Yunnan-Guizhou-Hochland云贵高原
Der Osten und die Mitte der Provinz sind ein welliges Hochland mit Karstbergen, fruchtbaren Becken und Seen. Hier liegen Kunming, der Dian-See und der Steinwald.
Provinz · Südwestchina
Yúnnán
„Südlich der Wolken“ reicht China vom tibetischen Hochland bis in den tropischen Regenwald – eine Provinz der Schneegipfel, Teeberge und Karawanenwege, in der viele Völker ihre eigenen Häuser, Feste und Küchen pflegen.
Kunming昆明
Hauptstadt am Dian-See, wegen ihres milden Klimas „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt; Ausgangspunkt für den Steinwald.
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Dali大理
Alte Hauptstadt von Nanzhao und dem Dali-Königreich zwischen Cang-Gebirge und Erhai-See, Zentrum der Bai-Kultur.
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Lijiang丽江
Welterbe-Altstadt der Naxi mit Kanälen und Holzhäusern am Fuß des Jadedrachen-Schneebergs.
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Shangri-La香格里拉
Früher Zhongdian: tibetisch geprägte Hochlandstadt mit dem Kloster Songzanlin und der Altstadt Dukezong.
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Jinghong景洪
Hauptort von Xishuangbanna am Mekong: tropisches Tiefland, Dai-Kultur, Wasserfest und Teeberge.
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Jianshui建水
Ming-zeitliche Garnisonsstadt mit Torturm, großem Konfuziustempel und Purpurkeramik.
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Tengchong腾冲
Grenzstadt im Westen mit Vulkanen, heißen Quellen, dem Dorf Heshun und altem Jadehandel.
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Pu'er普洱
Namensgeberin des Pu'er-Tees; früher Sammelplatz des Tees aus den Bergen des Südens.
Mengzi蒙自
Hauptort des Bezirks Honghe, der Überlieferung nach Heimat der „Über-die-Brücke-Nudeln“.
Steinwald
Graue Kalksteinsäulen stehen dicht wie Bäume, dazwischen öffnen sich Gassen, Schluchten und Teiche. Für die Sani, die hier leben, ist jeder Fels eine Figur aus ihren Liedern.
Hani-Reisterrassen
Tausende schmale Terrassen stufen die Berghänge des Ailao-Gebirges vom Wald bis ins Tal. Im Winter stehen sie unter Wasser und spiegeln Himmel und Morgenrot.
Tigersprung-Schlucht
Zwischen zwei vergletscherten Massiven stürzt der Jinsha durch eine der tiefsten Flussschluchten Chinas. Ein alter Maultierpfad hoch über dem Fluss ist heute einer der bekanntesten Wanderwege des Landes.
Jadedrachen-Schneeberg
Wie ein weißer Drache liegt das Massiv über dem Lijiang-Becken. Für die Naxi ist es die Gestalt ihres Schutzgottes, für Besucher der nächste Weg zu Gletschern im Süden Chinas.
Der Osten und die Mitte der Provinz sind ein welliges Hochland mit Karstbergen, fruchtbaren Becken und Seen. Hier liegen Kunming, der Dian-See und der Steinwald.
Im Nordwesten verlaufen Gebirgsketten und Schluchten von Nord nach Süd. Jinsha, Lancang und Nu fließen hier eng nebeneinander – das Gebiet der Drei parallelen Flüsse.
In Xishuangbanna und an der Grenze zu Laos und Myanmar herrscht Monsunklima mit Regenwald, Kautschuk- und Teepflanzungen. Wilde Elefanten leben in den Schutzgebieten.
Dian-See, Erhai, Fuxian-See und Lugu-See liegen in tektonischen Senken des Hochlands. Sie waren seit der Frühzeit Zentren von Siedlung und Reisbau.
Im Hochland mild mit kleinem Jahresgang, Regenzeit von Juni bis September, sonniger Trockenzeit im Winter. Im Norden liegt Schnee auf den Gipfeln, im Süden bleibt es tropisch warm.
frühes PleistozänAltsteinzeit
Zähne des Yuanmou-Menschen aus dem Norden der Provinz gehören zu den ältesten Homininenfunden Chinas.
109 v. Chr.Königreich Dian
Am Dian-See blühte eine Bronzekultur mit reich verzierten Kaurigefäßen. Kaiser Wu der Han verlieh dem König von Dian ein goldenes Siegel und band das Reich an den Hof.
738–902Nanzhao
Piluoge einte die Fürstentümer am Erhai-See zum Reich Nanzhao, das zwischen Tang-China und Tibet lavierte. Hauptstadt wurde Taihe, später Yangjumie bei Dali.
937–1253Dali-Königreich
Duan Siping gründete das Dali-Königreich, einen buddhistisch geprägten Staat, der Pferde und Heilkräuter nach Song-China lieferte.
1253–1274Yuan-Dynastie
Kublai eroberte Dali 1253. Sayyid Ajall richtete 1274 die Provinz Yunnan ein, verlegte den Sitz nach Kunming, ließ Schulen bauen und den Abfluss des Dian-Sees regulieren.
1382Ming-Dynastie
Ming-Truppen nahmen Yunnan ein; die Familie Mu verwaltete die Provinz über Generationen. Soldatenkolonien brachten Siedler aus dem Osten. Aus Kunyang stammte der Seefahrer Zheng He.
18. Jh.Qing-Dynastie
Unter Yongzheng ersetzten Beamte vielerorts die erblichen Häuptlinge. Kupfer aus Dongchuan lieferte das Metall für die Münzen des Reiches, Pu'er-Tee ging als Tribut an den Hof.
1889–1910Späte Qing-Zeit
Mengzi wurde 1889 für den Außenhandel geöffnet. 1910 erreichte die Schmalspurbahn aus Haiphong Kunming und verband die Provinz erstmals per Bahn mit dem Meer.
丽江古城
Kanäle, Steinbrücken und Holzhäuser der Naxi; zum Welterbe gehören auch die Dörfer Baisha und Shuhe.
石林
Ein Labyrinth aus grauen Kalksteinsäulen im Land der Sani, Teil des Welterbes Südchinesischer Karst.
红河哈尼梯田
Über Jahrhunderte angelegte Terrassen, die sich von bewaldeten Kämmen bis in die Täler des Honghe ziehen – im Winter mit Wasser gefüllt und spiegelnd.
虎跳峡
Der Jinsha-Fluss zwängt sich zwischen Jadedrachen- und Haba-Schneeberg hindurch; der Höhenweg gilt als einer der schönsten Wanderwege Chinas.
玉龙雪山
Das vergletscherte Massiv nördlich von Lijiang ist der heilige Berg der Naxi und mit Seilbahnen erschlossen.
崇圣寺三塔
Die schlanke Hauptpagode aus der Nanzhao-Zeit und zwei jüngere Begleiter stehen vor dem Cang-Gebirge – Wahrzeichen der Bai-Stadt.
松赞林寺
Das bedeutendste tibetisch-buddhistische Kloster Yunnans, 1679 gegründet, steigt am Hang über einem See bei Shangri-La auf.
澄江化石地
In feinen Schieferschichten sind Tiere des Kambriums mitsamt ihren Weichteilen erhalten – ein Fenster in die frühe Entfaltung des tierischen Lebens.
泸沽湖
Hochlandsee an der Grenze zu Sichuan, an dessen Ufern die Mosuo mit ihrer mütterlichen Familienordnung leben – ein Ausflug von Lijiang aus.
In eine kochend heiße Hühnerbrühe unter einer Fettschicht gibt man am Tisch rohe Fleischscheiben, Wachtelei, Gemüse und Reisnudeln – das bekannteste Gericht der Provinz.
In der Regenzeit füllen Termitenpilze, Steinpilze und Matsutake die Märkte. Sie werden gebraten oder im Pilz-Feuertopf gegessen und müssen gut durchgegart sein.
Das Huhn gart ohne Wasser in einem Tontopf aus Jianshui mit Dampfrohr in der Mitte; die entstehende Brühe ist klar und kräftig.
Mehr dazu →Aus den großblättrigen Teebäumen des Südens entstehen der gepresste, lagerfähige Pu'er und der malzige Schwarztee Dianhong.
Mehr dazu →Gebäck mit Rosenblütenfüllung und luftgetrockneter Schinken aus Xuanwei stehen für die zwei Seiten der Küche: blumig und herzhaft.
Weiße Höfe mit bemalter Schattenwand, Marmor aus dem Cang-Gebirge und indigoblaue Abbindebatik aus Zhoucheng prägen das Land um Dali. Gästen reicht man den „Tee in drei Gängen“.
Mehr dazu →Die Dongba-Priester der Naxi schreiben ihre Rituale in einer Bilderschrift, einer der wenigen noch gebrauchten Piktogrammschriften der Welt. Dazu kommt die Naxi-Musik, die alte daoistische Ritualmelodien bewahrt.
Mehr dazu →Zum Neujahr der Dai im April bespritzen sich die Menschen mit Wasser als Segenswunsch. Pfahlhäuser, Theravada-Klöster und Palmblatt-Sutren prägen Xishuangbanna.
Mehr dazu →Im Hochsommer entzünden die Yi Fackeln und Feuer, tanzen und ringen. Ihr Silberschmuck, ihre Stickereien und Lieder, etwa das Epos von Ashima, sind in der ganzen Provinz bekannt.
Karawanen trugen Tee aus Pu'er und Xishuangbanna über Dali und Lijiang nach Tibet und kehrten mit Pferden, Fellen und Heilkräutern zurück. Rasthäuser und Pflasterwege sind erhalten.
Pu'er, Lincang und Xishuangbanna sind die großen Teeanbaugebiete. In Pu'er und Baoshan wird zudem ein großer Teil des chinesischen Kaffees angebaut.
Der Blumenmarkt von Dounan bei Kunming gehört zu den größten Asiens; Rosen, Nelken und Lilien werden von hier in ganz China verteilt.
Tabakanbau und Zigarettenfabriken, etwa in Yuxi und Kunming, gehören seit Langem zu den wichtigsten Industrien der Provinz.
Zinn aus Gejiu, Kupfer aus Dongchuan und andere Buntmetalle haben eine lange Tradition. An Jinsha und Lancang stehen große Wasserkraftwerke.
Reisende strömen nach Dali, Lijiang und Xishuangbanna. Das Wundpulver Yunnan Baiyao, eine Rezeptur des frühen 20. Jahrhunderts, ist landesweit bekannt.
Flughäfen
Bahn
Beste Reisezeit
Einreise und Visum: Visum für China · Bahnfahren: Hochgeschwindigkeitszug · Planung: China Reisen
| Zeichen | Pīnyīn | Bedeutung |
|---|---|---|
| 云南 | Yúnnán | „südlich der Wolken“ |
| 滇 | diān | zweites Kürzel der Provinz, nach dem Königreich Dian |
| 滇池 | Diānchí | Dian-See bei Kunming |
| 南诏 | Nánzhào | Königreich Nanzhao (738–902) |
| 茶马古道 | Chámǎ Gǔdào | Tee-Pferde-Weg |
| 普洱茶 | pǔ'ěrchá | Pu'er-Tee |
| 东巴文 | Dōngbāwén | Bilderschrift der Naxi |
| 三江并流 | Sān Jiāng Bìng Liú | Drei parallele Flüsse |
| 过桥米线 | guòqiáo mǐxiàn | Über-die-Brücke-Nudeln |
| 春城 | Chūnchéng | „Frühlingsstadt“, Beiname Kunmings |
Für die Vielfalt seiner Völker und Landschaften: die Altstädte von Dali und Lijiang, Schneeberge und Schluchten im Nordwesten, den Steinwald, die Hani-Reisterrassen, das tropische Xishuangbanna, Pu'er-Tee, wilde Pilze und Über-die-Brücke-Nudeln.
Kunming am Dian-See. Die Stadt ist seit der Yuan-Zeit Sitz der Provinzverwaltung; davor lag das Zentrum der Region über Jahrhunderte in Dali.
Der Klassiker führt von Kunming mit Abstecher zum Steinwald per Bahn nach Dali, weiter nach Lijiang mit Jadedrachen-Schneeberg und Tigersprung-Schlucht und hinauf nach Shangri-La. Wer mehr Zeit hat, ergänzt Xishuangbanna oder die Reisterrassen im Süden.
Die Trockenzeit von Oktober bis Mai bringt klare Sicht. Das Hochland um Kunming ist ganzjährig mild; im Nordwesten sind Winternächte frostig, im Süden bleibt es tropisch warm. Im Sommer regnet es häufig.
云 steht für den heutigen Namen, 滇 für das antike Königreich Dian am gleichnamigen See. 滇 lebt in vielen Namen fort, etwa im Schwarztee Dianhong oder in der Dian-Oper.
Stand: September 2026. Änderungen vorbehalten.
Wie CHINANETZ Quellen auswählt und prüft: Recherche und Quellen.
Geographie
Provinzen, Klima, Landschaften, Bevölkerung.
Tee
Roher und reifer Pu-Erh aus Yunnan: gepresst, gelagert, über Jahre verändert.
Genuss
Grün, Weiß, Gelb, Oolong, Schwarz, Pu-Erh — die sechs Teefamilien und die Kunst der Zubereitung.
Geschichte
Große Mauer, Verbotene Stadt, Terrakotta-Armee, Karstlandschaften — alle Welterbestätten mit Einordnung.
Genuss
Die acht großen Regionalküchen, ihre Signaturgerichte und Rezepte zum Nachkochen.
Provinz
Pandas, scharfe Küche, Chengdu und Chongqing.