandschurisch „am Fluss entlang“, alter Name der Stadt Jilin |
| 长白山 | Chángbái Shān | „Ewig weißer Berg“ |
| 天池 | Tiānchí | „Himmelssee“, Kratersee |
| 松花江 | Sōnghuā Jiāng | Songhua-Fluss |
| 雾凇 | wùsōng | Raureif |
| 朝鲜族 | Cháoxiǎnzú | Koreaner in China |
| 高句丽 | Gāogōulí | Königreich Goguryeo |
| 渤海国 | Bóhǎi Guó | Reich Bohai |
| 柳条边 | Liǔtiáobiān | Weidenpalisade der Qing |
Für den Changbai Shan mit dem Kratersee Tianchi, den Raureif am Songhua in der Stadt Jilin, die Goguryeo-Stätten in Ji'an und die koreanische Kultur in Yanbian. Wirtschaftlich stehen Autos und Züge aus Changchun sowie Mais, Soja und Ginseng im Vordergrund.
Changchun. Früher war die Stadt Jilin am Songhua Sitz der Provinzverwaltung – daher tragen Provinz und Stadt denselben Namen.
Er geht auf das mandschurische „Girin ula“ zurück, sinngemäß „am Fluss entlang“, gemeint ist der Songhua. Chinesisch wurde daraus Jilin Wula, später kurz Jilin.
Von Dezember bis Februar, nach klaren, sehr kalten Nächten. Am schönsten ist er früh am Morgen; bis zum Mittag fällt er oft schon wieder von den Zweigen.
Per Flug nach Changbaishan (NBS) für den Westhang oder nach Yanji für den Nordhang, alternativ per Schnellzug bis zum Bahnhof Changbaishan. Von den Besucherzentren fahren Pendelbusse ins Gebirge.
Die Hauptstädte und Gräber des Königreichs Goguryeo in Ji'an, seit 2004 gemeinsam mit der Bergfestung Wunü Shan in Liaoning eingetragen.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
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Peking-Oper und regionale Opernformen.
Provinz
Von hier aus zogen die Mandschu nach Peking: Liaoning verbindet die Paläste und Gräber der frühen Qing mit Seehäfen am Gelben Meer, Stahlstädten und der Grenze am Yalu.